Style Selector
Layout Style
Boxed Background Patterns
Boxed Background Images
Color Scheme

Review: Beyond the Law (Blu-ray)

Das Blu-ray-Cover von "Beyond the Law" (© Koch Films)

Das Blu-ray-Cover von „Beyond the Law“ (© Koch Films)

Inhalt: Eigentlich soll der junge Chance (Chester Rushing) auf die Beute eines Überfalls von seinem Boss Desmond (Zack Ward) aufpassen. Als das Geld verschwindet, wird Chance zur Belohnung erschossen. Sein entfremdeter Vater, der zurückgezogen lebende Ex-Cop Frank (Johnny Messner), kehrt nach der Todesnachricht in seine Heimatstadt zurück, um die Killer auf eigene Faust zu jagen. Desmond entpuppt sich als nahezu unantastbar, da er der Sohn des gefürchteten Mafiabosses Augustino „Finn“ Adair (Steven Seagal, „Alarmstufe: Rot“) ist. Während sich Frank durch die Reihen des Verbrechersyndikats mordet, versucht sein ehemaliger Kollege Detective Munce (DMX, „Top Five“), die Verantwortlichen zu verhaften und ein noch größeres Blutbad zu verhindern.

 

Kritik: Es sind inzwischen 20 Jahre vergangen, seitdem Steven Seagal und Earl „DMX“ Simmons für „Exit Wounds – Die Copjäger“ vor der Kamera standen. Für beide Schauspieler gehörte der raubeinige Polizei-Thriller zweifelsohne zu den besseren Machwerken, in denen sie nach der Jahrtausendwende mitgewirkt haben. Seitdem sind der Ex-Actionsuperstar und der schauspielernde Rapper privat hauptsächlich durch Eskapaden (die im Fall DMX auch ins Gefängnis geführt haben) und beruflich hauptsächlich durch Schund-Produktionen aufgefallen. Der Jung-Regisseur James Cullen Bressack (*1992), der bereits eine erstaunlich umfangreiche Filmographie im Trash-Metier aufweisen kann, hat das Darsteller-Duo im Jahr 2019 wieder zusammengeführt. Das Drehbuch wurde von B-Autor Chad Law und Branchen-Neuling Johnny Martin Walters verfasst.

Ein großes Seagal-DMX-Comeback wird aber hieraus nicht entstehen. In furchterregend amateurhaft gefilmten Bildern, in denen zeitweise kaum etwas zu erkennen ist, wird ohne erkennbaren Aufbau der Ausgangsmord geschustert. Danach startet die klischeebeladenste Rache-Geschichte, die man für Geld erwerben konnte. Obwohl „Beyond the Law“ keinerlei Anstrengungen unternimmt, irgendein Alleinstellungsmerkmal zu entwickeln, gelingt es den Autoren und dem Regisseur, Konfusion zu kreieren. Das mag mit Wendungen zu tun haben, die ausschließlich Sinn machen würden, wenn sich Figuren bewusst selbst demontieren möchten. Auch die bereits erwähnten Szenen, in denen praktisch keine Handlung optisch erkennbar ist, tragen ihren Teil dazu bei.

Munce macht die bösen Jungs dingfest (© Koch Films)

Munce macht die bösen Jungs dingfest (© Koch Films)

Lächerliche Versuche, dem Zuschauer über „Dialoge“ („Du warst ja früher ein harter Cop, bis du wegen dem Alkohol kündigen musstet“…) oder unmotiviert eingefügte Handlungen (der harte Hund verprügelt außerhalb der Handlung in einer Seitengasse vier Typen) Hintergrundwissen über den Protagonisten zu vermitteln, scheitern ebenfalls. Das bisschen vorhandene Action bietet keinerlei Schauwerte. Nahezu deckungsgleiche Szenen (Moralpredigten von Seagal) wiederholen sich innerhalb weniger Minuten. Ein paar der peinlichsten Gesprächsfetzen der Neuzeit (z.B. „Stopp, Motherfucker! Auf deine Knie!“ oder „Ich habe keine Sohn mehr!“) werden abgesondert. Insgesamt ist „Beyond the Law“ so beeindruckend inkompetent, dass allein so schon ein gewisser Unterhaltungswert entsteht.

