Review: Bone Tomahawk (Blu-ray)

Das Blu-ray-Cover von "Bone Tomahawk" (© Constantin Film)

Das Blu-ray-Cover von “Bone Tomahawk” (© Constantin Film)

Inhalt: Rund um das Jahr 1800 ist in dem texanischen Kaff Bright Hope nicht viel los. Doch dann entweihen zwei Gangster (David Arquette, Sid Haig), die Grabstätte eines rückständigen, brutalen Stammes von Eingeborenen. Kurz darauf sind die ersten Dorfbewohner tot und die örtliche Ärztin Samantha (Lili Simmons, „True Detective“) und ein Deputy (Evan Jonigkeit) von Sheriff Hunt (Kurt Russell, „The Hateful 8“) sind spurlos verschwunden. Samanthas Mann Arthur (Patrick Wilson, „Insidious“), der eigentlich mit einer Beinverletzung flach liegt, Hunt, sein Assistent Chicory (Richard Jenkins, „Leben und Sterben in God’s Pocket“) und der gefürchtete Pistolero Brooder (Matthew Fox) machen sich als Suchtrupp auf dem Weg. Mit äußerster Vorsicht begeben sie sich hinter feindliche Linien. Als sie dann auf die Entführer treffen, beginnt ein Albtraum.

Kritik: 2011 hatte S. Craig Zahler das Drehbuch zu dem kleinen Horror-Thriller „The Incident“ beigesteuert. Mit dem Western „Bone Tomahawk“, bei dem er Autor und Regisseur war, stemmt er jetzt sein erstes Großprojekt. In den ersten Minuten wird gleich die recht rabiate Stimmung etabliert, wenn sich Exploitation-Legende Sid Haig und „Scream“-Star David Arquette recht blutig mit neuem Diebesgut versorgen. In den darauf folgenden Szenen werden zwei Sachen klar gestellt: Wir sind in einer klassischen Western-Welt. Diese ist aber ein bisschen schrulliger als gewohnt.

Von der Mais-Suppe, über den lustlosen Barpianisten (witzige Kurzrolle für James Tolkan) bis hin zum Flohzirkus nehmen die Bewohner jede Gelegenheit war, sich in Unterhaltungen die Zeit zu vertreiben. In den besten Momenten erinnert das Geschehen an Tarantino. Dann gibt es wieder Momente, wo die Unerfahrenheit von Zahler spürbar ist, da er kurze, dramaturgisch bedeutungslose Sequenzen viel zu lange hinzieht. Die ausufernden 132 Minuten Spielzeit hätten demnach durchaus knackiger ausfallen können.

Ein Sheriff und sein Deputy (© Constantin Film)

Ein Sheriff und sein Deputy (© Constantin Film)

Vor allem im Mitteldrittel bekommen die Zuschauer neben den geschwätzigen, etwas kauzigen Protagonisten noch ziemlich schicke Landschaftsaufnahmen zu sehen, die mit für die zähen Momente entschädigen. Als es dann zu einer Wendung im Schlussdrittel kommt, ist endgültig klar, dass hier ein in allen Belangen ungewöhnlicher Film entstanden ist. In seinen finalen Zügen ist „Bone Tomahawk“ knallhart und teils auch noch ziemlich verstörend.

Vor allem in Anbetracht, dass es sich um einen Debütfilm handelt, kann sich Zahler auch abseits der Kurz-Auftritte auf ein namhafte Besetzung verlassen. Kurt Russell trägt als ernsthafter, kompromissloser Sheriff noch den Bart von „The Hateful 8“ auf und liefert auch hier eine ordentliche Vorstellung. Viel spaßiger ist aber Richard Jenkins, der – ungewohnt ebenfalls mit Vollbart – den herzensguten, wunderbar eigenwilligen Deputy Chicory spielt. Auch Matthew Fox als etwas selbstverliebter Revolverheld und Patrick Wilson in der Rolle des angeschlagenen Ehemanns der Entführten liefern gute Leistungen. Dazu kommt natürlich die talentierte Lili Simmons, die trotz ihres jungen Alters (Jahrgang 1993) eine durchaus glaubwürdige Dorf-Ärztin spielt.

Mit ein bisschen mehr Erfahrung und Entschlossenheit an der Schnittschere, hätte „Bone Tomahawk“ wohl ein noch besserer Film werden können. Doch trotz seiner Längen ist der Film ein unkonventionelles, schräges Erlebnis, das mit prominenten Darstellern und selten gesehenen Tempo-Wechseln zumindest einen Blick wert ist.

"Lost" im Wilden Westen (© Constantin Film)

“Lost” im Wilden Westen (© Constantin Film)

Der Film ist ab dem 21.01.2016 auf DVD und Blu-ray erhältlich.

3,5 von 5 Punkten

 

Bild: Die Zuschauer bekommen durchgängig ziemlich scharfe und detailreiche Bilder zu sehen. Es gibt vermehrt warme Farben, die aber alle kräftig und natürlich wirken. Ein solider Schwarzwert und sauber eingestellte Kontraste geben keinerlei Grund zur Kritik. Darüber hinaus ist das Bild rauscharm, sauber und frei von erwähnenswerten Fehlern.

4 von 5 Punkten

Ton: Der deutsche und der englische DTS-HD 5.1-Ton sind absolut verlustfrei. Die Dialoge sind immer gut zu verstehen. Umweltgeräusche wie das Pfeifen des Windes werden dynamisch über die Anlage verteilt. Schüsse und ähnliche sind schön kräftig und werden von sauberen Bässen unterstützt. Dazu kommen noch einige weitere Effekte, auf die aus Spoiler-Gründen nicht eingegangen werden kann.

4 von 5 Punkten

Extras: Mit Ausnahme von ein paar Trailern gibt es keine Bonusmaterialien.

1 von 5 Punkten

Gesamt: 3,5 von 5 Punkten


Quelle: Constantin Film, YouTube

Bone Tomahawk

Originaltitel:Bone Tomahawk
Regie:Craig Zahler
Darsteller:Kurt Russell, Patrick Wilson, Matthew Fox, Richard Jenkins
Genre:Western, Horror
Produktionsland/-jahr:USA, 2015
Verleih:Constantin Film
Länge:132 Minuten
FSK:ab 18 Jahren

[amazon_link asins=’B0186VAZYA,B019IZ80RW,B0186VAZZO’ template=’ProductCarousel’ store=’l0f71-21′ marketplace=’DE’ link_id=’01a0729c-f3b2-11e7-b73a-2de26e1e062e’]

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 24.01.2016
Review: Bone Tomahawk (Blu-ray)

Leave A Reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Mehr Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen