Review: 25 km/h (Kino)

Das Hauptplakat von "25 km/h" (© Sony Pictures Germany)

Das Hauptplakat von “25 km/h” (© Sony Pictures Germany)

Inhalt: Seit fast 30 Jahren haben sich die Brüder Christian (Lars Eidinger, „Mackie Messer – Brechts Dreigroschenfilm“), ein international tätiger Geschäftsmann, und Georg (Bjarne Mädel), ein bodenständiger Handwerker, nicht mehr gesehen. Nun treffen sie sich auf der Beerdigung ihres Vaters wieder. Nach ein paar Anlaufschwierigkeiten finden die komplett unterschiedlichen Männer mit steigendem Pegel zueinander. Sie entschließen sich, einen Deutschland-Trip auf dem Mofa, den sie als Teenager geplant hatten, spontan nachholen.Tatsächlich gelingt es beiden, sich bei abgedrehten Abenteuern mit schrägen Single-Frauen (Franka Potente, „Conjuring 2“), alternativen Hippies (Jella Haase, „Fack Ju Göhte“) und durchgeknallten Sportfreaks (Wotan Wilke Möhring, „Steig.nicht.aus!“) wieder näherzukommen. Dabei lernen die Brüder, dass sie sich auch Wahrheiten aus ihrem Leben stellen müssen.

 

Kritik: Wie gerne Markus Goller seine Figuren auf eine humorvolle Reise schickt, hat er bereits in seinem größten Erfolg „Russendisko“ und auch zuletzt mit „Simpel“ gezeigt. Nun hat er zwei grundverschiedene, entfremdete Brüder auf Selbsterkundungstour durch Deutschland geschickt. Entstanden ist eine amüsante, recht charmante Tragikomödie, die hier und da ein paar Klischees zu viel bedient. In der ersten Hälfte, in der sich der Film hauptsächlich auf seinen Humor verlässt, funktioniert „25 km/h“ deutlich am besten. Wiedersehen, Reisestart und Flirt-Versuche mit zwei von Franka Potente und Alexandra Maria Lara („Rush – Alles für den Sieg“) gespielten Freundinnen sind kurzweilig, witzig und dabei menschlich. Leider bleibt der Film nicht bei seinem locker-leichten Ton aus dieser Phase. Gerade die stereotype Hintergrund-Story, mit der sich Karrieretyp Christian auseinandersetzen muss, ist wirklich ärgerlich.

Die Brüder haben Spaß (© Sony Pictures Germany)

Die Brüder haben Spaß (© Sony Pictures Germany)

Zum Glück bekommt der Film im letzten Akt noch einmal die Kurve und kehrt mit einem herrlich schrägen Nebenpart von Wotan Wilke Möhring zu seinen komödiantischen Wurzeln zurück. Natürlich können die Besetzungen von Lars Eidinger als arroganter Geschäftsmann und Bjarne Mädel als wenig selbstbewusster Familienmensch als Typecast beschrieben werden. Ein weiterer Teil der Wahrheit ist aber auch, dass beide schlicht gute Schauspieler sind. In jedem Fall gewinnen sie ihren Parts genug ab, damit der Zuschauer den Protagonisten gerne auf dem Weg folgt. Weitere prominente Darsteller wie Jördis Triebel („Terror – Ihr Urteil“), Sandra Hüller und Jella Haase ergänzen die Besetzung.

Selbst wenn der Film keine großen Innovationen mitbringt, ist er amüsant, meistens kurzweilig und bringt genug darstellerische Qualität mit, um auch in seinen schwächeren Phasen nie ganz den Faden zu verlieren. So ist „25km/h“ am Ende sympathische Feelgood-Unterhaltung, die sich problemlos im gehobenen Feld vergleichbarer Produktionen platziert.

3,5 von 5 Punkten


Quelle: Sony Pictures, LeinwandreporterTV, YouTube

25 km/h

Originaltitel:25 km/h
Regie:Markus Goller
Darsteller:Lars Eidinger, Bjarne Mädel, Sandra Hüller
Genre:Komödie, Drama
Produktionsland/-jahr:Deutschland, 2018
Verleih:Sony Pictures
Länge:116 Minuten
FSK:ab 6 Jahren
Kinostart:31.10.2018

Mehr Informationen findet ihr auf der Facebook-Seite des Films

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 31.10.2018
Review: 25 km/h (Kino)

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