Review: Wish I Was Here (Kino)

Das Plakat von "Wish I Was Here" (Quelle: Wild Bunch Germany)

Das Plakat von „Wish I Was Here“ (Quelle: Wild Bunch Germany)

Inhalt: Der Schauspieler Aidan Bloom (Zach Braff) ist Mitte 30, hat zwei Kinder (Joey King und Pierce Gagnon) und eine schöne und intelligente Frau (Kate Hudson). Dennoch hat er immer noch nicht seinen Platz im Leben gefunden. Er hat schon sei längerem kein Casting mehr für sich entschieden und muss sich beim Lebensunterhalt voll auf seine Frau Sarah verlassen. Als sein stets nörgelnder Vater (Mandy Patinkin, „Homeland“) an Krebs erkrankt, kann dieser nicht mehr für die Privatschule seiner Enkel aufkommen, woraufhin Aidan notgedrungen den Heimunterricht für seine Kinder übernimmt. Doch dann verschlechtert sich der Gesundheitszustand seines Vaters dramatisch und Aidan beginnt, den Lehrplan seiner Sprösslinge immer mehr auf praktische Lektionen und Ausflüge umzustellen. Dabei lernt der Mittdreißiger auch einiges über sich selbst.

 

Kritik: Als Comedy-Star Zach Braff („Scrubs – Die Anfänger“) im Jahr 2004 mit der Tragikomödie „Garden State“ seinen Erstling als Drehbuchautor und Regisseur herausbrachte, hatte niemand den Film auf der Rechnung. Tatsächlich lieferte Braff ein kleines und immer noch unterschätztes Meisterwerk, welches mit intelligentem Humor, emotionaler Herzlichkeit und einer ganzen Menge Melancholie ein atemberaubend treffendes Generationen-Porträt für Mittzwanziger darstellt. Natürlich ist es unglaublich schwer, nach einem derartigen Volltreffer einen adäquaten Nachfolger nachzulegen. So dauerte es beinahe zehn Jahre, bis er sich mit „Wish I Was Here“ jetzt auf dem Regiestuhl zurückmeldet. Dafür sicherte er sich die Unterstützung der Fans, die bei der Crowdfounding-Seite Kickstarter 3 Millionen US-Dollar sammelten.

Guter Film – aber etwas süßlich und überladen

Gestatten, Familie Bloom (Quelle: Wild Bunch Germany)

Gestatten, Familie Bloom (Quelle: Wild Bunch Germany)

Tatsächlich hat es in den ersten 20 Minuten den Anschein, als ob Braff nahtlos an „Garden State“ anknüpfen kann. In der Anfangsphase ist der Film schrullig, originell und unglaublich witzig. Leider rückt dann nach und nach immer mehr die Trauer- und Selbstfindephase des Protagonisten in den Vordergrund, die manchmal arg schmalzig ausgefallen ist und auch streckenweise den komödiantischen Teil ganz vermissen lässt. Zusätzlich gibt es zu viele kleine Nebenhandlungen, die den Rhythmus des Filmes immer wieder stören. So wirken die Teilnahme von Aidans chaotischem Bruder Noah (Josh Gad) an einem Kostümwettbewerb oder der Streit Sarahs mit einem schmierigen Kollegen (Michael Weston) wie reines Füllmaterial. Zum Glück ist Zach Braff talentiert genug, um den Film trotzdem nie langweilig werden zu lassen. Der melancholische Grundton und zahlreiche kreative Einzelszenen sorgen dafür, dass die meisten Zuschauer diesen Film eigentlich nur mögen können.

Ein inniger Moment von Aidan und Sarah (Quelle: Wild Bunch Germany)

Ein inniger Moment von Aidan und Sarah (Quelle: Wild Bunch Germany)

Neben dem gewohnt charmanten Zach Braff haben schauspielerisch vor allem die begabten Jung-Darsteller Joey King („White House Down“) und Pierce Gagnon witzige und gelungene Szenen. Der knurrige Mandy Patinkin und die engagierte und herzliche Kate Hudson haben zwar gemeinsam die vielleicht ergreifendste Szene des gesamten Films, haben aber längst nicht so interessante Figuren wie beispielsweise Natalie Portman und Peter Sarsgaard noch in „Garden State“. Josh Gad gibt als im Wohnwagen lebender Bruder den netten Kasper vom Dienst. Die vielleicht lustigste Nebenrolle kommt Jim Parsons zu, der in einer zugegebenermaßen sehr „Sheldon-artigen“ Rolle das ein oder andere mal mit Aidan im Casting um Schauspiel-Jobs kämpft. Dazu kommen noch Ashley Greene („Apparition – Dunkle Erscheinung“) als Comic Con-Nerd und Braffs ehemaliger Co-Star Donald Faison als Autohändler.

Wie soll der Film jetzt eingeordnet werden? Sicherlich ist „Wish I Was Here“ kein herausragendes Werk, da er schon etwas zu verträumt daher kommt und auf Klischees nicht ganz verzichten kann. Dennoch trifft Zach Braff hier meistens den richtigen Ton und erzählt eine schöne, tragikomische Geschichte. Mit etwas gebremstem Schaum ist das auf jeden Fall ein ordentliches Ergebnis.

3,5 von 5 Punkten


Quelle: Wild Bunch Germany, Leinwandreporter TV, YouTube

Wish I Was Here

Originaltitel:Wish I Was Here
Regie:Zach Braff
Darsteller:Zach Braff, Kate Hudson, Mandy Patinkin
Genre:Tragikomödie
Produktionsland/-jahr:USA, 2014
Verleih:Wild Bunch Germany
Länge:107 Minuten
FSK:ab 12 Jahren
Kinostart:
09.10.2014

Leave A Reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Wir setzen Google Analytics, einen Webanalysedienst der Google Inc. („Google“) ein. Google verwendet Cookies. Wir setzen Google Analytics nur mit aktivierter IP-Anonymisierung ein.  Mehr Informationen zur Verwendung von Google Analytics finden Sie in unserer Datenschutzerklärung. Diese pseudonymisiert erhobenen Daten helfen uns, ein besser auf das Leser-Interesse abgestimmtes Programm anzubieten. Hier klicken um dich auszutragen.