Review: Elvis & Nixon (Kino)

Das Kino-Plakat von "Elvis & Nixon" (© Universum Film)

Das Kino-Plakat von “Elvis & Nixon” (© Universum Film)

Inhalt: Im Jahr 1970 ist Elvis Presley (Michael Shannon, „Midnight Special“) der vielleicht größte Rockstar auf dem Planeten. Obwohl ihn jeder liebt, die Frauen ihm zu Füßen liegen und er steinreich ist, bleibt Elvis unzufrieden mit dem Leben. Hippies und Drogendealer sorgen seiner Meinung nach dafür, dass sein Heimatland vor die Hunde geht. Doch er hat auch schon eine Idee, wie er dem Land wieder in die Spur helfen kann. Er möchte FBI-Agent werden und undercover Bösewichter zu Strecke bringen. Seine Martial Arts- und Waffenkenntnisse sollen ihm dabei behilflich sein. Kurzerhand beauftragt er seine Freunde und Assistenten Jerry (Alex Pettyfer) und Sonny (Johnny Knoxville, „Skiptrace“), ihm bei US-Präsident Richard Nixon (Kevin Spacey, „Selfmade-Dad – Not macht erfinderisch“) eine Sprechstunde zu verschaffen. Obwohl Nixon überhaupt keine Lust hat, sich mit dem Musiker zu treffen, lässt er sich schließlich doch davon überzeugen, Elvis bei sich zu empfangen. Wieder Erwarten stellt sich heraus, dass der altmodische Politiker und der revolutionäre Rockstar weit ähnlicher sind, als es zunächst den Anschein hat.

 

Kritik: Wenn diese Geschichte komplett fiktiv wäre, würde sie wohl in die Kategorie „Was für ein Blödsinn!“ fallen. Tatsächlich gab es dieses Treffen zwischen Elvis und Nixon – einschließlich der Ambitionen des Kings auf eine Stelle als Federal Agent – tatsächlich. Unter der Regie von Liza Johnson ist ein schrilles Biopic entstanden, das sich hauptsächlich auf den Unterhaltungswert des Stoffes stützt und damit absolut richtig liegt. Der Zuschauer lernt einen schon etwas abgehalfterten Elvis kennen, der im Gegensatz zu seiner Musik reichlich konventionell und konservativ ist. Aus Wut über den Drogenkonsum im Land erschießt er mal eben seinen eigenen Fernseher und fasst seinen kuriosen Plan. Ganz beiläufig fängt der Film noch den Hype ein, der zu dieser Zeit immer noch um seine Person bestand. Der Superstar war ein Mann, der es nicht gewohnt war, „Nein“ zu hören und der ganz genau wusste, dass ihn ein Autogramm und ein Foto aus fast jeder Eskapade befreien können. Auf diese Art konnte es sich der Waffennarr sogar erlauben, Pistolen ohne großen Ärger an einen Flugzeug-Gateway oder aufs Gelände des weißen Hauses zu bringen.

Ein Rockstar und sein Präsident (© Universum Film)

Ein Rockstar und sein Präsident (© Universum Film)

So entwickelt sich ein streckenweise urkomischer Film, der den Ton der Zeit trifft, einen Weltstar in seinen sonderbaren späten Jahren porträtiert und auch seinen Einfluss in allen Bereichen gut herausstellt. Die von Evan Peters („X-Men – Apocalypse“) und Colin Hanks („Dexter“) verkörperten Berater des Präsidenten sind von dem recht absurden Meeting begeistert, da sie gute Presse für ihren Chef erwarten und selbst einmal Elvis treffen wollen. Wie so oft entpuppt es sich als Geniestreich, Michael Shannon in diesem – schon etwas schrägen – Part zu besetzen. Sein Elvis ist ebenso charismatisch wie weltfremd, was diese sonderbare Episode amerikanischer Geschichte äußerst spaßig werden lässt. Es ist schon mutig, einen Kevin Spacey – dessen bekannteste Rolle der letzten Jahre ein fiktiver US-Präsident ist – für einen realen US-Präsidenten zu besetzen. Doch hier zeigt sich wieder einmal, was für ein großer Darsteller Kevin Spacey ist, der die beiden Figuren derart unterschiedlich anlegt, dass neben dem gleichen Gesicht keine weiteren Gemeinsamkeiten zu finden sind. Neben Peters, Hanks, Alex Pettyfer und Johnny Knoxville, die allesamt sympathische aber zurückhaltende Auftritte haben, sind unter anderem Sky Ferreira („The Green Inferno“), Tracy Letts („Wiener Dog“) und Ashley Benson („Spring Breakers“) im Verlauf der 87 Minuten zu sehen.

Liza Johnson ist mit „Elvis & Nixon“ ein ungewöhnlicher, streckenweise absurder und ausgesprochen witziger Film gelungen. Sie lässt ihren beiden großartigen Hauptdarstellern reichlich Raum, um ihre Qualitäten auszuspielen und schafft es dabei, die optische wie inhaltliche Glaubwürdigkeit des Geschehens nie aus den Augen zu verlieren. Am Ende ist dieses Aufeinandertreffen weit besser, wie es sich die meisten erhofft haben dürften.

4 von 5 Punkten


Quelle: Universum Film, Leinwandreporter TV, YouTube

Elvis & Nixon

Originaltitel:Elvis & Nixon
Regie:Liza Johnson
Darsteller:Kevin Spacey, Michael Shannon, Alex Pettyfer, Johnny Knoxville, Colin Hanks
Genre:Biographie, Komödie
Produktionsland/-jahr:USA, 2016
Verleih:Universum Film
Länge: 87 MinutenFSK: ab 0 Jahren
Kinostart: 08.12.2016
Facebook-Page:Elvis & Nixon

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 06.12.2016
Review: Elvis & Nixon (Kino)

Leave A Reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Wir setzen Google Analytics, einen Webanalysedienst der Google Inc. („Google“) ein. Google verwendet Cookies. Wir setzen Google Analytics nur mit aktivierter IP-Anonymisierung ein.  Mehr Informationen zur Verwendung von Google Analytics finden Sie in unserer Datenschutzerklärung. Diese pseudonymisiert erhobenen Daten helfen uns, ein besser auf das Leser-Interesse abgestimmtes Programm anzubieten. Hier klicken um dich auszutragen.
Consent Management Platform von Real Cookie Banner