Review: The Riot Club (Kino)

Das Plakat von "The Riot Club" (Quelle: Prokino)

Das Plakat von “The Riot Club” (Quelle: Prokino)

Inhalt: Alistair (Sam Claflin, „The Quiet Ones“) ist eine Junge aus gutem Haus, der standesgemäß in Oxford aufgenommen wird. Auch Miles (Max Irons) kommt aus einer reichen Familie, versucht aber an der Uni eher mit mittelständischen Kommilitonen klar zu kommen. Als die beiden Tutorien-Partner werden, können sie sich auf Anhieb nicht ausstehen. Doch es dauert nicht lange, bis den beiden gleichermaßen eine für Erstsemester überraschende Ehre zuteil wird: Der berühmt-berüchtigte „Riot Club“, die vielleicht elitärste Studentenverbindung der Universität, will beide Frischlinge als Mitglieder werben. Alistair, dessen Bruder einmal Präsident der Verbindung war und Miles sind sofort Feuer und Flamme für das Vorhaben. Vor allem die ausschweifenden Partys des Riot Clubs sind legendär. So freuen sich beide, bei einem jährlichen Trinkgelage in einem abgelegenen Pub dabei sein zu können. Die Truppe arroganter, steinreicher junger Leute kennt keine Grenzen, weswegen der Abend nach und nach immer mehr ausartet. Selbst der bodenständige Miles erkennt zu spät, wie schlimm dieser Abend enden soll.

Kritik: 2010 schrieb die britische Autorin Laura Wade das Theaterstück „Posh“ rund um einen elitären Studentenclub. Das Stück bekam beste Kritiken und qualifizierte sich so für eine Adaption auf der Leinwand. Die preisgekrönte dänische Regisseurin Lone Scherfin („An Education“) hat den Film jetzt umgesetzt. Zu Beginn, wenn der Zuschauer mit den beiden neuen Studenten in Oxford einsteigt, findet man sich schnell zurecht in der Welt des Filmes. Danach wird es etwas schwerer nicht zu sehr auf Distanz zu „The Riot Club“ zu gehen, was weniger mit der Qualität von Geschichte und Inszenierung zu tun hat, sondern mit der Tatsache, das die Charaktere, um die es hier geht, einfach unfassbar unsympathisch sind. Zu Beginn amüsiert man sich noch, wenn einer dieser vor Arroganz und Selbstgefälligkeit strotzenden Sternstunden der Elite von morgen seinen Sportwagen der Wohlfahrt spendet, da sich ein Freund dort drin übergeben hatte. Dieses Lachen bleibt einem dann nach und nach mehr im Hals stecken, während man der Werdegang der Clique verfolgt.

Teils beklemmendes Kammerspiel entschädigt für benötigte Geduld

Miles und Alistair sind neu in Oxford (Quelle: Prokino)

Miles und Alistair sind neu in Oxford (Quelle: Prokino)

Die vielleicht beste Entscheidung des ganzen Filmes ist es gewesen, nach der Einleitung den großen Teil der Geschichte nur im Restaurant spielen zu lassen. Am Anfang dieses Abschnitts erlebt einfach nur eine lächerlich gekleidete Truppe, die mit der Attitüde, mit Geld alles kaufen zu können, auf einen bierseeligen Abend hofft. Zwischen Alkohol, merkwürdigen Bräuchen und härteren Drogen beobachtet der Zuschauer, wie nach und nach alle Hemmungen fallen. Während eine Szene mit einem charmanten Gast-Auftritt von „Game of Thrones“-Star Natalie Dormer noch durchaus witzig ist, wird das Geschehen nach und nach beklemmender. Man entwickelt beim Zusehen Wut und Fremdscham für die Mitglieder des Clubs. Sehr lobenswert sind wiederum die schauspielerischen Leistungen, die in diesem Film vollbracht werden.

Im Speziellen Sam Claflin, dessen Figur im Film die radikalste Entwicklung nimmt, ist hier herauszuheben. Max Irons, schafft es langsam, sich zumindest in Richtung der Fußstapfen seines Vaters Jeremy zu bewegen. Hier zeigt er als vom Luxus begeisterter, zunächst etwas naiver Miles eine erstaunlich versierte Darbietung. Der heimliche Star des Filmes ist aber Shooting-Star Douglas Booth („Noah“), der als schnöseliger Harry einen grandios hassenswerten Widerling mimt. Leider schafft es der Film nach der unvermeidlichen Katastrophe nicht ganz, eine wirklich befriedigende Auflösung zu finden.

Insgesamt macht es einem „The Riot Club“ wirklich nicht leicht. Es ist nahezu unmöglich, diesen Film zu mögen, da es definitiv unmöglich ist, die im Zentrum des Filmes stehende Ansammlung selbstgerechter Wohlstandskinder zu mögen. Trotzdem übt dieses teils kammerspielartige Drama eine seltsame Faszination aus, die einen mit allgemeinem Unwohlsein zurücklässt.

3,5 von 5 Punkten

Quelle: Prokino, LeinwandreporterTV, YouTube

The Riot Club

Originaltitel:The Riot Club
Regie:Lone Scherfing
Darsteller:Sam Claflin, Max Irons, Douglas Booth, Natalie Dormer
Genre:Drama
Produktionsland/-jahr:UK, 2014
Verleih:Prokino
Länge:106 Minuten
FSK:ab 12 Jahren
Kinostart:
09.10.2014

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 05.10.2014
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