Review: The Bye Bye Man (Blu-ray)

Das Blu-ray-Cover von "The Bye Bye Man" (© Paramount Pictures)

Das Blu-ray-Cover von “The Bye Bye Man” (© Paramount Pictures)

Inhalt: Da sie das Studentenwohnheim leid sind, ziehen Elliot (Douglas Smith, „Ouija – Spiel nicht mit dem Teufel“), seine Freundin Sasha (Cressida Bonas) und sein bester Kumpel John (Lucien Laviscount) in ein großes, altes Haus in der Nähe des Campus. Zunächst sind sie sehr angetan von ihrer neuen Heimat. Das ändert sich, als sie im Keller einen Nachttisch entdecken, in dem sich eine Zeichnung mit den Worten „Sag es nicht. Denk es nicht.“ befindet. Auf der Rückseite ist eine Art Signatur „The Bye Bye Man“ zu finden. Fortan wird das Leben des Trios zu einem einzigen Albtraum. Merkwürdige und erschreckende Ereignisse im Haus paaren sich mit Halluzinationen, die die Studenten an den Rand des Wahnsinns bringen. Elliot beginnt, über den Bye Bye Man (Doug Jones) und seine Mythologie zu forschen und macht in paar schreckliche Entdeckungen. Gibt es überhaupt eine Chance, den teuflischen Fängen der Kreatur zu entkommen?

Kritik: 2017 ist ein durchaus interessantes Jahr für Horrorfans. So gibt es mit „Get Out“ und „It Comes at Night“ zwei der vielleicht besten Genre-Filme in langer Zeit. Im Gegenzug sind auch Filme wie „Rings“ und „Wish Upon“ erschienen, die an der Grenze zum Lächerlichen stehen. „The Bye Bye Man“ von Stacy Title reiht sich ziemlich eindeutig in die zweite Kategorie ein. Auch wenn der Titel allein vielen Schwierigkeiten machen dürfte, das Geschehen auf irgend eine Art ernst zu nehmen, wäre doch ein weit besserer Film möglich gewesen. So schaffte es „Candyman“ mit einer durchaus ähnlich Story, handwerklichem Geschick und Atmosphäre zum Kultfilm. Doch hier starten die Probleme schon am Anfang, wo der Film die sehr freigiebig benutzte „based on true events“ Beschriftung aufblinken lässt. Tatsächlich basiert die Geschichte auf einer düsteren Legende aus dem Raum Wisconsin und wurde von dem Horror-Autor Robert Damon Schneck in seinem Roman „The Bridge to Body Island“ verarbeitet.

Elliot wurd vom Bye Bye Man verfolgt (© Paramount Pictures)

Elliot wurd vom Bye Bye Man verfolgt (© Paramount Pictures)

Die Legende bietet genug Inhalt, um wirklich gemeinen Gänsehaut-Horror zu bieten. Doch scheinbar haben die Macher hier nur die Synopse übernommen und den Rest mit handelsüblichen PG-13-Genre-Versatzstücken (Séance inklusive) aufgefüllt. Es entwickelt sich ein durch und durch chaotischer Film, der Motive der Mythologie einbringt, diese aber nicht erklärt. Hier wird es leider sehr offensichtlich, wie ein Drehbuch aussieht, wenn keinerlei Mühe oder Gedanken in die Entstehung gesteckt wurden. Weshalb die immer wieder eingebrachten Züge eine so große Rolle spielen? Weshalb ein Albtraum, der das Trio nackt auf den Gleisen zeigt, einen Bezug zu irgend etwas haben soll? Mit solchen Kleinigkeiten hält sich „The Bye Bye Man“ nicht auf. Tatsächlich ist der Film erstaunlich unterhaltsam, was aber in keinster Weise für seine Qualitäten spricht. Der müde Jumpscare-Horror ist weit davon entfernt, spannend, gruselig oder irgendwie fesselnd zu sein. Dafür ist das Geschehen teilweise urkomisch.

