Review: Shape of Water – Das Flüstern des Wassers (Kino)

Das Kino-Plakat von "Shape of Water" (© Twentieth Century Fox 2017)

Das Kino-Plakat von “Shape of Water” (© Twentieth Century Fox 2017)

Inhalt: Der Kalte Krieg läuft gerade auf Hochtouren, als die stumme, herzensgute Elisa (Sally Hawkins, „Maudie“) als Reinigungskraft in einer Forschungseinrichtung arbeitet. Ihr Nachbar Giles (Richard Jenkins, „Bone Tomahawk“) und ihre Kollegin Zelda (Octavia Spencer, „Hidden Figures – Unerkannte Heldinnen“) sind die einzigen Personen, die wirklich Notiz von ihrer Existenz nehmen und etwas Farbe in ihren tristen Alltag bringen. Doch dann kommt ein neues Forschungsobjekt an ihrem Arbeitsplatz an. Das geheimnisvolle Amphibien-Wesen (Doug Jones, „The Bye Bye Man“) soll neue Erkenntnisse bringen und möglichst im Kampf gegen Russland helfen.

Elisa ist fasziniert von der Kreatur und beginnt, ihre Pausen im Labor zu verbringen. Dabei bemerkt sie schnell, dass sie eine besondere Verbindung zu dem mysteriösen Wesen hat. Als das Experiment vorzeitig beendet und das Forschungsobjekt getötet werden soll, entschließt sich die Reinigungskraft, ihren Seelenverwandten eigenständig zu retten. Die Flucht gelingt, aber der gnadenlose Sicherheitschef Strickland (Michael Shannon, „Elvis & Nixon“) sorgt dafür, dass Elisa auch um ihr eigenes Leben fürchten muss.

Kritik: Der gebürtige Mexikaner Guillermo del Toro ist ein Filmemacher, der zu wirklich zauberhaften Produktionen in der Lage ist. Selbst eher konventionelle Filme wie zuletzt das Horror-Drama „Crimson Peak“ strahlen eine gewisse Magie aus. Bei seinem neuen Werk war schnell klar, dass hier mehr zu erwarten ist. Nachdem die Fantasy-Romanze bei ihrer Premiere in Venedig mit Preisen überhäuft wurde, wird wohl kaum eine Award-Zeremonie ohne die Nennung von „Shape of Water“ auskommen. Tatsächlich ist der Film das wahrscheinlich beste Werk in del Toros durchaus beachtlichem Lebenslauf. Ihm gelingt es, die kühle Welt des Films mit einem märchenhaften Ton anzureichern. Dabei erzählt er eine humorvolle und verträumte Geschichte und schreckt dabei nicht vor (sinnvoll eingesetzten) sexuellen und gewalttätigen Eskapaden zurück.

Elisa entdeckt das Amphibien-Wesen (© Twentieth Century Fox 2017)

Elisa entdeckt das Amphibien-Wesen (© Twentieth Century Fox 2017)

Auch wenn der eine oder andere Zuschauer bei manchen Szenen irritiert die Augenbraue hochziehen dürfte, entwickelt del Toro einen auf seine Art einzigartigen und dabei erstaunlich homogenen Film. Der wundervoll inszenierte Film entpuppt sich darüber hinaus als erstklassiges Darsteller-Kino. Gerade bei Protagonistin Sally Hawkins könnte wohl nur die starke Konkurrenz dafür sorgen, dass ihre Leistung nicht mit einem Oscar auszeichnet wird. Mit viel Würde, Ausstrahlung und Charme gelingt es ihr hier, diesen durchaus anspruchsvollen Film ohne Worte zu tragen. Dabei hat sie noch zahlreiche Kollegen an ihrer Seite, die im Prinzip jeden Film ein Stück besser machen und ebenfalls sensationell gut aufgelegt sind.

 

Giles ist Elisas engster Vertrauter (© Twentieth Century Fox 2017)

Giles ist Elisas engster Vertrauter (© Twentieth Century Fox 2017)

Richard Jenkins zeigt als einsamer Nachbar mit einer Vorliebe für Limetten-Kuchen erneut, was er für ein toller Charakterdarsteller ist. Einfühlsam und augenzwinkernd ergänzt er sich perfekt mit Hawkins. Ähnliches gilt für Octavia Spencer, die als redselige Powerfrau für einige der amüsantesten Momente im Film sorgt. Michael Shannon spielt als exzentrischer, ziemlich psychotischer Sicherheitschef Strickland eine absolute Paraderolle. Auch in leisen Tönen sorgt Michael Stuhlbarg („Call Me By Your Name“) als Doppelagent und freundlicher Wissenschaftler dafür, dass seine Rolle im Gedächtnis bleibt. Doug Jones verdient sich für seine gewohnt präsente Darstellung des Amphibien-Wesens ein Sonderlob. Ebenfalls prominente Darsteller wie Nick Searcy („Justified“), Lauren Lee Smith („Trick ’r Treat – Die Nacht der Schrecken“) und David Hewlett („Debug – Feindliches System“) ergänzen die Besetzung.

„Shape of Water – Das Flüstern des Wassers“ ist ein Film, der im Gedächtnis bleibt. Selbst wenn nicht einmal jede Note sitzt, ist del Toro ein unglaublich kreativer, stilistisch eindrucksvoller Film gelungen, der sich nicht davor scheut anzuecken und mit seinem herausragenden Ensemble zweifelsohne zu den besten Filme des Jahres gehört.

4,5 von 5 Punkten


Quelle: 20th Century Fox, Leinwandreporter TV, YouTube

Shape Of Water - Das Flüstern des Wassers

Originaltitel:The Shape Of Water
Regie:Guillermo del Toro
Darsteller:Sally Hawkins, Michael Shannon, Richard Jenkins, Octavia Spencer, Michael Stuhlbarg
Genre:Drama, Fantasy, Liebesfilm
Produktionsland/-jahr:USA, 2017
Verleih:20th Century Fox
Länge: 123 MinutenFSK: ab 16 Jahren
Kinostart: 15.02.2018

Mehr Informationen findet ihr auf der Seite von 20th Century Fox

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 07.02.2018
Review: Shape of Water – Das Flüstern des Wassers (Kino)

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