Review: Gods of Egypt (Kino)

Das Kino-Plakat von "Gods od Egypt" (© Concorde Filmverleih)

Das Kino-Plakat von “Gods od Egypt” (© Concorde Filmverleih)

Inhalt: Im antiken Ägypten leben Götter und Menschen Seite an Seite. Gerade als der beliebte Halbgott Horus (Nikolaj Coster-Waldau, „Game of Thrones“) zum König gekrönt werden soll, zettelt sein Onkel Bet (Gerard Butler, „Olympus has fallen“) einen Putsch an und blendet Horus. Jahre später ist fast das ganze Land von Bet versklavt worden. Der geschickte junge Dieb Bek (Brenton Thwaites, „Son Of A Gun“) und seine Freundin Zaya (Courtney Eaton) genießen das Leben so gut sie können, fassen aber den Plan, das gut bewachte Auge des Horus zu stehlen, damit dieser gegen Bet in den Kampf ziehen kann. Als Zaya ihr Leben verliert und der Diebstahl gelingt, sucht Bek die blinde Gottheit auf und bietet ihm einen Deal an: Er unterstützt ihn beim Weg zurück an die Macht, wenn Horus ihm das Leben von Zaya zurückbringt. Gemeinsam zieht das ungleiche Duo los, um für einen erneuten Umsturz des Systems zu sorgen. Von Bets Männern gejagt, müssen die beiden zahlreiche Opfer bringen, um eine Chance auf das Glück des Landes zu erhalten.

Kritik: Im Jahr 1994 wurde Regisseur Alex Proyas mit dem düsteren Fantasy-Film „The Crow“ bekannt, der schon lange – nicht nur wegen des tragischen Schicksals von Hauptdarsteller Brandon Lee – verdienten Kult-Status genießt. Danach nutzte Proyas seinen Namen, um in regelmäßigen Abständen mehr („I, Robot“) oder weniger („Know1ng“) gelungene Filme zu drehen. Seit dem Jahr 2009 war er aber nicht mehr aktiv, bevor er jetzt mit diesem Fantasy-Abenteuer zurückkehrte. Mit 140 Millionen US-Dollar Budget und dem visuellen Geschick des Filmemachers schienen hier zumindest die Schauwerte gesichert. Wie falsch die Prognosen liegen sollten, zeigt sich bereits nach einigen Minuten des Filmes. Fast das komplette Geschehen wurde vor einem Green-Screen gedreht, was „Gods of Egypt“ in jeder Szene anzumerken ist. Die Qualität der Computer-Effekte ist bestenfalls mittelmäßig, weswegen der Film unglaublich künstlich aussieht.

Gerard Butler darf den Fiesling geben (© Concorde Filmverleih)

Gerard Butler darf den Fiesling geben (© Concorde Filmverleih)

Es gibt ein paar nette Momente, wie die gelungene Reise durch eine Dämonenwelt, in denen der Film doch recht gut aussieht. Im Gegenzug existieren haufenweise Sequenzen, in denen die Darsteller merklich nicht in die Landschaft eingebettet sind. Das Design der Monster und Gottesgestalten ist dermaßen einfältig ausgefallen, dass in Verbindung mit der durchwachsenen Animation Erinnerungen an die Playstation 2 wach werden. Auch die albern choreographierten Kampfszenen lassen bezweifeln, dass hier wirklich ein großes Budget zum Einsatz gekommen ist. So sorgt der Film schon optisch für unfreiwillig belustigende Momente. Für den Rest zeichnet sich das komplett chaotische Drehbuch verantwortlich. Wer versucht, bei dieser göttlichen Schnitzeljagd den Überblick zu behalten, wird bald nah an der Verzweiflung sein. Tatsächlich gibt es sogar Momente im Film, die lustig sein sollen. Die Gags gehen natürlich in einer Tour daneben, werden aber dadurch aufgefangen, dass eigentlich ernste Momente durch alberne Handlungs-Zufälle oder die Qualität der Dialoge in Comedy-Gold verwandelt werden. Ein absolutes Highlight sind da die Fallen und Schwierigkeiten, die Bek und Horus überwinden müssen, die öfters eher an Geschicklichkeits- und Rätsel-Übungen erinnern.

Wirkt fast echt - aber auch nur fast (© Concorde Filmverleih)

Wirkt fast echt -- aber auch nur fast (© Concorde Filmverleih)

Schauspielerisch gibt es natürlich nicht viel zu gewinnen. Was aber Gerard Butler für eine (Nicht-)Leistung abliefert, sticht schon heraus. Neben seiner recht deplatzierten Gestik und der fast nicht vorhandenen Mimik macht er vor allem in der Originalfassung Freude, wo er scheinbar nicht einmal probiert, seinen schottischen Akzent zu unterdrücken. Etwas besser macht es da Nikolaj Coster-Waldau, der als Gottheit auf Rachefeldzug souverän seine Jaime Lannister-Routine abspult. Brenton Thwaites hat sein Potenzial bereits angedeutet, muss sich hier aber als sprücheklopfender Verschnitt von Aladin verschleißen lassen. An seiner Seite bleibt für Courtney Eaton der dankbare Job des Blickfangs. Aus welchem Grund sich der Oscar-nominierte Charaktermime Geoffrey Rush (abseits des Portemonnaies) dazu bereit erklärt hat, einen in CGI-Flammen gehüllten Sonnengott Ra zu spielen, wird eine der vielen unbeantworteten Fragen des Filmes bleiben.

Es kommt selten vor, dass ein Big Budget-Projekt dieses Ausmaßes derartig konsequent auf allen Ebenen des Filmemachens versagt. Das sorgt aber auch dafür, dass „Gods of Egypt“ trotz 127 Minuten Spielzeit – im Gegensatz zu „Fantastic Four“ im vergangenen Jahr -- konsequent unterhält. Als abrundendes Bonbon ist im ganzen Film kein einziger ägyptischer Darsteller zu sehen. So entsteht ein Machwerk, dass man gesehen haben muss, um es in seiner ganzen Fürchterlichkeit zu begreifen. Auch wenn die Gründe komplett anders sind, könnte Proyas auf diese Art versehentlich ein neuer Kultfilm gelungen sein.

1,5 von 5 Punkten


Quelle: Concorde Filmverleih, Leinwandreporter TV, YouTube

Gods of Egypt

Originaltitel:Gods of Egypt
Regie:Alex Proyas
Darsteller:Gerard Butler, Nikolaj Coster-Waldau, Brenton Thwaites, Chadwick Boseman, Elodie Young, Courtney Eaton, Geoffrey Rush
Genre:Fantasy, Action
Produktionsland/-jahr:USA, 2015
Verleih:Concorde Filmverleih
Länge: 127 MinutenFSK: ab 12 Jahren
Kinostart: 21.04.2016
Homepage:Gods of Egypt

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 16.03.2016
Review: Gods of Egypt (Kino)

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