Review: London has fallen (Blu-ray)

Das Blu-ray-Cover von "London has fallen" (© Universum Film)

Das Blu-ray-Cover von “London has fallen” (© Universum Film)

Inhalt: Nach seiner gewagten Rettungsaktion bei der Attacke der Terroristen aufs weiße Haus ist Mike Banning (Gerard Butler, „Gods of Egypt“) der vielleicht engste Vertraute von Präsident Asher (Aaron Eckhart, „Rum Diary“) geworden. Obwohl sich Mike schon sehr auf die nahende Geburt seines Kindes freut, muss er nach Europa, als der Präsident zum Begräbnis des britischen Premierministers nach London fahren möchte. Doch obwohl vor Ort die Vorsichtsmaßnahmen gigantisch sind, hat der Sicherheitsexperte ein schlechtes Bauchgefühl, was auch bald bestätigt wird. Nach einer Abfolge gut koordinierter Anschläge ist eine Reihe von Staatsoberhäuptern tot und die Stadt versinkt im Chaos. Mike und Asher können sich vor der ersten Attacke retten, hängen aber in einem London fest, das von Feinden kontrolliert wird, die auch keine Kommunikation mit der Außenwelt zulassen. Geschnappt zu werden ist keine Option, da das mit Sicherheit zu einer medienwirksamen Hinrichtung des US-Präsidenten führen würde. Während Vize-Präsident Trumbull (Morgan Freeman) von außen alles versucht, um zu helfen, muss Mike all seinen Einfallsreichtum und seine Nahkampf-Techniken aufbieten, damit sein Boss unbeschadet nach Hause kommt.

Kritik: Als vor drei Jahren „Olympus has fallen“ von Antoine Fuqua in die Kinos war, sorgte vor allem eines für Gesprächsstoff: Die nahezu deckungsgleiche Handlung zu Roland Emmerichs (etwas zahmerem) „White House Down“. Dennoch wurde der Film ein Erfolg, der es jetzt zu einer nicht direkt erwartbaren Fortsetzung gebracht hat. Für den iranisch-stämmigen Regisseur Babak Najafi war es der erste Film im amerikanischen Kino. Dabei darf er direkt ziemlich groß auffahren. Statt einem großen Gebäude ist jetzt die komplette britische Metropole Spielplatz für Mike Banning im Kampf gegen die Terroristen. Dass der Film dabei erstaunlich aktuelle, nicht einmal komplett unglaubliche Rahmenbedingungen für die (ansonsten natürlich maßlos überdrehte) Geschichte gibt, verleiht dem Werk eine beinahe politische Ebene. Die Action ist sauber inszeniert. Bei temporeichen Verfolgungsjagden, Schießereien und teils ziemlich brutalen Kampf-Szenen geht es hoch her. Vor allem diejenigen, denen die Daueranwesenheit von PG-13-Filmen aus diesem Bereich langsam zu viel wurde, werden diesbezüglich gut versorgt. Allerdings wirken viele Momente im späteren Verlauf der marginal existenten Handlung dann doch schon ein wenig redundant.

Mike muss Asher in Sicherheit bringen (© Universum Film)

Mike muss Asher in Sicherheit bringen (© Universum Film)

Die Hauptfigur Mike Banning ist noch ein Stück düsterer geworden, als es bei Teil 1 der Fall war. Neben den weiterhin hoch getakteten Einzeilern geht er hier noch rücksichtsloser und brutaler vor, was aber als Reaktion auf seine Erlebnisse nicht einmal unrealistisch wirkt. Wie das ganze Szenario nutzt sich aber auch der Protagonist ein wenig ab. Es ist keine große Neuigkeit mehr, dass Gerard Butler nicht unbedingt ein großer Charakterdarsteller ist. Der großmäulige Haudrauf ist aber ein Bestandteil seines Repertoires und funktioniert problemlos. Bei Aaron Eckhart reichen seine natürliche Autorität und gute Chemie mit Butler, um seine Figur ansprechend weiterzuführen. Ansonsten gibt es mit Morgan Freeman („Die Unfassbaren 2 – Now You See Me“), Charlotte Riley („Die Tore der Welt“), Melissa Leo („The Big Short“), Robert Forster („Intruders – Die Eindringlinge“), Angela Bassett („Survivor“) und Radha Mitchell („Frozen Ground“) noch eine ganze Reihe bekannter Namen, die aber kaum etwas zu tun bekommen.

Wer es positiv sehen will: „London has fallen“ ist rabiate und augenzwinkernde Action im Stil der 80er- und 90er-Jahre, bei der der Weg das Ziel ist. Selbstverständlich ist die Handlung streckenweise zum Himmel schreiender Blödsinn und es gelingt auch nicht ganz, die Qualitäten bis zum Ende durchzuhalten. Daneben gibt es auch noch reichlich Pathos-Quark, der dem Zuschauer präsentiert wird. Dennoch bleibt die Mischung unterhaltsam genug, um für den härter gesottenen Zuschauer recht vergnüglich zu bleiben.

Böse Jungs sind da nur ein bedingtes Hindernis (© Universum Film)

Böse Jungs sind da nur ein bedingtes Hindernis (© Universum Film)

Der Film ist ab dem 29.07.2016 auf DVD und Blu-ray erhältlich.

3 von 5 Punkten

 

Bild: Der Look des Filmes ist auf der Blu-ray absolut solide. Schärfe und Detaildarstellung sind mehrheitlich gut, auch wenn ein paar Momente ein wenig zu weich gezeichnet sind. Der Film kommt in warmen Farben, die immer ziemlich natürlich aussehen. Kontrasteinstellungen und Schwarzwert sind nicht ganz makellos, lassen aber auch keine große Kritik zu. Hier und da gibt es ein leichtes Bildrauschen, was aber nicht störend ins Gewicht fällt.

3,5 von 5 Punkten

Ton: Der deutsche und der englische DTS-HD MA 5.1-Ton werden einem modernen Actionfilm mehr als gerecht und sorgen stellenweise für ein wahres Soundgewitter. Hier wird geschossen gesprengt und Motoren zum Aufheulen gebracht, dass es ein wahre Freude ist. Dabei gibt es durchgängig dynamische räumliche Aktivität und wuchtige Bässe. Der Genre-typische Score wird ebenfalls sehr räumlich und sauber abgemischt präsentiert. In den extremsten Szenen wird es teilweise nicht ganz unproblematisch mit der Verständlichkeit der Dialoge, was aber gemessen an der Art des Filmes ein eher geringes Problem ist.

4,5 von 5 Punkten

Extras: Ein Making of (13 Minuten), Interviews mit Cast und Crew (47 Minuten), sowie zwei Featurettes (11 Minuten) komplettieren neben ein paar Trailern die Blu-ray.

3,5 von 5 Punkten

Gesamt: 3,5 von 5 Punkten


Quelle: Universum Film, Leinwandreporter TV, YouTube

London has fallen

Originaltitel:London has fallen
Regie:Babak Najafi
Darsteller:Gerard Butler, Aaron Eckhart, Morgan Freeman
Genre:Action
Produktionsland/-jahr:USA, 2015
Verleih:Universum Film
Länge:99 Minuten
FSK:ab 16 Jahren

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 24.07.2016
Review: London has fallen (Blu-ray)

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