Trotz dem Werbefokus auf Seagal und DMX spielt Johnny Messner die Hauptrolle. Sein zynisch-frustrierter Ex-Cop ist aber eigentlich keiner weiteren Erwähnung wert. Ähnliches gilt für DMX, dessen zwielichtiger Detective Munce ohne wirkliche Funktion in der Geschichte bleibt. Steven Seagals Auftritt ist schon wieder amüsant. Er verzieht als Mafiapate keine Miene, verbringt 95% des Films sitzend und steuert in der Originalfassung einen undefinierbaren Akzent bei (womit er schon mehr darstellerisches Engagement als der aktuelle Bruce Willis zeigt). B-Schauspieler wie Bill Cobbs, Saxon Sharbino („Bedeviled – Das Böse geht online“) und Zack Ward stocken den Cast auf.

„Beyond the Law“ bietet erschütternd niedriges Niveau auf allen Ebenen. Dabei sind die Verfehlungen aber schon derart konsequent, dass neben Seagal-Hardcore-Fans wohl auch ein paar Bad-Movie-Liebhaber ihren Spaß finden werden.

"Finn" Adair hat die Unterwelt in seiner Hand (© Koch Films)

„Finn“ Adair hat die Unterwelt in seiner Hand (© Koch Films)

Der Film ist ab dem 25.03.2021 auf DVD und Blu-ray erhältlich.

1,5 von 5 Punkten

 

Bild: Auch visuell gewinnt der Film keine Preise. In den (seltenen) gut beleuchteten Szenen sind Schärfe und Detaildarstellung ordentlich. Mit steigender Dunkelheit (siehe Anfangsphase) ist immer weniger zu erkennen. Auch Kontraste und Schwarzwert sind sicherlich nicht ideal eingestellt. Die Farbgebung ist einigermaßen natürlich, auch wenn sie gelegentlich etwas „matschig“ wirkt. Zumindest sind kein großen Bildfehler und Unruhen zu erkennen.

3 von 5 Punkten

Ton: Der deutsche und der englische DTS-HD MA 5.1-Ton dieses actionarmen Actioners sind zumindest einigermaßen zweckdienlich. Wenn dann doch einmal gefeuert wird, gibt es den (zugegeben unspektakulären) Einsatz von Bässen. Gelegentliche Hintergrundgeräusche (z.B. im Nachtclub) und die Musik sorgen für ein wenig räumliche Aktivität. Der Hauptfokus liegt auf den Dialogen, die (leider) immer verständlich wiedergegeben werden.

3,5 von 5 Punkten

Extras: Eine Bildergalerie und ein paar Trailer bleiben der einzige Bonus.

1,5 von 5 Punkten

Gesamt: 2 von 5 Punkten


Quelle: Koch Films, YouTube

Beyond the Law

Originaltitel:Beyond the Law
Regie:James Cullen Bressack
Darsteller:Johnny Messner, Steven Seagal, DMX
Genre:Action
Produktionsland/-jahr:USA, 2020
Verleih:Koch Films
Länge:90 Minuten
FSK:ab 16 Jahren

Mehr Informationen findet ihr auf der Seite von Koch Films

Verfasst von Thomas.

 

Zuletzt geändert am 24.03.2021
Review: Beyond the Law (Blu-ray)

Leave A Reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Wir setzen Google Analytics, einen Webanalysedienst der Google Inc. („Google“) ein. Google verwendet Cookies. Wir setzen Google Analytics nur mit aktivierter IP-Anonymisierung ein.  Mehr Informationen zur Verwendung von Google Analytics finden Sie in unserer Datenschutzerklärung. Diese pseudonymisiert erhobenen Daten helfen uns, ein besser auf das Leser-Interesse abgestimmtes Programm anzubieten. Hier klicken um dich auszutragen.
Cookie Banner von Real Cookie Banner