Review: Wrong Turn 1-6 (Blu-ray)

Wrong Turn
Das Blu-ray-Cover der Box "Wrong Turn 1-6" (© Constantin Film)

Das Blu-ray-Cover der Box “Wrong Turn 1-6” (© Constantin Film)

Inhalt: Um pünktlich bei einem Vorstellungsgespräch zu erscheinen, nimmt Medizinstudent Chris (Desmond Harrington, „Dexter“) eine Abkürzung über einen schlecht ausgebauten Waldweg. In einem unachtsamen Moment rasselt er in den liegen gebliebenen Wagen von Jassie (Eliza Dushku, „The Eloise Asylum“), die mit ihren Freunden Carly (Emmanuelle Chriqui, „Entourage“), Scott (Jeremy Sisto, „The Returned“), Francine (Lindy Booth) und Evan (Kevin Zegers) eigentlich nur einen entspannten Kurzurlaub erleben will. Da beide Autos nicht mehr fahrtüchtig sind und der nächste Handy-Mast in einem anderen Landkreis steht, macht sich die Truppe zu Fuß auf den Weg, um Hilfe zu holen. So gar nicht hilfreich sind dabei drei inzestuöse Kannibalen, die in dem Wald jagen und das Sextett auf ihren Speiseplan setzen.

Kritik: Inzwischen sind stolze 18 Jahre vergangen, seitdem hier erstmals eine Truppe junger Leute eine falsche Abbiegung in Richtung gefräßiger Kannibalen genommen hat. Unter der Regie von Rob Schmidt entwickelte sich ein keinesfalls perfekter, aber durchaus spannender Backwood-Slasher, der der bis heute eine große Fanszene hat. Recht entscheidend dabei waren die Masken und Effekte aus der Schmiede von Branchen-Legende Stan Winston, der den bösen Buben einen unverkennbaren Look verpasste und für durchaus handfestes Gemetzel sorgte. Auch die Figuren, für die ein prominenter TV-Cast engagiert wurde, waren – trotz gelegentlicher Idiotie, die den Kannibalen das Leben leicht machte – über dem Branchenschnitt von reinem Schlachtvieh anzusiedeln.

Was bleibt, sind 85 Minuten düster-launiges Horrorkino, die auch mit der Volljährigkeit von „Wrong Turn“ in keinster Weise an Unterhaltungswert verloren haben.

3,5 von 5 Punkten

 

Wrong Turn 2 – Dead End
Bitte lächeln! (© Constantin Film)

Bitte lächeln! (© Constantin Film)

Inhalt: Unter der Leitung von Raubein Dale Murphy (Henry Rollins, „Lost Highway“) soll in einem abgelegenen Wald eine TV-Reality-Show gedreht werden, in der Kandidaten wie die militante Veganerin Nina (Erica Leehrsen) und Football-Invalide Jake (Texas Battle, „Trauma Center“) Survival-Aufgaben lösen müssen. Der Überlebenskampf wird unerwartet realistisch, als ein Truppe von Kannibalen die TV-Crew aufmischt.

Kritik: Nachdem „Wrong Turn“ überraschend erfolgreich war, dauerte es vier Jahre, ehe Comedy-Experte Joe Lynch („Knights of Badassdom“). „Wrong Turn 2 – Dead End“ nachlegte. Der Ansatz, diese Fortsetzung zum überdrehten Fun-Splatter zu machen und die düsteren Pfade ein wenig zu verlassen, geht recht ordentlich auf. Das Gezeigte ist nicht wirklich clever oder spannend, wirkt aber derart überzogen und albern, dass man schon zwangsweise gelegentlich grinsen muss. Die große Stärke ist Henry Rollins, der als Überlebenskünstler-Karikatur den Inzest-Brüdern zeigt, was eine Harke ist.

Ein Problem sind die zur damaligen Zeit noch etwas herberen FSK-Standards, die an einigen Stellen mit der Gartenschere umgesetzt worden sind und es auch auf diese Veröffentlichung geschafft haben. So macht eine Survival-Kandidatin auf dem Boden des Schnittraums den Sprung von der Flüchtigen zur Leiche, was dem Splatterspaß nicht gerade zuträglich ist. Trotz dieser Einschränkung ist „Wrong Turn 2 – Dead End“ durchaus funktionstüchtiges Genrekino, das auch mit gebremstem Schaum einigermaßen funktioniert.

