Review: Blackhat (Kino)

Das Kinoplakat von "Blackhat" (Quelle: Universal Pictures)

Das Kinoplakat von “Blackhat” (Quelle: Universal Pictures)

Inhalt: Bei einer Cyber-Attacke in China kommt es zu einer Explosion in einem Atomkraftwerk. Um gegen die gefährlichen Terroristen vorgehen zu können, schließen sich chinesische und amerikanische Geheimdienste zusammen. Da sie bei der Bearbeitung des Falls nicht vorankommen, schlägt der IT-Experte Chen Dawai (Leehom Wang) vor, seinen ehemaligen Kommilitonen und begabten Hacker Nicholas Hathaway (Chris Hemsworth, „The Avengers“) hinzuzuziehen. Das einzige Problem: Nicholas sitzt wegen Betrugs 15 Jahre in Haft. In ihrer Verzweiflung lassen sich die Amerikaner darauf ein, ihm den Deal anzubieten, für Lösung des Falls seine Haftstrafe aufzuheben. Der Hacker sieht das Ganze als eine Art Herausforderung, die er recht furchtlos angeht. Doch schon bald muss er einsehen, dass seine Gegner keine moralischen Grenzen kennen. Es beginnt ein Katz- und Mausspiel rund um den halben Globus.

Drehbuch: Das Skript zum Film stammt vom Debütanten Morgan Davis Foehl, der bislang nur im Schnitt Filmerfahrung gesammelt hat. Dafür ist ein überraschend komplexes Drehbuch entstanden, das trotz logischer Lücken einen spannenden Cyber-Terror-Action-Mix liefert und insgesamt überzeugt.

Regie: Natürlich ist eine derartige Geschichte wie gemacht für den Action-Veteranen Michael Mann, der sich zuletzt nach dem eher enttäuschenden „Public Enemies“ eine Pause von mehr als fünf Jahren gegönnt hat. Natürlich ist der Film visuell wieder einmal eine Wucht. Effekte aus der Technik-Welt, Schießereien und weitere Action-Szenen, sind nah an der Perfektion inszeniert. Typisch für den Regisseur, hat auch „Blackhat“ mit 133 Minuten eine recht lange Spielzeit, die man dem Film teilweise auch anmerkt. Dennoch vermag es Mann dem Film auch sonst seine unverkennbare Handschrift zu geben und nicht nur Fans wirklich gute Unterhaltung zu liefern. Allerdings sollte man an einigen Stellen nicht zu genau nachdenken, da der gradlinige Actioner es sich dann doch hier und da etwas zu einfach macht. Der ein oder andere Moment kratzt am Hanebüchenen, was den Spaß dann doch etwas mindert.

Nicholas und Lien wollen möglichst unauffällig bleiben (Quelle: Universal Pictures)

Nicholas und Lien wollen möglichst unauffällig bleiben (Quelle: Universal Pictures)

Look: Wie bereits erwähnt, sieht der Film wirklich toll aus. Hier kann vor allem Manns knackige Hochglanzinszenierung von „Miami Vice“ zum Vergleich herangezogen werden. Bei den Schusswechseln braucht sich „Blackhat“ keinesfalls hinter dem Klassiker „Heat“ verstecken.

Chris Hemsworth kann weit mehr als „Thor“

Schauspieler: Den meisten Kinogängern ist der Australier Chris Hemsworth als Halbgott Thor aus den Marvel-Superhelden-Adaptionen bekannt. Doch schon als James Hunt in dem fantastischen Rennfahrer-Film „Rush – Alles für den Sieg“ bewies sich Hemsworth als wandlungsfähig. Hier gelingt es ihm, trotz seiner zu einem Hacker schon widersprüchlichen Physis, zu jeder Phase des Filmes zu überzeugen. Er hat auch in dieser Rolle den Charme und das Charisma, um „Blackhat“ praktisch alleine zu tragen. Die Actionsequenzen spielt er natürlich auch problemlos. Unter seinen Co-Stars ist Viola Davis („Prisoners“) wohl die bekannteste Darstellerin, muss hier aber als FBI-Agentin, die mit Nicholas arbeitet, nicht an ihre Grenzen gehen.

Spannung/Unterhaltungswert: Wenn ein solcher Stoff einem Michael Mann vorgelegt wird, kann es eigentlich nicht langweilig werden. So bietet auch „Blackhat“ trotz kleiner Längen spannende und fintenreiche Unterhaltung, die bis zum etwas überdrehten Finale sehenswert ist.

Chen wirbt Nicholas für die Operation an (Quelle: Universal Pictures)

Chen wirbt Nicholas für die Operation an (Quelle: Universal Pictures)

Dramatik: Auch wenn der Film keinen allzu auffälligen emotionalen Tiefgang hat, funktioniert die Geschichte eines Mannes, der unter Extrembedingungen um eine zweite Chance kämpft – auch dank des guten Hemsworth – jederzeit.

Humor: „Blackhat“ bietet dem Zuschauer so einiges, aber Humor gehört nicht dazu.

Liebe/Romantik: Nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis findet Nicholas schnell eine neue Liebe, mit der er so einiges durchlebt.

Fazit: Nach seiner Pause ist Michael Mann das Comeback mit „Blackhat“ durchaus geglückt. Vor allem wegen der starken Action vergibt man diesem etwas zu langen Thriller seine logischen Missgeschicke und konzentriert sich voll auf die Unterhaltung, die dieser Film auf jeden Fall liefert.

3,5 von 5 Punkten


Quelle: Universal Pictures, Leinwandreporter TV, YouTube

Blackhat

Originaltitel:Blackhat
Regie:Michael Mann
Darsteller:Chris Hemsworth, Viola Davis, William Mapother
Genre:Action-Thriller
Produktionsland/-jahr:USA, 2014
Kinostart:05.02.2015
Verleih:Universal Pictures
Länge:133 Minuten
FSK:ab 16 Jahren

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 05.02.2015
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