Review: Midnight Special (Kino)

Das Kino-Plakat von "Midnight Special" (© Warner Bros Pictures)

Das Kino-Plakat von “Midnight Special” (© Warner Bros Pictures)

Inhalt: Der junge Alton (Jaeden Lieberher) verfügt über ungewöhnliche, übersinnliche Fähigkeiten. Sein Ziehvater (Sam Shepard, „Cold in July“), der Anführer einer Sekte, hat ihn deswegen zu einer Art Prophet aufgebaut. Roy (Michael Shannon, „Die highligen drei Könige“) ist der echte Vater des Jungen. Gemeinsam mit seinem Kumpel Lucas (Joel Edgerton, „Jane Got A Gun“) entführt er Alton aus den Fängen der Sekte und will ihn verstecken, da mittlerweile auch die Regierung von den Begabungen des Kindes erfahren hat. So beginnt eine Jagd durchs ganze Land, die wegen einer Vision Altons ein festes Ziel hat. Das Schicksal des ganzen Planeten könnte davon abhängen.

Kritik: Drehbuch-Autor und Regisseur Jeff Nichols hat sich in den vergangenen Jahren in der Independent-Szene einen sehr guten Namen gemacht. Nach seinem eindringlichen Debüt-Film „Shotgun Stories“ wurden das Psycho-Drama „Take Shelter – Ein Sturm zieht auf“ und das Jugend-Abenteuer „Mud – Kein Ausweg“ zu Kritiker- und Festival-Lieblingen. Für seinen neuen Film geht er auf den ersten Blick ins Genre des Mystery-Thrillers, behält aber dabei den Kern eines Familiendramas bei, der bislang in all seinen Werken zu finden war. Vor allem wenn der Zuschauer noch wenig über den eigentlichen Inhalt weiß, ist „Midnight Special“ unheimlich und fesselnd. Schon bald ist klar: Weder die Entführer noch der eigenartige Junge, der nur im Dunklen vor die Tür darf und dabei immer eine Schwimmbrille trägt, sind wirklich bedrohlich. Hinter den Ecken warten Beamte des Geheimdienstes, religiöse Sonderlinge und vor allem die vereinende Angst vor dem Unbekannten. Mit ruhiger Eleganz führt Nichols durch die Handlung und lässt nur vereinzelt Informationen über den Jungen im Zentrum der Geschichte ans Licht kommen.

Ein etwas anderer Familienausflug (© Warner Bros Pictures)

Ein etwas anderer Familienausflug (© Warner Bros Pictures)

Dabei hat der Film (ähnlich wie seine Vorgänger) das gewisse Etwas, wobei die Handlung bei aller Ruhe an manchen Stellen beinahe zum Stillstand kommt. Die Suche nach einer Auflösung sorgt aber stets dafür, dass der Zuschauer der Geschichte weiter folgt. Wenn die Handlungsfäden dann zusammengeführt werden, hält der Film der aufgebauten Erwartung nicht wirklich Sstand. Bei einigen Zuschauern dürfte allein wegen der Optik schon eine Verbindung zu „A World Beyond“ entstehen, wobei das Finale hier – vor allem nach dem bis dahin Gezeigten – schon etwas platt wirkt.

Wie aus den Filmen von Jeff Nichols gewohnt, sind die Leistungen der Darsteller hervorragend. Im Zentrum steht natürlich der Kinder-Darsteller Jaeden Lieberherr. Zwischen altklug, intellektuell und sonderbar liefert er eine vielversprechende Leistung. Michael Shannon, der bislang bei allen Filmen von Nichols mitgespielt hat, agiert hier als wortkarger, geradliniger Vater auf gewohnt hohem Niveau. An seiner Seite spielt Joel Edgerton den gewissenhaften Lucas, der sichtbar Probleme hat, den ganzen Umfang der Situation zu realisieren. Er überzeugt ebenso wie Kirsten Dunst („Melancholia“), die als Mutter von Alton auch eine wichtige Rolle spielt.

Dieser NSA-Analyst möchte das Geheimnis des Jungen entschlüsseln (© Warner Bros Pictures)

Dieser NSA-Analyst möchte das Geheimnis des Jungen entschlüsseln (© Warner Bros Pictures)

Durchaus erstaunlich ist wieder einmal die Leistung von Adam Driver, der den meisten lange Zeit nur als Comedy-Darsteller mit dem Hang zum Nervigen bekannt war. Nach seinem zufriedenstellenden Auftritt als Bösewicht in „Star Wars – Das Erwachen der Macht“ zeigt er hier als NSA-Analyst einen mehr als brauchbaren Part. Sam Shepard beschränkt sich auf einen ziemlich kurzen Auftritt.

Jeff Nichols bleibt einer der ambitioniertesten Filmemacher seines Alters. Auch in „Midnight Special“ gelingt es ihm, ein fantasievolles, unkonventionelles Erlebnis zu liefern, das erneut durch gute Darstellerleistungen besticht. Leider schafft es der Film hier nicht, die gegebenen Erwartungen und Versprechen in einem etwas zu einfallslosen Finish einzulösen, weswegen der Mystery-Thriller am Ende nicht ganz an seine Vorgänger anknüpfen kann.

3,5 von 5 Punkten


Quelle: Warner Bros Pictures, Leinwandreporter TV, YouTube

Midnight Special

Originaltitel:Midnight Special
Regie:Jeff Nichols
Darsteller:Michael Shannon, Joel Edgerton, Kirsten Dunst, Adam Driver, Jaeden Lieberher, Sam Shepard, Bill Camp, Scott Haze, Paul Sparks
Genre:Mystery-Thriller
Produktionsland/-jahr:USA, 2015
Verleih:Warner Bros Pictures
Länge: 111 MinutenFSK: ab 12 Jahren
Kinostart: 18.02.2016

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 18.02.2016
Review: Midnight Special (Kino)

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