Review: Doctor Who Staffel 3 (Blu-ray)

Das Blu-ray-Cover von "Doctor Who Staffel 3" (© Polyband)

Das Blu-ray-Cover von “Doctor Who Staffel 3” (© Polyband)

Inhalt: Nach dem Verlust seiner Begleiterin Rose reist der Doctor (David Tennant, „Broadchurch“) zunächst alleine durchs Weltall. Eines Tages taucht plötzlich Donna (Catherine Tate) in der TARDIS auf, die wenige Sekunden vorher noch auf dem Weg zum Traualtar war. Mit ihr kämpft der Doctor darum, eine interplanetare Verschwörung zu stoppen und ihre Hochzeit zu retten. Eine wirkliche Begleiterin findet er aber in der Doktorandin Martha Jones (Freema Agyeman), die komplett begeistert vom Leben mit dem Doctor ist. Gemeinsam reisen die beiden durch die Zeit, lernen düstere Varianten der Zukunft und interessante Punkte der Vergangenheit kennen und bekämpfen mysteriöse Kreaturen wie die „Weeping Angels“. Auch die Daleks zeigen mit Nachdruck, dass sie noch nicht vernichtet sind. Der härteste Kampf steht dem Doctor aber erst bevor, als der „Master“ (John Simm, „Intruders – Die Eindringlinge“) wieder auf der Bildfläche erscheint – ein alter Feind und Time Lord.

Kritik: Es sind inzwischen schon wieder einige Jahre ins Land gegangen, seitdem David Tennant als 10. Doctor in der britischen Kult-Serie das Publikum begeistert hat. Diese 3. Staffel war so eine Art Wendepunkt, da hier beide Hauptfiguren des Neustarts (Christopher Eccleston und Billie Piper) keine Mitglieder der Serie mehr waren. Nach dem ersten Auftritt von Komikerin Catherine Tate als anstrengende Donna Noble – die wohl als Dauerbesetzung schwer funktionieren würde – in einem temporeichen und spaßigen Weihnachts-Special bekommt auch Freema Agyeman in „Einmal Mond und zurück“ eine skurrile und ausgesprochen unterhaltsame Episode spendiert, um sich als neue Begleiterin des Doctors in Windeseile zu etablieren. Nach der etwas austauschbaren Episode 2 „Der Shakespeare Code“ liefern die Macher mit „Festgefahren“ eine böse, futuristische Gesellschafts-Satire.

Der Doctor und Martha haben Ärger (© Polyband)

Der Doctor und Martha haben Ärger (© Polyband)

Eine ziemlich klassische Doppelfolge ist dann mit „Daleks in Manhattan“ und „Evolution der Daleks“ zu sehen. Auch wenn die Geschichte kein denkwürdiges Highlight der „Doctor Who“-Memoiren wird, ist Kurzweil garantiert. Darüber hinaus gibt es einen angenehm veränderten Blick auf die so langlebigen Gegenspieler des Doctors und den Gastauftritt eines blutjungen Andrew Garfield („Hacksaw Ridge – Die Entscheidung“), der heute natürlich mit anderen Augen betrachtet wird. Ausgerechnet Mark Gatiss („Sherlock“) sorgt mit seiner Episode „Der Preis der Jugend“ für den vielleicht schwächsten Teil dieser Staffel. Ein schwerfälliger Plot und lachhaft schlechte Trickeffekte sorgen dafür, dass hier wohl nur Hardcore-Fans auf ihre Kosten kommen. Die nächste Folge „42“ liefert hohes Tempo und gruselige Gegenspieler, lässt aber auch ein wenig den Esprit vermissen.

Den gibt es zu Genüge in der zweiteiligen Geschichte, die in „Die Natur des Menschen“ und „Blutsbande“ erzählt wird. Neben einem unkonventionellen Plot und wunderbar überdrehten Antagonisten bleibt hier vor allem ein ungewöhnlicher und berührender Auftritt von David Tennant im Gedächtnis. Die Episode „Nicht blinzeln“ zählt bei vielen als einer der besten Beiträge in der kompletten modernen Ära von „Doctor Who“. Wie hier banale Gegenstände wie Engelsstatuen für Gänsehaut-Horror eingesetzt werden und gleichzeitig eine komplexe, aber nachvollziehbare Zeitreise-Geschichte erzählt wird, ist beeindruckend. Darüber hinaus steht die gewohnt bezaubernde Carey Mulligan („Suffragette – Taten statt Worte“) – noch vor ihrem Durchbruch – im Zentrum der Episode, was ebenfalls dafür sorgt, dass hier absolutes Spitzen-Fernsehen entstanden ist.

