Review: Dragged Across Concrete (Blu-ray)

Das Blu-ray-Cover von "Dragged Across Concrete" (© Universum Film)

Das Blu-ray-Cover von “Dragged Across Concrete” (© Universum Film GmbH)

Inhalt: Brett Ridgeman (Mel Gibson, „Daddy’s Home 2“) und Anthony Lurasetti (Vince Vaughn, „Fighting With My Family“) sind raubeinige, aber zumeist effektive Polizisten, für die der Zweck oft die Mittel heiligt. Als sie bei einer sehr brutal durchgeführten Verhaftung gefilmt und daraufhin suspendiert werden, stehen beide vor dem Nichts. Gerade Ridgeman, der sich um seine MS-kranke Frau Melanie (Laurie Holden, „Pyewacket – Tödlicher Fluch“) kümmert, macht sich Gedanken über seine Lebensgrundlage. Auf der Suche nach alternativen Verdienstmöglichkeiten stößt er auf den Gangster Vogelmann (Thomas Kretschmann, „Ballon“), der mit seiner Crew einen Bankraub plant. Ridgeman überredet Lurasetti, gemeinsam die Verbrecher abzuzocken. Währenddessen sucht auch der gerade aus der Haft entlassene Henry (Tory Kittles, „Man Down“) nach einer Option, für seine Familie zu sorgen. Als die legalen Möglichkeiten ausbleiben, wendet er sich an seinen Kumpel Biscuit (Michael Jai White, „Skin Trade“), der ihn bei einem Coup einspannt. Noch ahnt keiner der Männer, mit wie viel Blut die Suche nach dem großen Geld bezahlt wird..

Kritik: Im Jahr 2015 feierte der Regisseur S. Craig Zahler mit dem unkonventionellen Horror-Western „Bone Tomahawk“ ein beachtliches Langfilm-Debüt. 2018 legte er mit dem erschütternden Gefängnis-Thriller „Brawl In Cell Block 99“ rund um einen kaum wiederzuerkennenden Vince Vaughn ein noch stärkeres Werk nach. Aufgrund dieser Vorleistungen wurde sein dritter Film, der Polizei-Thriller „Dragged Across Concrete“, mit Spannung erwartet. Tatsächlich gelingt es Zahler, seinen Positivlauf problemlos fortzusetzen. Mit einem guten Auge und ruhiger Hand sorgt der Regisseur für eine vom ersten Moment an dichten Atmosphäre. Trotz epischer Lauflänge von 159 Minuten läuft der bewusst bedächtig erzählte, aber sehr zielgerichtete Film nie Gefahr, sich in Nichtigkeiten zu ergehen.

Ridgeman und Lurasetti machen ihr Ding (© Universum Film)

Ridgeman und Lurasetti machen ihr Ding (© Universum Film GmbH)

Wie schon bei den Vorgängern wird auch hier eine brutale, provokante und stellenweise zynische Welt aufgebaut. Diese wird sicherlich nicht jedem Zuschauer gefallen, übt dabei aber eine ganz eigene Faszination aus. Eine wichtige Rolle beim Gelingen des tristen, aber stets packenden Werkes fällt dabei der Besetzung zu. Hollywoods Enfant Terrible Mel Gibson liefert als rabiater Oldie, der aus Verzweiflung zu drastischen Mitteln einen großartigen Part. An seiner Seite zeigt Vince Vaughn, dass er in Kombination mit Zahler – und auch mit Gibson („Hacksaw Ridge – Die Entscheidung“) – ein exzellenter Schauspieler ist. Sein eigentlich gesetzestreuer, dabei äußerst pragmatischer Lurasetti ergänzt sich hervorragend mit Haudegen Ridgeman. Auch Tory Kittles, der den klug-realistischen Ex-Knacki Henry spielt, entpuppt sich als starker Protagonist.

Trotz geringer Spielzeit hinterlässt Thomas Kretschmann als Psychopath Vogelmann einen guten Eindruck. Wie bei „Brawl in Cell Block 99“ sind Don Johnson, Udo Kier und (in einer denkwürdigen Nebenrolle) Jennifer Carpenter in diesem Film vertreten. Michael Jai White als Henrys Kumpel Biscuit und Laurie Holden als schwerkranke Ehefrau von Ridgeman sind weitere nennenswerten Bestandteile der durchaus eindrucksvollen Besetzung.

Auch in seinem dritten Film liefert S. Craig Zahler brutale, bedrückende und teilweise schmerzhafte Kost. Diese ist aber derart packend, gut gespielt und herausragend erzählt, dass der bitterböse „Dragged Across Concrete“ nicht nur für Hartgesottene unbedingt sehenswert ist.

Henry muss für seinen kleinen Bruder sorgen (© Universum Film)

Henry muss für seinen kleinen Bruder sorgen (© Universum Film GmbH)

Der Film ist dem 23.08.2019 auf DVD und Blu-ray erhältlich.

4 von 5 Punkten

 

Bild: Schärfe und Detaildarstellung sind in dem tristen, manchmal bewusst etwas dreckig anmutenden Bild vollkommen in Ordnung. Die karge Farbpalette wirkt natürlich und passt zur Atmosphäre des Geschehens. Kontraste und Schwarzwert lassen keinen Grund zur Kritik zu. Ein leichtes Rauschen fällt nicht störend ins Gewicht.

4 von 5 Punkten

Ton: Der deutsche und der englische DTS-HD MA 5.1-Ton fokussieren sich natürlich hauptsächlich auf eine saubere Dialogwiedergabe. Nur gelegentlich sorgen ein paar Hintergrundgeräusche für etwas räumlich Aktivität. Zum Finale mit der gewaltigen Schießerei dreht die Vertonung richtig auf. Die wuchtigen, präzise abgefeuerten Schüsse rauschen quer durchs Wohnzimmer und heben den Sound auf eine höhere Ebene.

4 von 5 Punkten

Extras: Das dreiteilige Featurette „Elements of Crime“ (insgesamt 41 Minuten) sowie der Beitrag „Moral Conflict“ (7 Minuten) und ein paar Trailer komplettieren die Blu-ray.

3 von 5 Punkten

Gesamt: 4 von 5 Punkten

Quelle: Universum Film, LeinwandreporterTV, YouTube

Dragged Across Concrete

Originaltitel:Dragged Across Concrete
Regie:S. Craig Zahler
Darsteller:Tory Kittles, Michael Jai White, Mel Gibson, Vince Vaughn
Genre:Thriller
Produktionsland/-jahr:USA, 2018
Verleih:Universum Film
Länge:159 Minuten
FSK:ab 16 Jahren

Mehr Informationen findet ihr auf der Seite von Universum Film

Verfasst von Thomas.

 

Zuletzt geändert am 21.08.2019
Review: Dragged Across Concrete (Blu-ray)

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