2,5 von 5 Punkten

Details zu den geschnittenen Szenen findet ihr bei Schnittberichte.com

 

Wrong Turn 3 – Left For Dead

Inhalt: Der Abenteuer-Urlaub der jungen Fonda (Janet Montgomery) nimmt eine unangenehme Wendung, als ihre Freunde von Inzest-Kannibalen ermordet werden und sie zur Jagd freigegeben wird. Auf ihrer Flucht trifft sie auf den Justizvollzugsbeamten Nate Wilson (Tom Frederic), der nach dem Unfall eines Gefangenentransports eine ganze Truppe mörderischer Sträflinge beaufsichtigen muss. Als die Truppe bald erste Verluste hinnimmt, rückt der Traum von der Freiheit für viele Beteiligte in den Hintergrund.

Kritik: Im Jahr 2009 war es dann an Declan O’Brien, „Wrong Turn 3 – Left For Dead“ zu inszenieren. Sein Plan, wieder einen bösen Ton anzuschlagen und in puncto Ekel auf „viel hilft viel“ zu setzen, kam zumindest bei der FSK nicht gut an. Satte sieben Minuten wurden bei dieser Veröffentlichung gekürzt, was den Film nah an die Unguckbarkeit führt. Die primitive und dennoch durchaus kurzweilige Prämisse „Knackis vs. Kannibalen“ wäre wohl auch so kein Glanzlicht der Filmgeschichte geworden. Inszenierung, Drehbuch und Darstellerleistungen bleiben durchweg hölzern.

Die Einschnitte in das Geschehen sind aber derart weitreichend, dass man als Zuschauer praktisch nicht mehr folgen kann. Ob ein Film in dieser Form (wiederholt) veröffentlicht werden kann, sollte ernsthaft überdacht werden. Obwohl kaum ein nennenswertes Handlungsgerüst bleibt, punktet der Film immer noch mit ein paar vergnüglichen Momenten, die diese Cut-Version von „Wrong Turn 3 – Left For Dead“ vor der Tiefstwertung bewahren.

1,5 von 5 Punkten

Details zu den geschnittenen Szenen findet ihr bei Schnittberichte.com

 

Wrong Turn 4 – Bloody Beginnings
Das Buffet ist eröffnet (© Constantin Film)

Das Buffet ist eröffnet (© Constantin Film)

Inhalt: Die Clique von Jenna (Terra Vnesa) und Daniel (Dean Armstrong) will ein Wochenende in einer verschneiten Hütte verbringen. Als sie vom Weg abkommen, suchen sie Unterschlupf in einer verlassenen Irrenanstalt. Während sie die Situation nutzen und hemmungslos in den verlassenen Gängen abfeiern, ahnen sie noch nicht, dass sie nicht alleine sind. Drei übellaunige Kannibalen-Brüder finden das Partyvolk zum anbeißen und beginnen, die Gruppe zu dezimieren.

Kritik: Im Jahr 2011 gehörten neue „Wrong Turn“-Teile schon zum guten Ton im Direct-to-DVD-Geschäft. Bei „Wrong Turn 4 – Bloody Beginnings“ war es wieder an Declan O’Brien, die Vergangenheit der gefräßigen Brüder zu beleuchten. Das letzte Bodenständigkeit fliegt hier mit hohem Bogen aus dem Fenster und die Frage, ob Inzest, Kannibalismus oder beides für die Superkräfte der Protagonisten sorgt, stellt sich immer häufiger.

Ansonsten sieht man einer Truppe von Unsympathen, die von überdurchschnittlich attraktiven und unterdurchschnittlich talentierten Schauspielern verkörpert werden, dabei zu, wie sie eine gefühlte Ewigkeit Party machen, ehe sie dann möglichst blutig ins Jenseits befördert werden. Dabei legt der einzige Fokus des spannungsfreien Treibens auf Ekel. Das fanden die filmischen Kontrollgremien abermals begrenzt lustig, weshalb über sechs Minuten des Gemetzels verschwinden mussten – und dem Film jegliche Daseinsberechtigung genommen wird.

