Review: They Came Together (Blu-ray)

Das Blu-ray-Cover von "They Came Together" (© StudioCanal)

Das Blu-ray-Cover von “They Came Together” (© StudioCanal)

Inhalt: Die Geschichte von Joel (Paul Rudd, „Ant-Man And The Wasp“) und Molly (Amy Poehler, „Sisters“) klingt wie frisch aus einer romantischen Komödie entsprungen. Deswegen erzählen sie beim gemeinsamen Essen mit ihren Freunden Karen (Ellie Kemper) und Kyle (Bill Hader, „Dating Queen“) von ihren Anfängen. Als Außendienstmitarbeiter eines großen Süßigkeitenkonzerns soll Joel für die Schließung von Mollys beschaulichem Süßwarenladen „Upper Sweet Side“ sorgen. Eher zufällig werden die beiden dann von Freunden zu einem Blind Date gedrängt, was natürlich im Desaster endet. Bald müssen aber beide einsehen, was sie für den anderen übrig haben. Aber wie soll ihre Liebe in einer Welt voller böser Ex-Partner und skrupelloser Geschäftsleute eine Chance haben?

 

Kritik: Schon in den frühen 1990ern lernten sich Michael Showalter und David Wain bei der Sketch-Comedy „The State“ kennen. Sie blieben über die Jahre in Kontakt und arbeiteten immer wieder zusammen. Der große Durchbruch folgte 2001 mit „Wet Hot American Summer“, den beide gemeinsam schrieben und Wain auch inszenierte. Zwar blieb der kommerzielle Erfolg zunächst aus, dafür fand die schräge Komödie in der Zeit danach eine recht große und treue Anhängerschaft. Schnell kam den beiden die Idee, eine Spoof-Version rund um die zahllosen RomCom-Klischees zu drehen. Doch es sollte bis ins Jahr 2014 dauern, bis das Werk tatsächlich umgesetzt wurde. Vier Jahre später und ein Jahr, nachdem Michael Showalter mit der herrlichen Indie-Comedy „The Big Sick“ einen großen Erfolg als Regisseur gefeiert hat, bekommen auch die deutschen Fans jetzt eine Veröffentlichung des Films spendiert.

Unfassbare Gemeinsamkeit - beide mögen Bücher (© StudioCanal)

Unfassbare Gemeinsamkeit – beide mögen Bücher (© StudioCanal)

Wie betagt das Skript zu „They Came Together“ (nette Doppeldeutigkeit schon im Titel) sein muss, verrät schon eine Tatsache: Im Gegensatz zu den meisten aktuellen Parodie-Filmen ist dieser hier tatsächlich lustig. In einer Ansammlung cleverer Flachwitze, die hemmungslos mit den Klischees dieses gnadenlos überlaufenen Subgenres spielen, reiht sich ein Lacher an den nächsten. Selbst wenn auch dieser Film die eine oder andere Fehlzündung zu beklagen hat, ist die Gagdichte derart hoch, dass hier kaum Zeit bleibt, Versäumnisse anzuprangern. Hier wird Blödsinn auf einem Level zelebriert, das nostalgische Erinnerungen an „Hot Shots“, „Die nackte Kanone“ oder die Filme von Mel Brooks wach werden lässt. In den angenehm knappen 84 Minuten wird mit fast allem abgerechnet, was die Zuschauer über die Jahre ertragen mussten. Zwischen Wortwitzen, Slapstick und gnadenlosen Referenzen werden wohl vor allem erfahrene Filmgucker den Humor des Werks zu schätzen wissen. Und wenn New York dafür „ein eigener Charakter im Film“ sein muss, dann ist das halt so.

Zwischen all dem skurrilen Irrsinn, der sich hier abspielt, hat der Film dann tatsächlich noch mehr Herz als viele der parodierten Werke. Ein Garant dafür sind Paul Rudd und Amy Poehler. Die beiden langjährigen Weggefährten von Wain und Showalter sind gewohnt witzig und haben eine klasse Chemie. Neben den beiden ist noch eine ganze Fülle an Comedy-Größen zu sehen. So sind neben weiteren „American Summer“-Veteranen wie Christopher Meloni („Oz – Hölle hinter Gittern“), Michael Ian Black und Ken Marino („Veronica Mars“) unter anderem noch Bill Hader, Ellie Kemper, Cobie Smulders („Jack Reacher – Kein Weg zurück“), Jason Mantzoukas, Melanie Lynskey, Ed Helms („Jeff, der noch zu Hause lebt“) und Jack McBrayer („30 Rock“) Teil dieses illustren und sehr amüsanten Ensembles.

Während auf der großen Leinwand dieses Jahr nur wenige Komödien wirklich treffsicher waren, punktet dieser verspätet veröffentlichte, klassische Spoof-Film mit einem regelrechten Gagfeuerwerk. Am Ende ist „They Came Together“ gut gespielter, einfalls- und teils sogar geistreicher Klamauk, der für Freunde von vergleichbarem Humor unbedingt sehenswert ist.

Die Freunde sind noch nicht so überzeugt (© StudioCanal)

Die Freunde sind noch nicht so überzeugt (© StudioCanal)

Der Film ist seit dem 20.12.2018 auf DVD und Blu-ray erhältlich.

4 von 5 Punkten

 

Bild: Gerade für einen Film aus dem eher niedrigen Budget-Segment sieht „They Came Together“ wirklich gut aus. Schärfe und Detaildarstellung sind zwar nicht immer perfekt, halten aber ein beständig gutes Niveau. Die bunte, satte Farbpalette passt gut zum Film. Kontraste und Schwarzwert lassen kaum Grund zur Kritik zu. Ansonsten ist das Bild rauscharm, ruhig und ziemlich sauber.

4 von 5 Punkten

Ton: Der deutsche und der englische DTS-HD MA 5.1-Ton bieten das, was von einem solchen Film erwartet werden kann – wobei die Akustik auf den Straßen von New York sogar ein wenig zurückgenommen wirkt. Die Dialoge sind immer deutlich priorisiert und klar verständlich. Ein paar Hintergrundgeräusche und die Musik binden die äußeren Boxen gelegentlich mit ein. Große Effekte gibt es natürlich nicht.

3,5 von 5 Punkten

Extras: Ein Audiokommentar von David Wain und Michael Showalter, ein Featurette über die Entstehung des Films (24 Minuten), ein Video von der Skriptlesung vor Publikum (104 Minuten) einige entfernte Szenen (34 Minuten) und ein paar Trailer komplettieren die Blu-ray.

4,5 von 5 Punkten

Gesamt: 4 von 5 Punkten


Quelle: StudioCanal, LeinwandreporterTV, YouTube

They Came Together

Originaltitel:They Came Together
Regie:David Wain
Darsteller:Paul Rudd, Amy Poehler, Bill Hader
Genre:Komödie, Liebesfilm
Produktionsland/-jahr:USA, 2014
Verleih:StudioCanal
Länge:84 Minuten
FSK:ab 12 Jahren

Mehr Informationen findet ihr auf der Seite von StudioCanal

Verfasst von Thomas.

 

Zuletzt geändert am 31.12.2018
Review: They Came Together (Blu-ray)

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