Review: Straw Dogs – Wer Gewalt sät (Blu-ray)

David und Amy auf dem Weg in die Heimat (Quelle: Sony Pictures)

David und Amy auf dem Weg in die Heimat (Quelle: Sony Pictures)

Nach Jahren der Abwesenheit kehrt die Schauspielerin und ehemalige Cheerleaderin Amy Sumner (Kate Bosworth, Lois Lane aus „Superman Returns“) mit ihrem Ehemann David (James Marsden, Cyclops aus den „X-Men“-Filmen) von Los Angeles in ihr Heimatdorf mitten im Süden der USA zurück. Sie möchte das Haus ihrer verstorbenen Eltern renovieren und David, ein erfolgreicher Drehbuchautor, eine Geschichte über Stalingrad zu Ende schreiben. Direkt am ersten Tag engagiert David Amys Ex-Freund Charlie (Alexander Skarsgard, „Melancholia“) und dessen Kumpels, um das Dach der Scheune zu reparieren. Nachdem zu Beginn das größte Problem des Paares darin besteht, sich an das Kleinstadtleben zu gewöhnen, fühlt sich die Gruppe um Charlie herum bald von Davids intellektueller Arroganz und Amys sehr freizügigem Kleidungsstil provoziert. Schon bald häufen sich bösartige Streiche und Attacken auf Amy und David, die diese aber zu ertragen versuchen. Erst als die Tochter des cholerischen Football-Coaches Tom Heddon (James Woods, Oscarnominierung für „Salvador“) verschwindet und die beiden in dessen Jagd auf den geistig zurückgebliebenen Jeremy Niles (Dominic Purcell, Lincoln Burrows aus „Prison Break“) verwickelt werden, eskaliert die Situation.

David und Amy treffen auf Amys Ex Charlie (Quelle: Sony Pictures)

David und Amy treffen auf Amys Ex Charlie (Quelle: Sony Pictures)

Im Jahr 1971 sorgte Sam Peckinpah mit seinem britischen Thriller „Wer Gewalt sät“ für einen handfesten Skandal. Die zynische Aussage des Films, dass jeder zu roher Gewalt fähig ist. Sorgte für eine jahrelange Verbannung auf die Indexe. Mittlerweile gilt der Peckinpah-Film als Klassiker. Daher war es auch nur eine Frage der Zeit, bis diese Neuauflage von Rod Lurie („Nichts als die Wahrheit“) erscheinen musste.

Der Titel „Straw Dog“ steht für Männer, die früher für ein Talent verehrt wurden und danach in Vergessenheit gerieten. Ebenso erging es Charlie und seinen Freunden, die als Highschool-Footballer regionale Helden waren. Es ist positiv zu bemerken, dass sich Lurie mit eben solchen Problemen auseinandersetzt und den Film nicht auf die Gewaltszenen reduziert. Er schlägt ein angenehmes Erzähltempo an, indem er die Geschichte zunächst mit kleinen, ironischen Szenen über die Kleinstadtmentalität und die unbeholfenen Verbrüderungsversuche Davids mit den Arbeitern beginnt. Nach und nach wird der Film böser, härter und intensiver. Auch handwerklich wird die Südstaatenstimmung in sonnigen Bildern von Barbecues und Footballmatches gut etabliert.

Ein Schwede glänzt als Südstaatler

Charlie wird aufdringlich((Quelle: Sony Pictures)

Charlie wird aufdringlich( (Quelle: Sony Pictures)

Sunnyboy James Marsden wurde das große Erbe von Dustin Hoffman zugetragen, den gebeutelten Intellektuellen zu verkörpern. Natürlich kann er der damaligen Performance des Weltstars nicht ganz gerecht werden, punktet aber vor allem im letzten Drittel durch einen ungewohnt rabiaten Auftritt. Ähnlich überraschend ist der Auftritt von Kate Bosworth. Die zumeist als „Eye-Candy“ eingesetzte 29-Jährige kann hier mit überraschend vielseitigem Spiel punkten. Beide Darsteller können dennoch nicht mit Alexander Skarsgard mithalten. In der Rolle des Antagonisten Charlie agiert er nicht etwa als tumber Bösewicht. Er entwickelt aus dem Unverständnis Charlies, wie Amy den Schnösel David ihm vorziehen konnte, eine glaubwürdige Figur, die er mit sehr viel Charisma verkörpert. Skarsgard etabliert sich immer mehr als Schwedens neuer Superstar. Von Charlies Kumpels kann vor allem Rhys Coiro (Billy Walsh aus „Entourage“) als verlotterter Norman gefallen. Ein weiteres Highlight der Besetzung ist James Woods. Als versoffener und cholerischer Coach agiert er so diabolisch wie noch nie zuvor. Sehr gegen sein Rollenklischee besetzt, kann Dominic Purcell als zurückgebliebener Außenseiter Jeremy einen gelungenen Auftritt feiern. Für „The Shield“  Star Walton Goggins wäre eine längere Spielzeit als Jeremys Bruder wünschenswert gewesen.

In der Flut von Remakes der letzten Jahre befindet sich „Straw Dogs“ im oberen Bereich. Zwar ist der Film nicht ganz so tiefgründig und mitreißend wie das Original, aber trotzdem sehr unterhaltsam und kann mit einer ganzen Reihe gut aufgelegter Schauspieler punkten. Somit ist der Film eine positive Überraschung und nicht nur für Fans des Originals empfehlenswert.

4 von 5 Punkte

 

 

James Woods als  Ex-Coach Tom Heddon (Bildquelle: Sony Pictures)

James Woods als Ex-Coach Tom Heddon (Bildquelle: Sony Pictures)

Bild: Der Transfer ist sehr giut gelungen. Die Schärfe ist hervorragend, was zu sehr detailreichen Bildern führt. Über die gesamte Bilddauer ist ein leichtes Filmkorn zu erkennen, was bei den dunkleren Szenen minimal stört. Kontraste und Farbwahl sorgen für ein natürlich wirkendes Bild.

4,5 von 5 Punkten

Ton: Der englische und deutsche Ton liegt in DTS-HD MA 5.1 vor. Die Dialogwiedergabe ist problemlos verständlich. Die Effekte, die erst in der Schlussphase des Films zur Geltung kommen, sind präzise abgemischt und bieten sehr guten Surround-Sound.

4 von 5 Punkten

Extras: Es gibt einen sehr interessanten Audio-Kommentar von Rod Lurie, der auf die Vergleiche mit dem Original eingeht und einige nette Anekdoten erzählt. Dazu gibt es kurze Featurettes zu Besetzung, Remakes von Klassikern, Stunts und dem Szenenbild. Abgerundet werden die Extras vom Trailer.

3 von 5 Punkten

Gesamt: 4 von 5 Punkten


Quelle: Sony Pictures, YouTube

Straw Dogs – Wer Gewalt sät

Originaltitel:Straw Dogs
Regie:Rod Lurie
Besetzung:James Marsden, Kate Bosworth, Alexander Skarsgard
Genre:Psychothriller
Produktionsland/-jahr:USA, 2011
Verleih:Sony Pictures
Länge:109 Minuten
FSK:ab 16 Jahren

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