Auch wenn ich vor neun Jahren da noch anderer Meinung war, ist „Wrong Turn 4 – Bloody Beginnings“ gerade in dieser extrem gekürzten Fassung Slasher-Kino der schlimmsten Sorte. Furchtbare Charaktere und ein nicht weiter erwähnenswertes Skript dienen nur möglichst sadistischen Mordsequenzen, die hier bis auf wenige Ausnahmen ins Leere laufen.

1,5 von 5 Punkten

Details zu den geschnittenen Szenen findet ihr bei Schnittberichte.com

 

Wrong Turn 5 – Bloodlines
Ein wahres Leckerchen... (© Constantin Film)

Ein wahres Leckerchen… (© Constantin Film)

Inhalt: In einer Kleinstadt in West Virginia steht ein populäres Musik-Festival an. Auch Billy (Simon Ginty), Lita (Roxanne McKee) und ihre Freunde wollen – bewaffnet mit einem großen Drogen-Arsenal – so richtig die Sau rauslassen. Die drei Kannibalen-Brüder haben sich Unterstützung von dem strengen Haudegen Maynard (Doug Bradley) geholt und planen, das Festival als Buffet zu nutzen. Als der Oldie verhaftet wird und sich die Kannibalen auf den Weg zur Rettung machen, startet rund um die örtliche Polizeistation ein knallharter Überlebenskampf.

Kritik: Wie schon bei den beiden Vorgängern durfte Declan O’Brien auch 2012 dafür Sorge tragen, dass das „Wrong Turn“-Franchise mit „Bloodlines“ weitergeht. Natürlich wurde auch hier wieder gekürzt, was aber mit runden zwei Minuten schon fast human ausgefallen ist. Ansonsten bemerkt man ein Mangel an Budget an den lächerlichen Masken und der befremdlich wirkenden Abwesenheit von Statisten. Nicht nur wegen der geringer ausgefallenen Kürzungen und der damit wieder möglichen Nachverfolgbarkeit der marginalen Handlung ist „Bloodlines“ der wahrscheinlich beste „Wrong Turn“ von O’Brien.

Das liegt zum Teil daran, dass man mit der von „Dominion“-Schönheit Roxanne McKee gespielten Lita wieder eine Protagonistin hat, um die man sich zumindest ein wenig kümmert. Auch die Ergänzung von einer hemmungslos chargierenden Horrorlegende Doug Bradley, der dem „Schlachtvieh“ das drohende Unheil verbal näher bringt, erhöht den Unterhaltungswert.

So bleibt „Wrong Turn 5 – Bloodlines“ bis in seine zynischen Schlussminuten ein auch abseits des Gemeuchels ansehbarer Film, der zumindest als Genre-Schnellimbiss für Fans taugt.

2,5 von 5 Punkten

Details zu den geschnittenen Szenen findet ihr bei Schnittberichte.com

 

Wrong Turn 6 – Last Resort

Inhalt: Danny (Anthony Ilott) ist mit seiner Freundin Toni (Aqueela Zoll) und der Clique auf dem Weg nach Hobb Springs, wo er ein Familienhotel geerbt haben soll. Überrascht stellt die Gruppe fest, dass dort ein gigantisches Anwesen wartet. Der Laden wird von den Geschwistern Jackson (Chris Jarvis) und Sally (Sadie Katz) geführt, die um mehrere Ecken mit dem neuen Besitzer verwandt sind. Noch ahnt niemand, wie weit vor Ort die Familienbanden gehen. Während sich Jackson und Sally nur gerne mal einen menschlichen Snack gönnen, sind die drei Brüder, die im Wald leben, noch weit schauriger drauf. Dannys Entscheidung, als Hotelier ins Familiengeschäft einzusteigen, fordert schnell ein paar sehr wörtliche Opfer.
Kritik: Nach dem halbwegs passablen fünften Teil, der Doug Bradley als neuen Clan-Chef einführte, wechselte man in der 2014er-Ausgabe „Wrong Turn 6 – Last Resort“ von Valeri Milev komplett die Richtung: Ein neuer Handlungsort und neue Oberfieslinge sollten das Kannibalen-Geschäft in ein anderes Zeitalter führen. Selbst wenn dieser Ansatz für sieben Jahre der letzte Film der Reihe blieb, konnte man die FSK anscheinend derart beeindrucken, dass das Geschehen ungeschnitten die Freigabe bekam. Betreffend Blut und nackter Haut liefert „Last Resort“ ausreichend und schlägt auch nicht derart boshafte Töne wie „Bloody Beginnings“ an.

