Review: Wish Upon (Kino)

Das Plakat von "Wish Upon" (© Splendid Film)

Das Plakat von “Wish Upon” (© Splendid Film)

Inhalt: Die 17 Jahre alte Clare (Joey King, „Wish I Was Here“) hat mit Meredith (Sydney Park) und June (Shannon Purser) zwar zwei richtig gute Freundinnen. Ansonsten ist in ihrem Leben aber nicht viel Gutes zu vermelden. Schon in früher Kindheit hat ihre Mutter (Elisabeth Röhm, „The Last Ship“) Selbstmord begangen. Seitdem verbringt ihr Vater Jonathan (Ryan Phillippe, „Reclaim – Auf eigenes Risiko“) die meisten Tage mit exzessivem Schrottsammeln und dem Genuss von Dosenbier. In der Schule wird sie von der beliebten Darcie (Josephine Langford) gemobbt und Clares Schwarm Paul (Mitchell Slaggert) weiß kaum, dass sie existiert. Als Jonathan ihr eines Tages eine alte chinesische Spieluhr schenkt, die angeblich Wünsche gewähren soll, wendet sich ihr Schicksal. Zu ihrer Überraschung muss sie feststellen, dass die Uhr tatsächlich alles erfüllt, was ihr aufgetragen wird. Auf einmal ist Clare beliebt und wohlhabend. Doch der Preis ist hoch…und wird in Blut bezahlt.

Kritik: Seit den späten 80er-Jahren ist John R. Leonetti als Kameramann aktiv. Nachdem er in den 90er-Jahren an Filmen wie „Die Maske“ und „Mortal Kombat“ arbeitete, fiel er zuletzt hauptsächlich durch seinen Arbeiten mit James Wan auf. So sorgte er für die passenden atmosphärischen Bilder in den ersten beiden „Insidious“-Teilen und „Conjuring – Die Heimsuchung“. Als Regisseur konnte er bislang weniger nennenswerte Werke in seinem Lebenslauf sammeln. Weder „Mortal Kombat 2 – Annihilation“ noch „The Butterfly Effect 2“ oder „Annabelle“ dürften bei vielen Zuschauern positiv im Gedächtnis geblieben sein. Sein letztes Werk „Wolves At the Door“ ist unter dem Radar der meisten Leute geflogen. Nun wagt er den nächsten Sprung auf die große Leinwand. Leider gelingt es ihm wieder nicht, einen (einigermaßen) gelungenen Beitrag zum Genrekino zu leisten. Der Film eröffnet mit einer Fakeout-Traumsequenz, die relativ plump einen Batzen an Exposition auf dem Zuschauer ablädt. Danach entwickelt sich eine Handlung, die wohl hauptsächlich auf ein (weibliches) Publikum im Teenager-Alter zugeschnitten ist.

Clare und ihr neues Spielzeug (© Broad Green Pictures)

Clare und ihr neues Spielzeug (© Broad Green Pictures)

Skizzenhafte Figuren tragen hölzerne Dialoge vor und zeigen so das Leben, aus dem Clare so gerne entfliehen möchte. Es wird schnell greifbar, dass hier weder große Spannung, noch Sympathie für eine der Figuren aufkommen wird. Dieses Schauspiel ist natürlich nur der Ausgangspunkt für den Budenzauber, den das kleine chinesische Kästchen bietet. Fortan wechseln sich Shopping, Partys und Schwärmerei für süße Jungs mit ziemlich bizarren Todesarten ab. Der Innovationsfaktor hält sich hierbei natürlich in Grenzen. Viel mehr wurden ähnliche Szenarien in Filmen wie „Final Destination“ oder „Wishmaster“ schon blutiger und auch besser umgesetzt. Dennoch sorgt diese Kombination von albernen Gesprächen, unmotivierten Tonwechseln, furchterregend vorhersehbaren Wendungen und morbiden Kuriositäten für einen beständigen – wenn oft auch unfreiwilligen – Unterhaltungswert.

Die Nebenwirkungen der Wunschbox sorgen für Ärger (© Broad Green Pictures)

Die Nebenwirkungen der Wunschbox sorgen für Ärger (© Broad Green Pictures)

Die Schauspieler sorgen auch nicht dafür, dass sich hier etwas bessert. Joey King ist talentiert und agiert zumindest passabel. Die Handlungen ihrer Figur machen sie aber schnell zu einer kaum tragbaren Protagonistin. Ryan Phillippe hatte mal eine hoffnungsvolle Karriere, die dann aber ziemlich im Sand verlaufen ist. Hier darf er Clares Vater mit ungesundem Sammeltick geben. Wie wenig Freude er an dieser Rolle hat, ist extrem offensichtlich. „Twin Peaks“-Star Sherilyn Fenn spielt als nette Nachbarin einen Part, der sie überhaupt nicht fordert. Die weiteren jungen Darsteller lassen doch arge Zweifel aufkommen, ob sie vor bemerkenswerten Karrieren stehen. Nicht wirklich glaubwürdige Emotionen sorgen für ein paar Lacher. Wenn in vereinzelten ernsten Szenen die Schauspieler ein Grinsen im Gesicht haben und Leonetti dieses so durchgehen lässt, muss man schon gewaltig mit dem Kopf schütteln.

Zumindest hat „Wish Upon“ genug Tempo, Action und kompletten Blödsinn, um das Geschehen zu keiner Zeit langweilig werden zu lassen. Dennoch bleibt der Teenie-Horror generisch, handwerklich äußerst mäßig und scheint gar nicht gewillt zu sein, Spannung oder Überraschungen entstehen zu lassen. So bleibt ein erneut uninspirierter Genre-Beitrag, der schon vor dem Abspann wieder vergessen ist.

1,5 von 5 Punkten


Quelle: Splendid Film, Leinwandreporter TV, YouTube

Wish Upon

Originaltitel:Wish Upon
Regie:John R. Leonetti
Darsteller:Joey King, Ryan Phillippe, Ki Hong Lee, Sherilyn Fenn
Genre:Horror
Produktionsland/-jahr:USA, 2017
Verleih:Splendid Film
Länge: 90 MinutenFSK: ab 16 Jahren
Kinostart: 27.07.2017
Homepage: Wish Upon

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 15.07.2017
Review: Wish Upon (Kino)

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