Review: Spurlos – Die Entführung der Alice Creed (Blu-ray)

Bildquelle: Ascot Elite

Inhalt: Die Industriellentochter Alice Creed (Gemma Arterton,
The Girl with all the Gifts“) trifft ein hartes Schicksal: Sie wird auf offener Straße von zwei Männern in einen Lieferwagen gezogen und entführt. Die Entführer Vic (Eddie Marsan, “Southcliffe“) und der jüngere Danny (Martin Compston) bringen Alice in eine präparierte Wohnung. Dort fesseln die beiden sie ans Bett und schießen Fotos von ihr, die sie gemeinsam mit einer Lösegeldforderung von 2 Millionen Pfund an den Vater schicken. Nach dem anfänglich alles glatt zu laufen scheint, tauchen schnell die ersten Probleme mit der überraschend wehrhaften Geisel auf.

Kritik: Der britische Regisseur und Drehbuchautor J Blakeson (Drehbuch zu „The Descent 2“) inszenierte dieses ungewöhnliche Kammerspiel mit gerade einmal drei Darstellern. Die Geschichte , die die meiste Zeit in einer Wohnung spielt, soll die akribischen Kriminellen und das Töchterchen aus reichem Hause sehr nah, sehr intensiv und sehr ungeschönt zeigen. Durch viele Wendungen in der Handlung schafft es der Film dabei, Spannung zu kreieren. Allerdings sorgen die Wendungen ebenfalls dafür, dass die auf Realismus angelegte Geschichte gerade in der Schlussphase etwas konstruiert wirkt.

Zu viel gewollt

Der vielleicht wichtigste Punkt, um ein solches Kammerspiel funktionieren zu lassen, sind die Leistungen der Schauspieler. Ex-Bondgirl Gemma Arterton, die im vergangenen Jahr durch den hervorragenden „Immer Drama um Tamara“ ihre Fähigkeit, einen ganzen Film zu tragen, eindrucksvoll bewiesen hat, zeigt hier vollen Körpereinsatz und gibt sich wunderbar uneitel. Trotz ihres hingebungsvollen Einsatzes will aber der letzte Funke bezüglich der ihr drohenden Gefahr nicht überspringen. Martin Compston als junger, eigentlich netter Krimineller liefert eine solide Vorstellung. Er kann durchaus überzeugen, schafft es aber nicht, die nötige Intensität und Tiefe in seine Rolle zu bekommen. Eddie Marsan liefert die wohl stärkste Vorstellung der Besetzung. Sein Vic ist dominant, professionell und launisch. Er scheint meistens Herr der Lage zu sein, strahlt aber auch die Gefahr eines drohenden Gewaltausbruchs aus. Der Zuschauer zweifelt in keinem Moment daran, dass Vic bereit wäre, Alice für seine Freiheit zu töten.

„Spurlos – Die Entführung der Alice Creed“ (Originaltitel: „The Disappearance of Alice Creed“ ) bewegt sich qualitativ über dem Genre-Durchschnitt. Er ist durchaus spannend, zeigt interessante Ansätze und die Schauspielleistungen sind sehr ordentlich. Trotzdem ist der Film weit davon entfernt, das packende und anspruchsvolle Kammerspiel zu sein, was er sein möchte. Die Story ist dafür nicht realistisch genug und die Schauspieler sind gut, aber nicht überragend genug (außer vielleicht Eddie Marsan), um mit ihren Charakteren den Zuschauer fesseln zu können. Zusätzlich ist der deutsche Titel „Spurlos“ eine Irreführung, da dieser Film nichts mit einer Suche nach Alice Creed zu tun hat, sondern ausschließlich ihre Zeit bei den Entführern zeigt. Durch die vielen kleinen Schwächen verzichtete der Verleih in Deutschland auch komplett darauf, den Film im Kino zu zeigen. Für einen Filmabend zu Hause ist „Spurlos – Die Entführung der Alice Creed“ trotzdem eine ordentliche Wahl.

3 von 5 Punkten

Bild: Das Bild der Blu-Ray ist recht gut gelungen. Die Schärfe und Klarheit ist stets gegeben. In den dunklen Szenen bekommt das Bild aber einen leichten Graustich.

4 von 5 Punkten

Ton: Die deutsche und englische Tonspur verfügen über DTS-HD-5.1-MA-Sound. Beide sputen können überzeugen. Die Dialoge sind klar und verständlich und Hintergrundgeräusche werden gut wiedergegeben. Dass hier kein Surround-Feuerwerk geboten wird ist anhand der Art des Films wenig überraschend.

4 von 5 Punkten

Extras: Der Audiokommentar von J Blakeson ist sehr informativ, verfügt aber nicht über deutsche Untertitel. Die Interviews mit Cast und Crew geben einige weitere Informationen. In einem Feature „Beim Dreh“ hat man die Möglichkeit, J Blakeson bei der Arbeit über die Schulter zu schauen.Das ist eine originelle Idee, wurde jedoch recht monoton aufgezogen. Das zwölf Minuten lange Making Of bietet keinerlei Mehrwert, da auch die oben genannten Interviews hier noch einmal übernommen wurden. Die „Deleted Scenes“ und Trailer runden die Extras ab. Die Extras sind zwar sehr reichhaltig, besitzen aber fast alle nur eine mäßige Qualität.

3,5 von 5 Punkten

Gesamt: 3,5 von 5 Punkten

 

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Bildquelle: Ascot Elite, Youtube

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