Review: Die 5. Welle (Kino)

Das Kino-Plakat von "Die 5. Welle" (© Sony Pictures Germany)

Das Kino-Plakat von „Die 5. Welle“ (© Sony Pictures Germany)

Inhalt: Noch vor kurzem war Cassie (Chloë Grace Moretz, „Hugo Cabret“) ein ganz normaler Teenager, deren größte Sorge der gute Ruf an der Highschool war. Doch auf einmal tauchten „Die Anderen“ am Himmel auf. Die Außerirdischen begannen, die Erde systematisch zu entvölkern, bis nach vier Angriffswellen nur noch wenige Menschen übrig geblieben sind. Während Cassies kleiner Bruder Sam (Zackary Arthur) in dem Armeestützpunkt von Colonel Vosch (Liev Schreiber, „Ray Donovan“) Unterschlupf gefunden hat, zieht sie allein übers Land.

Dabei kann sie niemandem vertrauen, da die Aliens menschliche Wirte übernommen haben. Erst in Evan (Alex Roe), der ihr das Leben rettet, findet sie einen Gleichgesinnten. Obwohl sie sich auch bei ihm nicht sicher ist wird er zur letzten Hoffnung, sie wieder mit ihrem Bruder zu vereinen.

 

Kritik: Gerade erst ist mit „Die Tribute von Panem – Mockingjay Teil 2“ eine äußerst erfolgreiche Filmreihe, die auf Jugendbuch-Bestsellern basiert, beendet worden. Daneben sind zahlreiche andere vergleichbare Werke noch in Produktion. Auch „Die 5. Welle“ reiht sich hier ein. Der Film basiert auf dem gleichnamigen Roman von Rick Yancey, der die Eröffnung einer Trilogie ist. Für die Regie wurde J Blakeson verpflichtet, der mit „Spurlos – Die Entführung der Alice Creed“ zwar erst einen Film im Lebenslauf stehen hat, der aber dafür durchaus sehenswert war. Zu Beginn macht Blakeson mit seinem Team einiges richtig. Nach einer düsteren Eröffnung-Szene führt er temporeich und effektiv in die Welt des Filmes ein. Während der erste drei Wellen, die das bekannte Leben immer mehr auslöschen, ist „Die 5. Welle“ ein überaus vielversprechendes Endzeit-Szenario. Nach wirklich gelungenen ersten 30 Minuten verliert der Film aber spürbar den Faden.

Evan und Cassie gehen in Deckung (© Sony Pictures Germany)

Evan und Cassie gehen in Deckung (© Sony Pictures Germany)

Sobald sich die Geschichte in zwei Erzählstränge aufsplittet, scheint nicht mehr genug Substanz zu bleiben, um wirklich zu fesseln. Cassie wird von Evan gerettet, was der Auftakt für eine der albernsten Liebesgeschichten der jüngeren Vergangenheit ist. Sichtbar bald verpuffende Streitigkeiten und clevere Überlebenstipps von Evan, die in einem Entwaffnungs-Training gipfeln, das in Realität ein sicher tödlichen Ausgang nehmen würde, sind hier noch die harmlosen Momente.

Wenn sie ihn dann heimlich beim Holzhacken beobachtet, gleitet diese Romanze ins Schmierige ab. Die parallel erzählte Geschichte auf der Militärbasis, wo die Jugendlichen für einen möglichen Kampfeinsatz ausgebildet werden, ist zwar ziemlich vorhersehbar und nicht immer logisch. Dafür ist der Unterhaltungswert hier auch außerhalb unfreiwilliger Komik vorhanden und ein wenig Sozialkritik wird dazu noch eingestreut.

Chloë Grace Moretz war als Hit Girl in „Kick-Ass“ 2010 die Senkrecht-Starterin der Branche. Mit ihrem frechen, unbedarften Spiel wurde sie schnell zum Liebling der Kinogänger. Inzwischen ist sie 18 Jahre alte und eine feste Größe in Hollywood, scheint aber genau diese Unbedarftheit ein wenig verloren zu haben. Als auf sich alleine gestellter Teenager wirkt sie sehr bemüht, das Optimum aus ihrer Rolle zu holen, was aber auch wegen des etwas hölzernen Skripts nur bedingt funktioniert. An ihrer Seite ist der Brite Alex Roe das Objekt ihrer Begierde, kann aber ebenso wenig glänzen wir Nick Robinson („Jurassic World“), der Cassies „Highschool Sweetheart“ Ben spielt.

Einzig Maika Monroe („It Follows“), die in verändertem Look als rebellische Soldatin Ringer zu sehen ist, spielt eine Figur, die ein paar Ecken und Kanten hat. Liev Schreiber ist als Armee-Befehlshaber Volsch im Auto-Pilot, was aber immer noch für eine ordentliche Leistung reicht. Dazu kommt eine merklich gealterte Maria Bello („Demonic – Haus des Horrors“), die als Sergeant Reznik nicht besonders viel zu tun kriegt.

Insgesamt ist „Die 5. Welle“ noch eine einigermaßen passable Jugendbuch-Adaption, die aber nach einem gelungenen ersten Akt immer mehr unter logischen Lücken, der dümmlichen Romanze und den eindimensionalen Figuren zu leiden hat. Ob es trotz dieser Probleme reicht, um an die Erfolge von „Panem“ und „Divergent“ anzuknüpfen, muss dann doch bezweifelt werden.

2 von 5 Punkten


Quelle: Sony Pictures, Leinwandreporter TV, YouTube

Die fünfte Welle

Originaltitel:The Fifth Wave
Regie:J Blakeson
Darsteller:Chloë Grace Moretz, Nick Robinson, Maika Monroe, Liev Schreiber, Maria Bello
Genre:Fantasy, Action
Produktionsland/-jahr:USA, 2015
Verleih:Sony Pictures Germany
Länge: 117 MinutenFSK: ab 16 Jahren
Kinostart:14.01.2016
Homepage:Die fünfte Welle

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 14.01.2016
Review: Die 5. Welle (Kino)

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