Review: White House Down (Kino)

Das Hauptplakat von "White House Down" (Quelle: Sony Pictures Germany)

Das Hauptplakat von „White House Down“ (Quelle: Sony Pictures Germany)

Inhalt: Der Washingtoner Polizist John Cale (Channing Tatum, „G.I. Joe 3D: Die Abrechnung“) und Personenschützer von Präsidenten-Sprecher Raphelson (Richard Jenkins) träumt schon lange davon, für den Secret Service als Personenschützer von Präsident James Sawyer (Jamie Foxx, „Django Unchained“) zu arbeiten. Das wäre seine einzige Möglichkeit, um seiner in die Politik vernarrten Tochter Emily (Joey King, „Crazy, Stupid, Love.“) etwas näher zu kommen. Als er abgelehnt wird, möchte er Emily möglichst schonend an die eigene Niederlage heranführen, und startet mit ihr eine geführte Tour durchs Weiße Haus. Während dieser Tour wird das Gebäude auf einmal von einer terroristischen Gruppe überfallen und besetzt. Überall im Land bricht Chaos aus wegen dieser überraschenden Attacke. Nun liegt es an dem verschmähten Cale, die eigene Tochter, den Präsidenten und die Sicherheit des Landes zu retten.

 

Kritik: Nach „Anonymous“ kehrt Roland Emmerich („Universal Soldier“) zu dem zurück, was er am besten kann: Einfach gestrickte, spektakuläre Bombast-Action. „White House Down“ erscheint zwar zwei Monate nach dem handlungstechnisch fast identischen „Olympus Has Fallen – Die Welt in Gefahr“ entscheidet das Elefantenrennen gegen den blutrünstigeren und pathetischeren Konkurrenten aber knapp für sich. Nach einer etwas zu langen Einleitung erleben wir handfeste Action, die vor allem für Fans von 90er-Jahren Genrefilmen mit viel Explosionen und coolen Sprüchen punktet. Mit der Zerstörungswut ist „White House Down“ aber deutlich sparsamer als die Materialschlachten „Man of Steel“ und „Pacific Rim“. Hier entwickelt sich ein gnadenlos überzogenes, aber in sich stimmiges Popcornerlebnis, das in den letzten 90 Minuten extrem kurzweilig ist. Ein Grund dafür ist die ungewohnt humorvolle Inszenierung Emmerichs.

Viele Zitate und etwas eindimensionale Figuren – trotzdem alles gut

Cale und Präsident Sawyer gehen in Deckung (Quelle: Sony Pictures Germany)

Cale und Präsident Sawyer gehen in Deckung (Quelle: Sony Pictures Germany)

Roland Emmerich bedient sich hier deutlich an Leitmotiven aus „The Rock“, „Con Air“, „Stirb Langsam“ und Co., verwendet diese aber so gekonnt, dass hier einer der spaßigsten Actionstreifen 2013 entsteht. Wenn der Präsident am Telefon in der Warteschleife steckt, Cale auf dem Rasen des Weißen Hauses Verfolgungsrennen fährt, oder Kampfjets durch die Straßen von Washington D.C. donnern, ist der Film beste Unterhaltung. Auch die recht platten Figuren machen dem keinen Abbruch. Zum Glück wirken die meisten Szenen handgemacht, da das CGI für einen 150 Millionen US-Dollar-Film eher durchwachsen ist.

Mit diesem Kerl sollte man sich nicht anlegen (Quelle: Sony Pictures Germany)

Mit diesem Kerl sollte man sich nicht anlegen (Quelle: Sony Pictures Germany)

Channing Tatum und Jamie Foxx sind ein tolles Duo, die wirklich stark harmonieren und mit gutem Timing sich die Dialogbälle zuspielen. James Woods („Straw Dogs – Wer Gewalt sät“) als alternder Fiesling ist immer noch ein lohnender James Woods, da er hier zumindest zeitweise seine ganz Qualität ausspielt. Joey King beweist als kleine Emily, dass sie zu den talentiertesten Jungschauspielerinnen Hollywoods gehört. Nebendarsteller wie Maggie Gyllenhall („The Dark Knight“) und Richard Jenkins („Killing them Softly“) machen sowieso jeden Film besser und der Australier Jason Clarke („Der große Gatsby“) schafft es auch immer mehr, sich in Hollywood zu etablieren. Lance Reddick, der seit 10 Jahren als Führungskraft in den (sehr unterschiedlichen) Polizeiserien „The Wire“ und „Fringe – Grenzfälle des FBI“ unterwegs ist, darf hier einen stringenten General spielen. Die Serien-Schauspieler Jimmi Simpson („Psych“) und Kevin Rankin („Justified“) ergänzen als überdrehte Bösewichter die prominente Besetzung.

Natürlich ist „White House Down“ kein Meisterwerk, da es weder unkonventionell noch neuartig wirkt, die Grundstory, Hand aufs Herz, grenzdebil ist und den einen oder anderen Fehler beinhaltet. Wenn ein Actionfilm durchgehend so spannend, lustig und unterhaltsam wie dieser ist, hat der Regisseur definitiv einen guten Job gemacht. Das es Roland Emmerich sogar noch gelingt, hier ohne Rassismus und mit recht wenig Pathos auszukommen, hat eine besonders lobende Erwähnung verdient.

3,5 von 5 Punkten


Quelle: Sony Pictures Germany, YouTube

White House Down

Originaltitel:White House Down
Regie:Roland Emmerich
Darsteller:Channing Tatum, Jamie Foxx, Maggie Gyllenhall
Genre:Action
Produktionsland/-jahr:USA, 2013
Verleih:Sony Pictures Germany
Länge:131 Minuten
FSK:ab 16 Jahren
Kinostart:05.09.2013

 

Mehr Information gibt es auf der Seite von Sony Pictures

Leave A Reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Wir setzen Google Analytics, einen Webanalysedienst der Google Inc. („Google“) ein. Google verwendet Cookies. Wir setzen Google Analytics nur mit aktivierter IP-Anonymisierung ein.  Mehr Informationen zur Verwendung von Google Analytics finden Sie in unserer Datenschutzerklärung. Diese pseudonymisiert erhobenen Daten helfen uns, ein besser auf das Leser-Interesse abgestimmtes Programm anzubieten. Hier klicken um dich auszutragen.