Die finalen drei Folgen erzählen wieder eine zusammenhängende Story. Der Doctor stößt an seine Grenzen, die ganze Welt ist in Gefahr, John Barrowman kehrt als Jack Harkness zurück und eine der bekanntesten Figuren des Universums wird hier eingeführt. John Simm erstmals als „Over the Top“-Fiesling Master zu erleben, ist exzellente Unterhaltung. Wenn dazu noch eine Kino-Ikone wie Derek Jacobi („Mord im Orient Express“) seinen Gastauftritt hat, darf man die Serie in Topform erwarten. Auch wenn die Serie in der zweiten Hälfte deutlich stärker wird, sind David Tennant und Freema Agyeman durchgängigen absolute Konstanten im Geschehen. Neben seinem charismatisch-geschwätzigen Ansatz an den Doctor, darf Tennant in dieser Staffel öfters zeigen, dass er ein äußerst wandelbarer Schauspieler ist. Freema Agyeman gelingt es schnell, aus Martha Jones eine äußerst beliebte Begleiterin zu machen. Clever, wehrhaft, humorvoll und charmant trifft sie immer den Ton der Serie.

Über zehn Jahre nach der Erstveröffentlichung zeigt von „Doctor Who Staffel 3“ trotz ein paar Durchhängern immer noch eindrucksvoll, weshalb sie sich im Kopf so vieler Fans gehalten hat. David Tennant und Freema Agyeman sind ein großartiges Hauptdarsteller-Duo, die hier von einer erstaunlichen Riege von Gaststars unterstützt werden. Nach ein paar durchwachsenen Episoden in der ersten Hälfte, gibt es im zweiten Teil der Staffel nur noch überzeugende Folgen, bei denen allein „Nicht blinzeln“ schon herausragend genug ist, um das ganze Jahr zu einem positiven Erlebnis zu machen.

Diese Jungs sind nicht so nett, wie sie aussehen (© Polyband)

Diese Jungs sind nicht so nett, wie sie aussehen (© Polyband)

Die Box ist ab dem 23.02.2018 auf Blu-ray erhältlich.

4 von 5 Punkten

 

Bild: Der Transfer der Staffel steht – allein schon wegen Budget und Alter – knapp hinter den aktuellen Veröffentlichungen der Serie. Dennoch sind Schärfe und Detaildarstellung fast immer auf gutem Niveau. Auch die Farbgebung ist mit Ausnahme von ein paar Kleinigkeiten gelungen. Kontraste und Schwarzwert sind zwar nicht immer ohne Makel, aber in jedem Fall zufriedenstellend. In den dunkleren Szenen ist manchmal ein merkliches Rauschen erkennbar gewesen. Insgesamt ist die Präsentation aber ziemlich sauber und ruhig.

3,5 von 5 Punkten

Ton: Der deutsche und der englische DTS-HD 5.1-Ton liefern angemessen solide Qualität. Natürlich spielt sich ein großer Teil der Präsentation im Frontbereich ab. Die Dialoge sind dabei immer gut zu verstehen. In der recht dynamischen Abmischung gibt es hier und da ein paar nette Effekte, wenn es beispielsweise zu Explosionen kommt, der Doctor seinen Schraubenzieher bedient, oder die TARDIS abhebt. Allerdings hätten Präsentation und Bässe etwas kräftiger sein dürfen. Dafür beziehen auch noch Musik und Hintergrundgeräusche die äußeren Boxen gelegentlich mit ein.

3,5 von 5 Punkten

Extras: Ein Booklet in der Hülle, „Doctor Who Confidential“-Beiträge zu allen Episoden (insgesamt 152 Minuten), vier Videotagebücher (insgesamt 105 Minuten), Audiokommentare zu allen Episoden, die Dokumentation „Music and Monsters“ (59 Minuten), der Beitrag „The Doctor Revisited: The Tenth Doctor“ (25 Minuten), eine Studiotour mit Freema Agyeman (18 Minuten), ein paar entfernte Szenen (18 Minuten), ein Outtake-Video (5 Minuten) und zahlreiche Teaser und Trailer liefern den gewohnt reichhaltigen Mehrwert zur Serie.

5 von 5 Punkten

Gesamt: 4 von 5 Punkten


Quelle: Series Trailer MP, YouTube

Doctor Who - Staffel 3

Originaltitel:Doctor Who - Season 3
Showrunner:Steven Moffat
Darsteller:David Tennant, Freema Agyeman, John Simm
Genre:Science-Fiction-Serie
Produktionsland/-jahr:UK, 2006-2007
Verleih:Polyband Medien
Länge:12 Episoden zu je 45 Minuten + Weihnachts-Episode (60 Minuten)
FSK:ab 12 Jahren

Mehr Informationen findet ihr auf der Seite von Polyband

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 02.03.2018
Review: Doctor Who Staffel 3 (Blu-ray)

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