Review: Blood – You can’t bury the Truth (Blu-ray)

Das Blu-ray-Cover von "Blood" (Quelle: Koch Media)

Das Blu-ray-Cover von „Blood“ (Quelle: Koch Media)

Inhalt: Bei der Familie Fairburn gibt es nur einen wahren Job: Polizist werden. Der inzwischen an Alzheimer erkrankte Vater Lenny (Brian Cox, „Match Point“) war der härteste Hund der gesamten Einheit und wurde von Kollegen und Verdächtigen ebenso respektiert wie gefürchtet. Auch seine Söhne Joe (Paul Bettany, „Der große Crash – Margin Call“) und Chrissie (Stephen Graham, „Texas Killing Fields – Schreiendes Land“) sind seit vielen Jahren im Morddezernat zu finden. Als die Leiche eines Teenager-Mädchens im Skatepark gefunden wird, können sich die beiden bei ihrem Chef Robert (Mark Strong, „Dame, König, As, Spion“) für die Leitung des Falles empfehlen.

Bald führen alle Spuren zu dem wegen Exhibitionismus vorbestraften Sonderling Jason (Ben Crompton, „Hit & Miss“). Als das Duo den Verdächtigen laufen lassen muss, greifen die beiden zur Selbstjustiz. Nach einer Party entführen Sie Jason, um ihn zu einem Geständnis zu zwingen. Doch an diesem Abend geht alles schief, sodass bald die Zukunft der beiden Brüder auf dem Spiel steht. Nach und nach wird besonders der lebenslustige Chrissie immer mehr von Schuldgefühlen zerfressen.

Kritik: Dieser britische Film wurde von Nick Murphy („The Awakening“) inszeniert. Der Oscar-gekrönte Regie-Star Sam Mendes betätigte sich hier im Produktionsteam. „Blood“ ist eine interessante Mischung aus Schuld und Sühne-Familiendrama und kühlem Polizeithriller. Der Film basiert auf der Miniserie „Conviction“ aus dem Jahr 2004. Wer hier fesselnde Spannung erwartet, wird aber eher enttäuscht sein. Der sehr gemächlich erzählte Krimi-Plot ist äußerst konventionell und relativ vorhersehbar. Erst in den letzten 30 Minuten kommt von dieser Seite etwas Tempo in den Film. Auch die Schauwerte in dem Film sind eher zu vernachlässigen. Hier springt nicht mehr als ein biederer TV-Krimi heraus. Deutlich mehr Qualität zeigt die Geschichte auf zwischenmenschlicher Ebene, in der durchaus clever mit Fragen nach moralischer Verpflichtung gespielt wird.

Starker Cast rettet mäßigen Film

Joe steigert sich imer mehr in seinen Fall herein (Quelle: Koch Media)

Joe steigert sich imer mehr in seinen Fall herein (Quelle: Koch Media)

Die Hauptqualitäten des Filmes liegen bei dem sehr namhaften britischen Cast, der aus den Figuren ein Maximum herausholt. Paul Bettany spielt den nicht unbedingt sympathischen Joe, der alles tut, um seine Tat im Dunklen zu lassen, nach und nach aber immer mehr von seiner Selbstsicherheit verliert. Bettany löst das Ganze mit einem sehr emotionalen Auftritt. Mindestens genauso stark spielt „Boardwalk Empire“-Star Stephen Graham den stets positiven Chrissie, der mit der Situation überfordert ist und immer mehr verzweifelt. Mark Strong gefällt als analytischer Einzelgänger, der den Brüdern nach und nach auf die Schliche kommt. Abgerundet wird die Besetzung von Oldie Brian Cox der hier als ehemals harter, aber sehr verwirrter Mann eine gewohnt überzeugende Leistung liefert.

Chrissie tut alles, um seinem Bruder zu helfen (Quelle: Koch Media)

Chrissie tut alles, um seinem Bruder zu helfen (Quelle: Koch Media)

Mangels komplett überzeugender Krimi-Geschichte, gelingt es Nick Murphy mit „Blood – You can’t bury the Truth“ nicht, vollkommen zu gefallen. Vor allem in der ersten Hälfte gibt es zu viel Leerlauf und einige inszenatorische Schwächen. Hier holt eine ganze Reihe exzellenter Schauspieler die Kastanien aus dem Feuer und sorgt dafür, dass der Film als ordentliche Charakterstudie funktioniert.

Der Film ist ab dem 30.08.2013 auf DVD und Blu-ray erhältlich.

