Review: Angel has fallen (Kino)

Das Hauptplakat von "Angel has fallen"  (© Universum Film GmbH)

Das Hauptplakat von “Angel has fallen” (© Universum Film GmbH)

Inhalt: Seit Jahren hält Mike Banning (Gerard Butler, „Criminal Squad“) für den Secret Service die Knochen hin und konnte bereits zwei Mal das Leben des damaligen US-Präsidenten retten. Nun soll er sich mehr um administrative Aufgaben in der Organisation kümmern, was ihm anhand seiner familiären Verpflichtungen gar nicht ungelegen kommt. Doch die angedachte Ruhe ist bald Geschichte: Bei einem perfiden Attentat auf Präsident Trumbull (Morgan Freeman, „Abgang mit Stil“) werden mit Ausnahme von Banning alle Wachleute getötet – wodurch er zum Hauptverdächtigen wird. Banning taucht unter und versucht, die wirklichen Drahtzieher auf eigene Faust zu überführen.

Kritik: Als Antoine Fuqua 2013 „Olympus has fallen“ veröffentlichte, waren die meisten Action-Fans von der altmodischen One-Man-Army-Geschichte um Gerard Butler durchaus angetan. Die grundsolide Fortsetzung „London has fallen“ erhielt ebenfalls nennenswerten Publikumszuspruch. Aus diesem Grund wurde jetzt ein – mit 80 Millionen US-Dollar beachtlich budgetierter – dritter Teil nachgelegt. Mit dem gelernten Stuntman Ric Roman Waugh, der zuletzt mit „Shot Caller“ und „Snitch – Ein riskanter Deal“ zwei ziemlich brauchbare Filme abgeliefert hatte, wurde ein (auf dem Papier) passender Regisseur gefunden. Leider wird es schnell und schmerzhaft klar, dass dieser Plan so gar nicht aufgehen will. Nach einer scheußlich gefilmten Einleitungssequenz, deren tieferer Sinn sich erst nach ein paar äußerst verwirrenden Minuten offenbart, entwickelt sich ein Film, der – auch nach Genre-Ansprüchen – an allen Ecken Probleme hat.

Vater und Sohn Banning  (© Universum Film GmbH)

Vater und Sohn Banning (© Universum Film GmbH)

Waugh greift auf die berühmt-berüchtigte „Wackelkamera“ zurück, um dem Zuschauer Dynamik vorzugaukeln. Dabei beschränkt er sich nicht darauf ,die reinen Actionszenen in diesem (für magenkranke Kinogänger nicht empfehlenswerten) Stil zu präsentieren. Selbst bei inhaltlich ruhigen Momenten muss man sich auf ein nervtötend „bewegliches“ Bild einrichten. Beim Wechsel der Prämisse von „Stirb langsam“ zu „Auf der Flucht“ bleibt der bis dahin verlässliche Spaßfaktor über lange Phasen auf der Strecke. Der tempoarme „Angel has fallen“ gibt dem Publikum während der erstaunlich drögen 121 Minuten zu viel Zeit, über die (im Brustton der Überzeugung erzählte) Absurdität nachzudenken. In dem übel konstruierten, vor Pathos strotzendem Plot häufen sich die Belanglosigkeiten, die zu selten von nettem Blödsinn begleitet werden. Trotz seiner Stuntman-Vergangenheit liefert Waugh wenig ansehnliche (aufgrund teils völliger Dunkelheit auch im wörtlichen Sinn), ohne Esprit inszenierte Action-Sequenzen, die auch noch unter schwachen Effekten leiden.

Trotz bekannter Namen gibt es auch darstellerisch wenig zu berichten. Gerard Butler gibt eine solide, nahezu humorfreie Variation seines Macho-Helden. Der ambitionierte Versuch, dem in den Vorgängern bewusst zweidimensional gehaltenen Mike Banning menschliche Tiefe zu geben, funktioniert nicht. Neben ihm kehrt aus den Vorgängern nur Morgan Freeman zurück, der in seiner Rolle als US-Präsident merklich auf Autopilot läuft und gar nicht vorgibt, im Film mehr als einen Gehaltsscheck zu sehen. Danny Huston („Wonder Woman“) hat keinerlei Gelegenheit, aus seinem schlecht geschriebenen Antagonisten einen brauchbaren Part zu machen. Ein kaum verständlich nuschelnder, aber aufrichtig bemühter Nick Nolte („Under Fire – Unter Feuer“) sorgt als Einsiedler mit Zottelbart zumindest für ein wenig Unterhaltungswert. Dazu ist noch Jada Pinkett Smith („Bad Moms“) in einer undankbaren Rolle als (ungewollt) inkompetente FBI-Agentin, die für vergessliche Zuschauer immer wieder den Plot zusammenfasst, zu sehen.

Natürlich sollten bei einem Film dieser Art Werte wie innere Logik und Tiefgang nicht zu hoch gewichtet werden. Im Gegensatz zu seinen Vorgängern (oder auch zu aktuellen Werken wie „Fast & Furious – Hobbs & Shaw“) gelingt es bei „Angel has fallen“ nicht, die alberne Ausgangslage für einen ordentlichen „No Brainer“ zu nutzen. Was bleibt, ist schwach inszenierte, spannungsarme Action-B-Ware, die sich auf der Grenze zum reinen Ärgernis bewegt.

1,5 von 5 Punkten


Quelle: Universum Film, Leinwandreporter TV, YouTube

Angel Has Fallen

Originaltitel:Angel Has Fallen
Regie:Ric Roman Waugh
Sprecher:Gerard Butler, Morgan Freeman, Jada Pinkett Smith, Nick Nolte, Danny Huston
Genre:Action
Produktionsland/-jahr:USA, 2019
Verleih:Universum Film
Länge:121 Minuten
FSK:ab 16 Jahren
Kinostart:29.08.2019

Mehr Informationen findet ihr auf der Seite von Universum Film

Verfasst von Thomas.

 

Zuletzt geändert am 26.08.2019
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