Review: Daddy’s Home 2 (Kino)

Das Plakat von "Daddy's Home 2" (© Paramount Pictures Germany)

Das Plakat von “Daddy’s Home 2” (© Paramount Pictures Germany)

Inhalt: Nach einem regelrechten Kleinkrieg haben Brad Whitaker (Will Ferrell, „Zoolander 2“), der biedere Neu-Ehemann von Sara (Linda Cardellini, „The Founder“), und der coole Ex Dusty Mayron (Mark Wahlberg, „Boston“) mittlerweile Freundschaft geschlossen. Sie teilen sich friedlich den Job als Co-Väter. Da Dusty inzwischen mit der schönen Karen (Alessandra Ambrósio) verheiratet ist, herrscht ein Weihnachten aber immer Chaos, da die Kinder bei zwei Familien unterkommen müssen. Um auch das zu ändern, planen Dusty und Brad ein gemeinsames Fest von beiden Familien. Dabei ahnen sie aber noch nicht, dass noch eine Erweiterung der Runde bevorsteht: Don (John Lithgow, „Dexter“), der geschwätzige und anhängliche Vater von Brad, sowie Kurt (Mel Gibson, „Get the Gringo“), Vater von Dusty und sarkastisches Testosteron-Wunder, kommen überraschend zu Besuch. Gemeinsam fährt die ganze Familie zu einer luxuriösen Schneehütte. Da schon bald Welten aufeinander prallen, rückt ein entspanntes Weihnachtsfest in weite Ferne.

Kritik: 2015 wurden im ersten „Daddy’s Home“ Mark Wahlberg und Will Ferrell als vollkommen unterschiedliche Väter aufeinander losgelassen. Obwohl das Ergebnis alles andere als beeindruckend war, sorgte der kommerzielle Erfolg dafür, dass die Geschichte von Dusty und Brad jetzt fortgesetzt wird. Wie im Vorgänger hat erneut Sean Anders die Regie übernommen. Die Erwartungen, dass die formelhafte Komödie im zweiten Teil deutlich besser wird, dürfte wohl kaum jemand gehabt haben. Tatsächlich scheinen die Macher aber aus ihren Fehlern gelernt zu haben. Obwohl auf ähnlich gelagerten Slapstick-Humor abgezielt wird, ist der Film weit lustiger und in allen Belangen besser. Schon in der noch recht gemächlichen Anfangsphase gelingt es, ein paar Momente zu produzieren, in denen das Publikum immerhin schon einmal grinsen darf.

Sobald die Familie dann im Weihnachtsurlaub angekommen ist, findet „Daddy’s Home 2“ das Gaspedal. Zwischen überdrehtem Klamauk, Situationskomik und drolligen Wortwitzen findet der Film erstaunlich treffsicheren Humor, der gerade in seinen kleinen Momenten zum Ausdruck kommt. So gelingt es – im kompletten Gegensatz zum Vorgänger – die Figuren wirklich nahbar und sympathisch zu machen. Wie im ziemlich ähnlichen (aber weniger überzeugenden) „Bad Moms 2“ sind hier die Eltern der Protagonisten der Schlüssel zum Erfolg. Während sich halb Hollywood gerade von einem Skandal zum nächsten hangelt, scheint ausgerechnet Skandalnudel Mel Gibson wieder auf den Füßen zu landen. Als Vater von Dusty punktet er mit bissigem Humor und herrlich überzeichneter Egomanie. So sichert sich Gibson ein paar der besten Szenen im Film. Auch John Lithgow, dessen komödiantischen Qualitäten ohnehin über jeden Zweifel erhaben sind, liefert als redseliger Softie Don einen klasse Part.

Drei Väter, drei nutzlose Ratschläge (© Paramount Pictures Germany)

Drei Väter, drei nutzlose Ratschläge (© Paramount Pictures Germany)

Da stehen Mark Wahlberg und Will Ferrell zwar hinten an. Dennoch gelingt es beiden problemlos, deutlich mehr aus ihren Charakteren zu holen. Linda Cardellini und Alessandra Ambrósio bekommen ihren eigenen Konkurrenzkampf spendiert, der aber ein Nebenschauplatz bleibt. Dafür darf Wrestler John Cena („Dating Queen“) in einer etwas größeren Rolle wieder einmal zeigen, dass er durchaus lustig ist. Der Höhepunkt dürfte ein herrlich skurriler Cameo-Auftritt rund um einen fiktiven Film sein, den sich wohl jeder Zuschauer danach in Realität wünscht. Wenn es zu den unvermeidbar schmalzigen Momenten kommt, hat sich der Film die Sequenzen mit guter Vorarbeit verdient. Auch der Abschlussgag, der zwar etwas gezwungen daher kommt, sorgt noch einmal für einen aufrichtigen Lacher.

Obwohl sich der Film eine zweite Chance wahrlich nicht verdient hat, wurde diese genutzt. „Daddy’s Home 2“ überrascht mit deutlich besser ausgearbeiteten Figuren und einem Humor, der in den lauten und den leisen Momenten erstaunlich treffsicher ist. Die beiden Veteranen Mel Gibson und John Lithgow bringen die Geschichte mit spielfreudigen und urkomischen Auftritten im Alleingang auf ein ganz anderes Level. Auf diese Art entpuppt sich der Film vollkommen unerwartet als eine der besten Mainstream-Komödien des Jahres.

4 von 5 Punkten


Quelle: Paramount Pictures, Leinwandreporter TV, YouTube

DADDY´S HOME 2 - Mehr Väter, mehr Probleme!

Originaltitel:DADDY´S HOME 2
Regie:Sean Anders
Darsteller:Will Ferrell, Mark Wahlberg, Linda Cardellini, John Cena,
John Lithgow, Mel Gibson
Genre:Komödie
Produktionsland/-jahr:USA, 2017
Verleih:Paramount Pictures
Länge: 98 MinutenFSK: ab 12 Jahren
Kinostart: 07.12.2017

Mehr Informationen findet ihr auf der Facebook-Seite des Films

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 06.12.2017
Review: Daddy’s Home 2 (Kino)

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