3 von 5 Punkten

Bild: Die Bildqualität ist sehr ordentlich. Die Bilder sind immer recht scharf und verfügen über eine zufriedenstellende Detailzeichnung. Die Farben sind sehr kühl angelegt, passen aber zur Atmosphäre des Films. Der Schwarzwert ist etwas zu hell, sodass auch die Kontraste nicht immer perfekt sind. Es ist durchgängig ein minimales Bildrauschen zu erkennen, das aber nicht weiter stört. Insgesamt ein immer noch überdurchschnittlicher Transfer.

3,5 von 5 Punkten

Ton: Die deutsche und die englische Tonspur liegen in einem verlustfreien DTS-HD MA 5.1-Ton vor. Die Dialoge sind sehr gut verständlich. Die Hintergrundgeräusche wie beispielsweise auf der Party und der Score wurden atmosphärisch eingearbeitet. Große Bässe und Soundeffekte sind bei dem ruhigen Film natürlich nicht zu erwarten gewesen.

3,5 von 5 Punkten

Extras: Ein ordentliches Interview mit Paul Bettany und Nick Murphy (11 Minuten) und einige Trailer sind die einzigen Bonusmaterialien auf der Blu-ray.

2 von 5 Punkten

Gesamt: 3 von 5 Punkten


Quelle: flimmer GmbH, YouTube

Blood – You can't bury the Truth

Originaltitel:Blood – You can't bury the Truth
Regie:Nick Murphy
Darsteller:Paul Bettany, Stephen Graham, Brian Cox, Mark Strong
Genre:Krimi, Drama
Produktionsland/-jahr:UK, 2012
Verleih:Koch Media
Länge:92 Minuten
FSK:ab 16 Jahren

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 31.08.2013
Blood – You Can’t Bury The Truth (Blu-ray)

3 comments on “Review: Blood – You can’t bury the Truth (Blu-ray)”

  1. Martin Zopick Antworten

    Ein ungewöhnlich persönlicher Thriller, denn die Morde an einem Teenager und einem religiösen Fanatiker löst ein ganzer Familienclan. Eine ergreifende emotionale Lösung erwartet die Zuschauer.
    Chrissie (Stephen Graham) und Joe (Paul Bettany) suchen den Mörder von Angie. Und finden auch einen, der passt: Jason Buleigh (Ben Crompton), ein religiöser Fundamentalist. Die beiden Brüder lassen ihn am Strand sein Grab schaufeln, Joe erschlägt und vergräbt ihn. Doch die Suche geht weiter. Es scheint als würden die beiden Fairburn Brüder davonkommen.
    Doch Gewissensbisse und Schuldgefühle plagen die Fairburns. Chrissie, der jüngere, sensiblere gesteht es seiner Freundin Jemma (Zoe Tapper), die er eigentlich heiraten will. Joes Tochter Miriam (Naomi Battrick) hat etwas gesehen, Ehefrau Lily (Natascha Little) ahnt etwas. Beide bedrängen Joe massiv. Eine ruhige Phase der Besinnung, in der besonders Chrissie mit sich kämpft, während Joe sich betrinkt.
    Der einzig Aufrechte bei der Polizei ist Robert (Mark Strong). Er ermittelt mit viel Einfühlungsvermögen konstant und konsequent. Er lässt die Fairburn Brothers an der langen Leine zappeln. Und dann ist da noch der alte Fairburn (eindrucksvoll Brian Cox): ein längst pensionierter Polizist und dement. Er überrascht alle mit einem Geständnis. Doch das kann Joe nicht hinnehmen. Eindrucksvoll entlastet er seinen Vater. Im Gespräch vorher wird ein Motiv genannt, warum Leute morden: aus Liebe. Hier sind fast alle Arten von Liebe (inklusive Freundschaft) an der Lösung beteiligt. Eine kleine Perle, in der sich Spannung, Lebensfreude und viel Gefühl vermischen um das Sprichwort zu verifizieren ‘Blut ist dicker als Wasser‘.

    • Thomas Antworten

      Danke für deine ausführliche Analyse und den anderen Ansatz an die Geschichte. Kann mich leider nicht mehr wirklich an den Film erinnern (und war da noch arg in der Frühphase meines Geschreibsels) – aber jetzt wäre ich echt gespannt, wie ich heutzutage zu dem Teil stehe. Falls ich demnächst mal dazu kommen sollte, melde ich mich.

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