Review: Parks and Recreation

Das DVD-Cover der ersten Staffel "Parks and Recreation" (© Universal Pictures)

Das DVD-Cover der ersten Staffel „Parks and Recreation“ (© Universal Pictures)

Inhalt: Leslie Knope (Amy Poehler, „They Came Together“) liebt ihren Job beim Grünflächenamt von Pawnee in Indiana. Auch wenn die Kleinstadt hauptsächlich für die überdurchschnittliche Fettleibigkeit ihrer Bewohner und eine andauernde Waschbär-Plage bekannt ist, könnte Leslie kaum motivierter sein. Damit fällt sie ihren Kollegen wie dem wortkargen Boss Ron (Nick Offerman, „Ich und Earl und das Mädchen“), dem selbstverliebten Modeguru Tom (Aziz Ansari) und der missmutigen Praktikantin April (Aubrey Plaza, „Ingrid Goes West“) gewaltig auf die Nerven. Als sich die Krankenschwester Ann (Rashida Jones, „Celeste & Jesse – Beziehungsstatus: Es ist kompliziert!“) bei einem Bürgerforum über eine schlecht gesicherte Baugrube in ihrer Nachbarschaft beschwert, in der sich ihr Freund Andy (Chris Pratt, „Jurassic World“) beide Beine gebrochen hat, sieht Leslie die ganz große Aufgabe für ihre Zukunft: Sie will das Grundstück in einen Park verwandeln.

Kritik: Wenn es um die bekanntesten Comedy-Serien der letzten Jahre geht, werden viele Zuschauer sicherlich auf die langlebigen Sitcom-Schwergewichte „Two And A Half Men“ und „The Big Bang Theory“, „Modern Family“ oder „How I Met Your Mother“ kommen. In den vergangenen Jahren schafften auch Geheimtipps wie „Community“ und „Brooklyn Nine-Nine“ den Sprung über den großen Teich. So langsam scheint auch „Parks and Recreation“ von Michael Schur und Greg Daniels, in den USA längst mit Kultstatus ausgestattet, den deutschen Markt zu erreichen. Auch inhaltlich brauchte „Parks and Recreation“ etwas Anlaufzeit. In der (nur sechs Episoden langen) ersten Staffel wird es doch sehr offensichtlich, dass hier die Macher von „The Office“ (dem US-Pendant zu „Stromberg“) am Werk sind. So sind nicht nur die passenden Pseudo-Doku-Aspekte wie die dynamische Kamera und Interviews Teil von „Parks and Recreation“: Leslie Knope ist ein tollpatschiger Vollidiot im Stil Steve Carells „The Office“-Protagonist Michael Scott. Ein eher mäßiges Tempo komplettiert einen durchwachsenen Ersteindruck.

Die Macher haben aber schnell gelernt. Ab dem zweiten Jahr überzeugt das Geschehen mit einem eigenen, liebenswert schrulligen und aufrichtig lustigem Humor sowie tollen Charakteren, die perfekt harmonieren und dem Publikum extrem schnell an Herz wachsen. Das erreicht einen Höhepunkt, wenn der sympathisch-nerdige Buchhalter Ben (Adam Scott) und der nervtötend positive Sportfreak Chris (Rob Lowe) die Besetzung ergänzen. Selbst wenn es einen konsequenten Gag rund um die (oft unverdienten) Verbalattacken gegen Büro-Opfer Jerry (Jim O’Heir) gibt, bleibt „Parks and Recreation“ frei von gehässigem oder boshaften Witz. So wirken selbst gnadenlos überspitzte Figuren wie Toms kaum erträglicher Deppen-Kumpel Jean-Ralphio (Ben Schwartz) immer menschlich, was dem Geschehen nicht gerade abträglich ist. Dafür existieren zahllose Späße um das Kultpferd Lil’ Sebastian, den Galentine’s Day und wiederkehrende Diskussionen über Calzone, die wohl kein Zuschauer so schnell vergessen wird.

Die Hauptbesetzung von "Parks and Recreation" (© NBC)

Die Hauptbesetzung von „Parks and Recreation“ (© NBC)

Auch ein radikaler Wechsel in eine etwas ernstere und auf reale Probleme fokussierte Richtung ab Staffel 4 gelingt fast nahtlos, da der schräge Humor und der Fokus auf die Charaktere nie ins Hintertreffen geraten. Dieser Sprung tut „Parks and Recreation“ spürbar gut und sorgt dafür, dass es bis zum fantastischen Serienfinale in Staffel 7 fast keine Durchhänger gibt. Der Cast rund um das herausragende Comedy-Multitalent Amy Poehler ist Herz und Seele der Serie. Gerade der mittlerweile zum Star aufgestiegene Chris Pratt, der mit einigen Pfunden mehr auf den Rippen den schamlos-dusseligen Andy spielt, dürfte für viele besonders interessant sein. So war Pratt erst nur als Gastdarsteller geplant, rutschte dank überzeugender Auftritte in die Hauptbesetzung und hielt der Serie aber auch die Treue, nachdem er wegen „Guardians of the Galaxy“ terminlich sehr eingespannt war. Aber auch Aubrey Plaza, Nick Offerman, Aziz Ansari, Adam Scott, Rashida Jones, Retta, Jim O’Heir, Rob Lowe und die wiederkehrenden Gaststars sind auf ihre Art unverzichtbare Bestandteile der Welt von „Parks and Recreation“. Abgerundet wird die Besetzung von einer Reihe der kuriosesten Gastauftritte der jüngeren TV-Geschichte.

Selbst wenn „Parks and Recreation“ schon seit sechs Jahren im Ruhestand ist, entpuppt sich die Serie, die in voller Pracht eine hochwertige Synchronisation spendiert bekommen hat, als absolutes Comedy-Highlight. Wer die etwas müde Anfangsphase übersteht, wird mit abwechslungsreicher, charmanter, cleverer, oft urkomischer und erstaunlich beständiger Genrekost belohnt, die auch hier weit mehr Beachtung verdient.

4,5 von 5 Punkten

Die komplette Serie ist bei Sky und Joyn im Programm. Staffel 1 ist darüber hinaus auf DVD erhältlich.


Quelle: Parks and Recreation, YouTube

Parks And Recreation Staffel 1-7

Originaltitel:Parks And Recreation Season 1-7
Showrunner:Michael Schur, Greg Daniels
Schauspieler:Amy Poehler, Aubrey Plaza, Nick Offerman, Chris Pratt
Genre:Serie, Comedy
Produktionsland/-jahr:USA, 2009-2015
Kanal:NBC
Länge:124 x 21 Minuten
FSK:ab 12 Jahren

Mehr Informationen findet ihr auf den Seiten von Joyn und Sky.

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 03.05.2021
Review: Parks and Recreation

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