Die Story bleibt natürlich stumpfer Nonsense und Charaktere, die auch nur einigermaßen interessant wären, sucht man vergeblich. Dennoch ist Valeri Milevs Ansatz ans Franchise wenigstens halbwegs unterhaltsam. Am Ende bleibt „Wrong Turn 6 – Last Resort“ ein blutiger B-Slasher, der natürlich Meilen von einem guten Film entfernt ist, aber dennoch seinen Fans ein halbwegs brauchbares Gesamtprodukt liefert.

2 von 5 Punkten

Der Kollege hat schlechte Chancen (© Constantin Film)

Der Kollege hat schlechte Chancen (© Constantin Film)

Die Box ist ab dem 06.05.2021 auf Blu-ray erhältlich.

 

Bild: Hier ist das Alter der Filme für die Qualität mitentscheidend. Während die ersten beiden Teile kaum wahrnehmbare HD-Merkmale haben, entwickelt sich das Geschehen bezüglich Schärfe, Detaildarstellung, Kontrasteinstellungen und Sauberkeit mit dem Verlauf der Reihe immer weiter. Selbst wenn hier keine Wunderdinge erwartet werden können, ist das Gesamtergebnis zumindest solide.

3,5 von 5 Punkten

Ton: Der deutsche und der englische DTS 5.1-Ton spielen sich bei allen Filmen zu großen Teilen im Frontbereich ab, liefern aber immer wieder Einbindungen der äußeren Boxen. Das führt zu ein paar passablen Jumpscares und einer brauchbaren Hintergrundatmosphäre. Im Querschnitt ist das akustische Level dieser Box zufriedenstellend.

3,5 von 5 Punkten

Extras: Der erste Teil mit einem Audiokommentar, einem Making of (4 Minuten) und den Featurettes „Frischfleisch: die Make-up-Effekte“ (10 Minuten), „Stan Winston: Herr der Monster“ (5 Minuten), „Eliza-Dushku-Special“ (4 Minuten), „Blick hinter die Kulissen“ (9 Minuten), „Wasserfall“ (3 Minuten) und „Francine Kill“ (4 Minuten), einem kurzen Interview-Clip (7 Minuten) und einer Fotogalerie liefert das reichhaltigste Bonusmaterial. Zu „Bloody Beginnings“ gibt es ein paar entfernte Szenen (18 Minuten), das Making-of „Schon wieder falsch abgebogen“ (12 Minuten), die Featurettes „Lebensweisen der Kranken und Berüchtigten“ (5 Minuten) und „Tagebuch des Regisseurs“ (7 Minuten) sowie ein „Wrong Turn“-Musikvideo (3 Minuten). „Bloodlines“ liefert noch die Featurettes „Hinterwäldler-Morde“ (7 Minuten), „Ein Tag im Tod“ (5 Minuten) und „Videotagebuch des Regisseurs“ (8 Minuten). Bei den Teilen 2,3 und 6 liegen nur Trailer bei. Optionale Untertitel liegen zu allen Beiträgen vor.

3 von 5 Punkten

Gesamt: 2,5 von 5 Punkten


Quelle: Constantin Film, YouTube

Wrong Turn 1-6

Originaltitel:Wrong Turn 1-6
Regie:Rob Schmidt (Teil 1), Joe Lynch (Teil 2), Declan O'Brien (Teil 3-5), Valeri Milev
Darsteller:Desmond Harrington, Eliza Dushku, Jeremy Sisto, Emmanuelle Chriqui
Genre:Horror
Produktionsland/-jahr:USA, 2003-2014
Verleih:Constantin Film
Länge:1: 85 Minuten (Uncut: 85 Minuten)
2: 94 Minuten (Uncut: 96 Minuten)
3: 85 Minuten (Uncut: 92 Minuten)
4: 93Minuten (Uncut: 93 Minuten)
5: 89 Minuten (Uncut: 91 Minuten)
6: 91 Minuten (Uncut: 91 Minuten)
FSK:ab 18 Jahren

Mehr Informationen findet ihr auf der Seite von Constantin Film

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 13.05.2021
Review: Wrong Turn 1-6 (Blu-ray)

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