Review: Journey’s End (Kino)

Das Original-Plakat zu "Journey's End" (© 2017 Fluidity Films)

Das Original-Plakat zu „Journey’s End“ (© 2017 Fluidity Films)

Inhalt: Im Jahr 2018 kommt der junge Soldat Raleigh (Asa Butterfield, „Die Insel der besonderen Kinder“) nach Frankreich, um unter dem Befehl von Captain Stanhope (Sam Claflin, „The Quiet Ones“) – einem langjährigen Freund seiner Familie – seinen Dienst zu leisten. Stanhope ist über die Ankunft gar nicht begeistert, da seine Einheit der Belagerung einer deutschen Truppe ausgesetzt ist und eine Eskalation kurz bevor steht. Während Raleigh schnell Anschluss findet und sich mit seinen Kameraden Osborne (Paul Bettany, „Blood – You can’t bury the Truth“) und Trotter (Stephen Graham, „Taboo“) anfreundet, wird es für Stanhope immer schwerer, die Nerven zu behalten. So versuchen die Soldaten gerüstet zu sein, wenn die Deutschen angreifen.

 

Kritik: Basierend auf dem Theaterstück „Die andere Seite“ von R.C. Sheriff aus dem Jahr 1928 hat Regisseur Saul Dibb („Suite Francaise – Melodie der Liebe“) dieses Kriegsdrama rund um eine Gruppe Soldaten gedreht, die auf ihr ungewisses Schicksal warten. Mit der Ausnahme von wenigen Momenten bleibt Dibb dem Theaterszenario treu und deutet die Kampfhandlungen nur durch eine bedrohliche Geräuschkulisse aus dem Hintergrund an. Auch wenn er manchmal – notwendigerweise – mit dieser Herangehensweise bricht, entwickelt sich „Journey’s End“ zu einer Art Gegenentwurf zu Filmen wie „Dunkirk“ und „Hacksaw Ridge – Die Entscheidung“, die einen sehr unmittelbaren und physischen Ansatz an die Gräuel des Krieges gewählt haben.

Hier wird sehr viel mehr auf den psychologischen Aspekt eingegangen. Es werden eine Hand voll starker Charaktere gezeigt, die damit umgehen müssen, im Angesicht des Todes eine Art Alltag aufrecht zu erhalten. Diesbezüglich kann sich Dibb auf eine Reihe an Darstellern verlassen, die sich in Topform zeigen. Seit seinem Durchbruch mit „Der Junge in dem gestreiften Pyjama“ zählt Asa Butterfield zu den hoffnungsvollen Talenten Hollywoods. Auch wenn seine Rollenauswahl nicht immer glücklich war, konnte er seine Begabung schon mehrfach unter Beweis stellen. Als ehrgeiziger Nachwuchs-Soldat, der noch nicht wirklich den ernst seiner Lage überblickt, liefert er eine der besten Leistungen seiner bisherigen Laufbahn.

Noch weiß Raleigh nicht, was auf ihn zukommt (© 2017 Fluidity Films)

Noch weiß Raleigh nicht, was auf ihn zukommt (© 2017 Fluidity Films)

Ähnliches gilt für Sam Claflin, dessen Captain Stanhope an dem unmenschlichen Druck immer mehr zerbricht. Obwohl Claflin stellenweise ein wenig überdreht, liefert er eine packende und intensive Performance. Paul Bettany spielt als empathischer Lehrer, der den jungen Raleigh unter die Fittiche nimmt, einen äußerst berührenden Part. Stephen Graham als sympathisches Raubein, Toby Jones („Atomic Blonde“) als stoischer Feldkoch und Tom Sturridge („Remainder“) als labiler Soldat, der schnell die Nerven verliert, ergänzen die Hauptbesetzung mit ebenfalls starken Leistungen.

Auf diese Art entwickelt sich ein Film, der mehr Charakterstudie als wirklicher Kriegsfilm ist, aber dennoch mit Intensität und Spannung seinem Thema gerecht wird. „Journey’s End“ entpuppt sich als exzellentes Darsteller-Kino, das auch ohne sichtbare Gewaltausbrüche und ohne falsche Sentimentalität ein sehenswertes Statement gegen den Krieg setzt.

4 von 5 Punkten


Quelle: Movieclips Trailers, YouTube

Journey's End

Originaltitel:Journey's End
Regie:Saul Dibb
Darsteller:Paul Bettany, Sam Claflin, Asa Butterfield
Genre:Drama, Kriegsfilm
Produktionsland/-jahr:UK, 2017
Verleih:tba
Länge:107 Minuten
FSK:tba

Mehr Informationen findet ihr auf der Seite von Fluidity Films
Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 27.02.2018
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