Review: Shot Caller (Blu-ray)

Das Blu-ray-Cover von "Shot Caller" (© Constantin Film)

Das Blu-ray-Cover von “Shot Caller” (© Constantin Film)

Inhalt: Jacob (Nikolaj Coster-Waldau, „Game of Thrones“) arbeitet bei einem großen Börsenunternehmen, verdient dabei viel Geld und genießt mit seiner schönen Frau Kate (Lake Bell) und dem gemeinsamen Sohn das Leben. Alles ändert sich, als er angetrunken einen Verkehrsunfall verschuldet, bei dem sein bester Freund (Max Greenfield) ums Leben kommt. Er wird zu sieben Jahren im Gefängnis verurteilt. Trotz großer Panik entschließt er sich dazu, sich während seiner Gefangenschaft nicht unterkriegen zu lassen. Durch seinen imposanten Auftritt verschafft er sich Zutritt in die rechtsradikale Gang von Bottles (Jeffrey Donovan, „Sicario“) und Shotgun (Jon Bernthal, „Baby Driver“). Unter dem Schutz der Gruppierung überlebt er zwar seine Haft, muss aber zahlreiche brutale Verbrechen begehen, die seine Strafe noch verlängern.

Als er Jahre später auf Bewährung entlassen wird, ist an eine Rückkehr ins normale Leben noch nicht zu denken, da seine Beschützer weiterhin seine Loyalität fordern und eine Weigerung desaströse Folgen hätte. Obwohl er unter ständiger Beobachtung des Polizisten Kutcher (Omari Hardwick) steht, soll gemeinsam mit dem jungen Howie (Emory Cohen, „Brooklyn – Eine Liebe zwischen zwei Welten“) einen großen Waffendeal organisieren. Nun entbrennt für Jacob ein Überlebenskampf an mehreren Fronten, bei dem ein hoher Preis unvermeidlich ist.

Kritik: Seit Mitte der 1980er-Jahre ist Ric Roman Waugh als Stuntmen in Hollywood aktiv. Schon 1996 wagte er (unter dem Pseudonym Alan Smithee) mit der Direct to Video-Produktion „Exit“ den Sprung auf dem Regiestuhl. Ebenso wie sein ungleich prominenter besetztes Zweitwerk „Shadows of Death“ sorgte es aber noch nicht für seinen Durchbruch in diesem Bereich. Es dauerte bis ins Jahr 2008, ehe er durch „Felon“ mit Stephen Dorff und Val Kilmer als Regisseur wirklich wahrgenommen wurde. Nach dem spannenden Action-Drama „Snitch – Ein riskanter Deal“ wurde „Shot Caller“ jetzt sein zweiter Gefängnisfilm nach „Felon“. Auf dem Papier sind die Ähnlichkeiten zwischen den beiden Werken durchaus beachtlich. Hier entscheidet er sich aber für eine noch dreckigere und härtere Erzählweise.

Von seinem alten Leben ist bei Jacob nicht mehr viel übrig (© Constantin Film)

Von seinem alten Leben ist bei Jacob nicht mehr viel übrig (© Constantin Film)

Die auf den ersten Blick eher hölzerne Storyline entpuppt sich als extrem unterhaltsam. Während Waugh zwischen Vergangenheit und Gegenwart springt, gelingt es ihm, die Entwicklung von Jacob vom braven Familienvater zum muskulösen, voll tätowierten Brutalo glaubhaft zu erzählen. Hierbei kann er sich voll und ganz auf Nikolaj Coster-Waldau verlassen, der – wenn er nicht gerade bei „Gods of Egypt“ chargiert – ein wirklich guter Schauspieler ist. Er schafft es, die komplette Verwandlung von Jacob stets so menschlich und nahbar zu verkörpern, dass jeder Zuschauer ihm mit Interesse auf dem Weg folgen dürfte. Neben Coster-Waldau versammeln sich weitere prominente Charakterköpfe, die ihren Teil zu einem temporeichen und kompromisslosen Films beitragen.

