Review: Jack Reacher – Kein Weg zurück (Kino)

Das Hauptplakat von "Jack Reacher - Kein Weg zurück" (© Paramount Pictures Germany)

Das Hauptplakat von „Jack Reacher – Kein Weg zurück“ (© Paramount Pictures Germany)

Inhalt: Nachdem er mit Hilfe seiner Nachfolgerin bei der Militär-Polizei – Major Susan Turner (Cobie Smulders, „The Return Of The First Avenger“) – ein paar böse Jungs festgenommen hat, kehrt Jack Reacher (Tom Cruise, „Mission: Impossible – Rogue Nation“) nach Washington zurück, um mit ihr den Erfolg entsprechend zu begehen. Als er ankommt, wird ihm unterbreitet, dass Turner wegen Verdachts auf Spionage in einer Zelle sitzt. Kurz darauf fällt ihm auf, dass er verfolgt wird. Daneben wird er von einer Prostituierten auf Unterhalt verklagt, die behauptet, die 15 Jahre alte Samantha (Danika Yarosh) wäre sein Kind. Da er und auch die Menschen in seinem Umkreis in Gefahr geraten, holt Reacher Turner aus dem Gefängnis und taucht gemeinsam mit ihr und Samantha unter. Dabei werden sie stets von einem brutalen Killer (Patrick Heusinger, „Black Swan“) und seinen Leuten verfolgt, die unter dem Kommando des ebenso undurchsichtigen wie skrupellosen General Harkness (Robert Knepper, „Bunker – Es gibt kein Entkommen“) stehen. Während sich die Schlinge immer mehr zuzieht, muss Reacher den Spieß umdrehen, um das Leben von ihm und seinen Begleiterinnen zu schützen.

Kritik: Basierend auf der Roman-Reihe von Lee Child überraschte Christopher McQuarrie mit seiner ersten „Jack Reacher“-Verfilmung. Tom Cruise kam als schlagkräftiger und wortkarger Ex-Soldat so gut an, dass schon bald eine Fortsetzung geplant wurde. Als Ersatz für McQuarrie, der aktuell in den Vorbereitungen für den sechsten „Mission Impossible“ steht, übernahm der routinierte Edward Zwick den Regie-Stuhl. Das war eine Entscheidung, die dann doch etwas verwunderte. Sicherlich ist Zwick ein Oscar-Gewinner. Doch „Shakespeare in Love“ ist nur bedingt im Action-Metier anzusiedeln. Leider wird die fehlende Erfahrung von Zwick im Genre deutlich. Die Reacher-Geschichten zeichnen sich sicherlich nicht durch großen Tiefgang aus. Das wurde im ersten Film durch Stilbewusstsein, Atmosphäre und Charme ausgeglichen. Dieser zweite Teil verkommt da noch mehr zu vorhersehbarem Action-Fastfood. Nach einer starken Einleitungssequenz bekommt der Zuschauer eine ausgesprochen konventionelle Verschwörung präsentiert, die mit PG-13-Härte untermalt auf 120 Minuten ausgewalzt wird.

Jack und Susan haben nicht mehr viele Freunde (© Paramount Pictures Germany)

Jack und Susan haben nicht mehr viele Freunde (© Paramount Pictures Germany)

Es war gerade die „Einsamer Wolf“-Attitüde des etwas altmodischen Jack Reacher, die so erfrischend war. Die familiäre Dynamik zwischen ihm und Vielleicht-Tochter Samantha ist da noch augenfälliger als Hollywood-Einheitsbrei. Trotz der etwas schwachbrüstigen Storyline bietet der Film immerhin hier und da nette Einzelszenen, die dieses Sequel am Leben erhalten. Da die Macher während des Schnitts sehr zurückhaltend agiert haben, darf sich der Zuschauer nach den gelungenen Momenten bald wieder auf ziemlichen Leerlauf einstellen. Die einzigen wirklichen Konstanten bleiben die Darsteller. Tom Cruise bekommt zwar weniger zu tun als im Vorgänger, setzt seine Rolle aber wenigstens ordentlich fort. Cobie Smulders ist dank des Marvel-Universums zu einem Prototyp für den Soldatinnen-Charakter geworden und zeigt hier einen souveränen, taff-humorvollen Mix. Die junge Danika Yarosh bietet nette Ansätze, hat aber einen undankbaren Part erwischt. Patrick Heusinger ist so eine Art bösartiges Gegenstück zu Jack Reacher. Da er aber wenig Charisma und keine heraus stechenden Momente einbringt, dürfte sein Auftritt schnell in Vergessenheit geraten. Da ist es um so ärgerlicher, dass mit Robert Knepper ein grandioser Darsteller für Fieslinge zum Cast gehört, aber überhaupt nichts zu tun bekommt.

Am Ende ist es nicht so, dass „Jack Reacher – Kein Weg zurück“ ein auffällig schlechter Film wäre. Nach dem sehr ordentlichen ersten Teil fehlen diesem extrem gewöhnlichen, gerne etwas trägen Actioner einfach die Alleinstellungsmerkmale. Was bleibt, ist ein Film, der ohne den Namen Tom Cruise eine typische Direct to DVD-Produktion gewesen wäre.

2,5 von 5 Punkten


Quelle: Paramount Pictures, Leinwandreporter TV, YouTube

Jack Reacher – Kein Weg zurück

Originaltitel:Jack Reacher: Never Go Back
Regie:Edward Zwick
Darsteller:Tom Cruise, Cobie Smulders, Aldis Hodge, Robert Knepper
Genre:Thriller, Action
Produktionsland/-jahr:USA, 2016
Verleih:Paramount Pictures Germany
Länge: 120 MinutenFSK: ab 16 Jahren
Kinostart: 10.11.2016
Facebook-Page:Jack Reacher 2

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 09.11.2016
Review: Jack Reacher – Kein Weg zurück (Kino)

{lang: 'de'}

Leave A Reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *