Review: Suffragette – Taten statt Worte (Kino)

Das Hauptplakat von "Suffragette - Taten statt Worte" (© Concorde Filmverleih)

Das Hauptplakat von „Suffragette – Taten statt Worte“ (© Concorde Filmverleih)

Inhalt: In einer Wäscherei in London arbeitet die junge Mutter Maud Watts (Carey Mulligan, „Am grünen Rand der Welt“) seitdem sie sieben Jahre alt ist. Sie hat sich nie beschwert und stets zuverlässig ihre Arbeit gemacht. Erst ihre Kollegin Violet (Anne-Marie Duff, „Unter Beobachtung“) bringt sie zum Nachdenken. Violet ist seit längerem Mitglied der Suffragetten, einer Frauenbewegung, die sich für das Wahlrecht und die allgemeine Gleichberechtigung einsetzt. Die Gruppe unter der Leitung von Emmeline Pankhurst (Meryl Streep, „Into the Woods“) wird wegen zahlreicher Aktionen von der Polizei gesucht. Dennoch lässt sich Maud darauf ein, Violet zu einem Treffen zu begleiten. Schon bald sieht sie, wofür es sich zu kämpfen lohnt. Doch der Einsatz ist hoch: Sie muss ihr altes Leben aufgeben und kämpft jenseits des Gesetzes darum, Nachfolgegenerationen ein besseres Dasein zu ermöglichen.

 

Kritik: Die Suffragetten (stammt vom Begriff „suffrage“=Wahlrecht) kämpften im frühen 20. Jahrhundert darum, den Frauen die Möglichkeit zu erstreiten, wählen zu gehen. Dieser aufopferungsvolle Einsatz um Gleichberechtigung war bereits mehrmals die Grundlage für Verfilmungen. So veröffentlichte HBO Films erst 2014 „Alice Paul – Der Weg ins Licht“ (u.a. mit Hilary Swank), der sich mit der gleichen Thematik in den USA beschäftigte. Dieser neue Ansatz von Sarah Gavron spielt in London rund um das Jahr 1915. Eine gelungene Ausstattung und ein trister Look transportieren den Zuschauer relativ schnell in das recht hoffnungslose Leben von Protagonistin Maud. Leider macht Gavron schon in der ersten Szene, wo die Hauptfigur in einen handfesten Protest der Suffragetten gerät, den Fehler, sich weniger auf ihre Ängste als auf die Umgebung zu konzentrieren. Es gibt einige solche Szenen und ein Lücken in der Handlung, die den Zuschauer immer wieder aus dieser eigentlich packenden Geschichte werfen.

Maud wird verhaftet (© Concorde Filmverleih)

Maud wird verhaftet (© Concorde Filmverleih)

In anderen Sequenzen ist „Suffragette“ wiederum wirklich stark. Eine emotionale Rede von Aufstandsanführerin Emmeline Pankhurst oder ein Hungerstreik der Widerstandskämpferinnen zeigen, was bei dem Film insgesamt möglich gewesen wäre. Dass das Geschehen nicht zu distanziert wird, ist zum großen Teil einer erneut fantastischen Performance von Carey Mulligan zu verdanken. Mit kraftvollem und intelligenten Spiel holt sie schon mit der Mimik jede Nuance aus ihrer Figur und trägt das Geschehen im Alleingang. An ihrer Seite kämpfen Anne-Marie Duff, Meryl Streep und Helena Bonham Carter („Cinderella“) um die Rechte der Frauen, bekommen aber nicht viele Gelegenheiten, sich wirklich auszuzeichnen. Brendan Gleeson („Im Herzen der See“) liefert als ermittelnder Polizist eine souveräne Darstellung, wird aber nicht bis an seine Leistungsgrenze gefordert. Da gelingt es noch eher Ben Whishaw („The Danish Girl“), der den immer mehr entnervten Ehemann von Maud spielt, für ein paar schöne Momente zu sorgen.

Insgesamt überzeugt „Suffragette – Taten statt Worte“ vor allem als opulentes Ausstattungskino. Die Inszenierung der Geschichte ist unspektakulär und dabei ziemlich konventionell. Der Film versucht dankenswerter Weise nicht, die Zuschauermeinung zu steuern, zeigt aber immer die Wichtigkeit der gegebenen Thematik. Dabei bleibt der Film recht unterhaltsam und berührend, was aber hauptsächlich der tollen Leistung von Carey Mulligan zuzuschreiben ist.

3,5 von 5 Punkten


Quelle: Concorde Filmverleih, Leinwandreporter TV, YouTube

Suffragette - Taten statt Worte

Originaltitel:Suffragette
Regie:Ryan Coogler
Darsteller:Carey Mulligan, Helena Bonham Carter, Meryl Streep, Brendan Gleeson
Genre:Drama
Produktionsland/-jahr:UK, 2015
Verleih:Concorde Filmverleih
Länge: 107 MinutenFSK: ab 12 Jahren
Kinostart:04.02.2016
Homepage:Suffragette - Taten statt Worte

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 04.02.2016
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