Jon Bernthal, der auch schon bei „Snitch“ dabei war, ist mittlerweile zu einer Art Archetyp für den rabiaten Jungen aus dem Leben geworden. Hier funktioniert er als Shotgun, der auf der Mitte der Karriereleiter in seiner Nazigang stehengeblieben ist. Jeffrey Donovan hat zuletzt im zweiten Jahr von „Fargo“ bewiesen, dass er als stoisch-psychotischer Gangster mit der einen oder anderen cholerischen Anwandlung eine gute Besetzung ist. Diesen Eindruck kann er hier unterstreichen. Emory Cohen kann auch hier wieder andeuten, dass er zu den großen Talenten seiner Altersklasse zählt. Lake Bell bekommt als entfremdete Ehefrau nicht sonderlich viel zu tun. Holt McCallany („Jack Reacher – Kein Weg zurück“) schafft es schon mit seiner reinen Physis, das Optimum aus wenigen Minuten Leinwand-Zeit zu holen. Die Spielzeit von Max Greenfield ist wie erwartet eher begrenzt ausgefallen. Neben Omari Hardwick, Benjamin Bratt („The Infiltrator“) und Matt Gerald („Die Vorsehung – Solace“) als Polizisten ergänzen noch Juan Pablo Raba („Six“) und Evan Jones („Guardians of the Galaxy Vol. 2“) eine ziemlich vielseitige Besetzung.

Grundsätzlich dürften die Erwartungen an einen Direct to DVD-Gefängnis-Thriller nicht gewaltig sein. Hier liegt es aber nicht nur an der guten Besetzung um Nikolaj Coster-Waldau, dass eine Kinoauswertung vollkommen gerechtfertigt gewesen wäre. Ric Roman Waugh bestätigt den positiven Trend seiner Filme und zeigt einen atmosphärischen, harten und enorm kurzweiligen Beitrag zum Subgenre, der noch einige Zuschauer positiv überraschen wird.

Wer diese Freunde hat, braucht keine Feinde mehr (© Constantin Film)

Wer diese Freunde hat, braucht keine Feinde mehr (© Constantin Film)

Der Film ist ab dem 02.09.2017 auf DVD und Blu-ray erhältlich.

4 von 5 Punkten

 

Bild: Der Film kommt in dem passenden, dreckigen Look. Bei Nahaufnahmen sind Schärfe und Detaildarstellung wirklich exzellent. Bei den (Halb-)Totalen wird die Brillanz dem allgemeinen Stil geopfert. Auch wenn öfters gelbe, braune und rote Töne vorherrschen, wirkt die Farbpalette immer natürlich. Kontraste und Schwarzwert wurden gut und kräftig eingestellt. Natürlich gibt es ein gewisses Maß an Körnung, was aber schlicht zum Gesamtbild des Filmes gehört.

4 von 5 Punkten

Ton: Der deutsche und der englische DTS-HD 5.1-Ton kommen verlustfrei daher. Selbstverständlich ist der Film nicht darauf ausgelegt, ein Effektfeuerwerk zu sein. Zumindest bei zwei Schießereien und einem Autounfall gibt es aber knackige Effekte zu hören. Score und Hintergrundgeräusche beziehen zumindest gelegentlich die äußeren Boxen mit ein. Im Zentrum der Tonpräsentation stehen ganz klar die Dialoge, die immer gut verständlich wiedergegeben werden.

3,5 von 5 Punkten

Extras: Eine Reihe an Interviews mit Cast und Crew (51 Minuten) sowie ein paar Trailer ergänzen die Blu-ray.

2,5 von 5 Punkten

Gesamt: 3,5 von 5 Punkten


Quelle: Constantin Film, YouTube

Shot Caller

Originaltitel:Shot Caller
Regie:Ric Roman Waugh
Darsteller:Nikolaj Coster-Waldau, Jon Bernthal, Lake Bell, Emory Cohen, Chris Browning, Matt Gerald
Genre:Action, Thriller
Produktionsland/-jahr:USA, 2017
Verleih:Constantin Film
Länge:121 Minuten
FSK:ab 16 Jahren

Mehr Informationen gibt es auf der Seite von Constantin Film

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Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 05.09.2017
Review: Shot Caller (Blu-ray)

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