Merkwürdiges Timing, eigenartige Schnitte, alberne Dialoge und eine Handlung, die den Namen nicht verdient hat, sorgen dafür, dass der Film unfreiwillig Lacher in Serie produziert. Die Hauptfiguren sind so flach und eindimensional, dass sie ohne aufzufallen mit den Kollegen aus „Rings“ die Filme tauschen könnten. Die größte Errungenschaft von Douglas Smith, Cressida Bonas und Lucien Laviscount dürfte es gewesen sein, ohne Grinsen im Gesicht den Namen Bye Bye Man auszusprechen. Aus unerfindlichen Gründen geben auch noch wirklich prominente Darstellerinnen ihren Namen für den Film her. So istCarrie-Ann Moss> („Fido – Gute Tote sind schwer zu finden“) als komplett austauschbare Polizistin im Einsatz. Sogar Kino-IkoneFaye Dunaway hat hier einen – ziemlich bizarr anmutenden – Kurzauftritt im Film.

„The Bye Bye Man“ ist eigentlich nur ein Beispiel dafür, was alles im modernen Genrekino falsch laufen kann. Keinerlei Gespür für Atmosphäre, ein nicht einmal halbgares Drehbuch und dümmliche Dialoge, die von nie geforderten Darstellern aufgesagt werden, garantieren hier einen fürchterlich missglückten Horrorfilm. Dennoch ist der Film auf eine Art schlecht, die schon wieder so amüsant und kurzweilig ist, dass „The Bye Bye Man“ bei einem bierlastigen Heimkino-Abend mit Freunden doch noch zu ungewollten Ehren kommen könnte.

Carrie-Ann Moss nach der Lektüre des Drehbuchs (© Paramount Pictures)

Carrie-Ann Moss nach der Lektüre des Drehbuchs (© Paramount Pictures)

Der Film ist ab dem 31.08.2017 auf DVD und Blu-ray erhältlich.

1,5 von 5 Punkten
Bild: Obwohl der Film zu großen Teilen im Dunklen spielt und der Look bewusst kühl ist, sieht das Bild gut aus. Schärfe und Detaildarstellung sind wirklich gut, auch wenn gelegentlich ein paar bewusst flach gezeichnete Elemente zu entdecken sind. Die Farbpalette geht in eine etwas kältere und blasse Richtung. Dabei sehen die verschiedenen Farbtöne aber immer natürlich aus. Schwarzwert und Kontraste hätten vielleicht ein wenig satter sein dürfen. Es ist zwar fast durchgängig ein Bildrauschen zu erkennen. Dieses fällt aber so zart aus, dass es kaum ins Gewicht fällt.

4 von 5 Punkten

Ton: Während die deutsche Tonspur in einer DTS-HD MA 5.1-Fassung vorliegt, müssen sich die Fans der Originalversion mit einer Dolby Digital 5.1-Abmischung begnügen. Tatsächlich ist die synchronisierte Fassung in allen Bereichen ein bisschen kraftvoller. Wenn so schon relativ wenig Horroratmosphäre zu finden ist, werden die Jumpscares mit einer effektiven, sehr räumlichen Vertonung zur Geltung gebracht. Auch andere Effekte (zB der ominöse Zug) können durchaus überzeugen. Der Rest der Spur spielt sich teilweise etwas zu zentriert ab. Dennoch sorgen auch Hintergrundgeräusche und Score für ein wenig räumliche Aktivität. Dazu sind die Dialoge immer gut verständlich.

4 von 5 Punkten

Extras: Es ist kein Bonusmaterial auf der Blu-ray vorhanden.
1 von 5 Punkten
Gesamt: 2 von 5 Punkten


Quelle: Paramount Pictures, Leinwandreporter TV, YouTube

The Bye Bye Man

Originaltitel:The Bye Bye Man
Regie:Stacy Title
Darsteller:Carrie-Anne Moss, Cleo King, Cressida Bonas, Doug Jones, Douglas Smith, Erica Tremblay, Faye Dunaway
Genre:Horror
Produktionsland/-jahr:USA, 2016
Verleih:Paramount Pictures
Länge:96 Minuten
FSK:ab 16 Jahren

Mehr Informationen gibt es auf der Seite von Paramount Pictures

[amazon_link asins=’B072HJMFMM,B071RNMHVT’ template=’ProductCarousel’ store=’l0f71-21′ marketplace=’DE’ link_id=’bba7d706-ee2c-11e7-aabc-73cd0d534171′]

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 30.08.2017
Review: The Bye Bye Man (Blu-ray)

Leave A Reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Mehr Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen