Review: Im Herzen der See (Kino)

Das Kino-Plakat von "Im Herzen der See" (© Warner Bros Pictures Germany)

Das Kino-Plakat von “Im Herzen der See” (© Warner Bros Pictures Germany)

Inhalt: Im Jahr 1850 besucht der Autor Herman Melville (Ben Whishaw, „SPECTRE“) den ehemaligen Seefahrer Thomas Nickerson (Brendan Gleeson, „Am Sonntag bist du tot“), um von ihm die Geschichte hinter einer Legende zu hören. Angeblich war er Zeuge, als ein großer, weißer Wal sich gegen die Menschen wandte, die seine Artgenossen töten. Nur widerwillig lässt sich Nickerson davon überzeugen, über die Tatsachen zu berichten. Im Jahr 1820 war er (jetzt: Tom Holland, „Wolf Hall“) erstmals auf einem großen Walfänger dabei. Unter dem Kommando des unerfahrenen Kapitäns George Pollard (Benjamin Walker) und seines ersten Offiziers, des routinierten Owen Chase (Chris Hemsworth, „Blackhat“) sticht die Essex in See, um Wal-Öl zu sammeln. Schon früh geraten Pollard und Chase immer wieder aneinander, müssen sich aber zum Wohle der Mission zusammenraufen. Sie wähnen sich am Ziel aller Wünsche, als sie auf einen riesigen Schwarm der Tiere treffen. Doch ein weißes Ungetüm sorgt dafür, dass das Boot schwer beschädigt wird und viele Männer ihr Leben verlieren. Ohne ausreichende Mittel auf hoher See gestrandet, müssen die Befehlshaber die Crew nach Hause bringen. Dabei macht es den Anschein, dass der Wal ihnen folgt.

Kritik: Der Roman „Moby Dick“ von Herman Melville ist ein absoluter Literatur-Klassiker, der schon mehrmals verfilmt wurde. Vor allem die Version mit Gregory Peck als Kapitän Ahab dürfte fast jedem Filmfan ein Begriff sein. Wie vom zweifachen Oscar-Preisträger Ron Howard bekannt, möchte er die Geschichte hinter der Geschichte erzählen und hält sich an das Material, das Melville zu seinem Roman inspirierte. Obwohl er mit dem Material nicht so gut fährt wie zuletzt mit dem genialen „Rush – Alles für den Sieg“ ist es Howard gelungen, eine zwar nicht fehlerlose, aber packende Geschichte zu erzählen. Der Einfall, Melville gemeinsam mit dem Publikum zum Zuhörer zu machen, war zwar grundsätzlich nicht verkehrt, aber gerade diese Szenen wirken nicht wirklich gut ins Geschehen eingebettet und ein wenig gezwungen. Daran können auch starke Schauspieler wie Brendan Gleeson, Ben Whishaw und Michelle Fairley („Game of Thrones“) recht wenig ändern.

Owen Chase ist auf hoher See zu Hause (© Warner Bros Pictures Germany)

Owen Chase ist auf hoher See zu Hause (© Warner Bros Pictures Germany)

Die Haupt-Story rund um die Ereignisse auf der Essex wirkt hier deutlich gefälliger. Hier gelingt es Howard, komplett auf zähe Elemente zu verzichten und die Handlung mit angenehmem Tempo und brauchbaren Dialogen voranzutreiben. Auch die Ausstattung auf dem Schiff ist durchaus überzeugend. Leider verlassen sich die Macher aber ein wenig zu oft auf (passable) CGI-Effekte, die der Atmosphäre ein wenig im Wege stehen. Spätestens, wenn die Seeleute dann übers Meer irren und um geistige und körperliche Gesundheit kämpfen, konzentriert sich der Film auf seine Schauspieler. Wie so oft, behindern die etwas zu gepflegten Frisuren und Bärte die Glaubwürdigkeit des Geschehens (in moderatem Rahmen). Ob der Zuschauer in Chris Hemsworth den idealen Seebär erkennen kann, ist lange Zeit etwas fraglich. Das ändert aber nichts daran, dass er mit vollem Einsatz seinem Part leben gibt. Die Kombination von ihm und Benjamin Walker passt aber in jedem Fall. Als ziemlich gegensätzliche Typen, die gerade zu Beginn wie ein altes Ehepaar streiten, sind sie ganz klar im Zentrum des Filmes. Auch der Ire Cillian Murphy („The Dark Knight Rises“), um den es zuletzt auf der großen Leinwand etwas ruhiger geworden ist, darf sich hier als zweiter Offizier mal wieder zeigen. Der junge Tom Holland deutet als jugendliche Version von Brendan Gleeson sein Potenzial an.

Ron Howard hat mit Sicherheit schon bessere Filme gemacht. Dennoch ist auch „Im Herzen der See“ ein durchweg gelungenes Werk. Kleinigkeiten wie eine etwas lahme Rahmengeschichte und die nicht komplett passenden Effekte fallen zwar auf, verhindern aber nicht das fesselnde Abenteuer auf hoher See, welches der Zuschauer hier zu sehen bekommt. So wird es durchaus verständlich, weshalb Herman Melville von dieser Story zu seiner bekanntesten Arbeit inspiriert wurde.

3,5 von 5 Punkten


Quelle: Warner Bros Pictures, Leinwandreporter TV, YouTube

Im Herzen der See

Originaltitel:In The Heart Of The Sea
Regie:Ron Howard
Schauspieler:Chris Hemsworth, Benjamin Walker, Cillian Murphy, Ben Whishaw,
Tom Holland, Brendan Gleeson
Genre:Action, Abenteuer
Produktionsland/-jahr:USA, 2015
Kinostart:03.12.2015
Verleih:Warner Bros Pictures
Länge:120 Minuten
FSK:ab 12 Jahren
Homepage des Films:Im Herzen der See

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 02.12.2015
Review: Im Herzen der See (Kino)

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