Review: Hugo Cabret (DVD)

Das DVD-Cover von "Hugo Cabret" (Quelle: Paramount Home Entertainment)

Das DVD-Cover von “Hugo Cabret” (Quelle: Paramount Home Entertainment)

Inhalt: Nach dem Tod seines Vaters (Jude Law, „Hautnah“) und Onkels (Ray Winstone, „London Boulevard“ ) muss der 12-jährige Hugo (Asa Butterfield, „Wolfman“) im Pariser Bahnhof leben. Am Bahnhof zieht er die Uhren auf und versteckt sich vor dem rabiaten Stationsvorsteher (Sascha Baron Cohen, „Der Diktator“). Der erfinderische und geschickte Junge setzt alles daran, um das Vermächtnis seines Vaters, einen kaputten Schreibroboter, wieder ans Laufen zu bekommen.

Dafür stiehlt er immer wieder Kleinteile bei dem Spielzeughändler George (Ben Kingsley, „Lucky Number Slevin“). Als dieser ihn eines Tages erwischt und Hugo zur Strafe das Notizbuch seines Vaters abnimmt, rechnet er nicht damit, was für ein Kampfgeist in dem kleinen Jungen steckt. Gemeinsam mit Georges Patentochter Isabelle (Chloe Grace Moretz, „Texas Killing Fields“ ) versucht Hugo, das Buch zurückzuerobern. Dabei stoßen die beiden auf ein beeindruckendes Geheimnis aus Georges Vergangenheit.

 

Kritik: Regie-Legende Martin Scorsese („Taxi Driver“) wagte sich im Kino mit „Hugo Cabret“ auf vollkommen neues Terrain: Er drehte einen 3D-Film. Sein Wagemut wurde 2012 von der Academy mit fünf (Technik-) Oscars bei elf Nominierungen gewürdigt. Doch auch in 2D ist dieser Film nicht weniger beeindruckend. Zunächst ist der Film viel mehr als das, was den Zuschauern in den Trailern vorgegaukelt wurde. „Hugo Cabret“ ist kein reiner Kinderfilm, sondern eher ein Film für Cineasten und Kinoliebhaber.

In seiner fantasievollen Geschichte verneigt sich Scorsese, der selbst vielleicht einer der größten aller Filmliebhaber ist vor dem Stummfilmregisseur Georges Méliès, der mit über 500 Filmen die Urgeneration der Filmemacher entscheidend prägte. Dass vielen Zuschauern Méliès kein Begriff sein dürfte, tut der Freude beim Anschauen in keinster Weise einen Abbruch. Die wunderschön gefilmten und zutiefst beeindruckenden Bilder dieses liebenswert altmodischen Films sind ein Geniestreich, die langsam aufbauende Handlung entführt einen in eine regelrecht magische Welt.

 

Hugo und Isabelle stoßen auf ein Geheimnis(Quelle: Paramount Home Entertainment)

Hugo und Isabelle stoßen auf ein Geheimnis(Quelle: Paramount Home Entertainment)

Die Jungstars, der Routinier und eine Überraschung

Damit dieser Film funktioniert, musste der junge Hauptdarsteller Asa Butterfield eine emotionale und glaubwürdige Höchstleistung vollbringen. Dass der zum Zeitpunkt der Drehs 13-Jährige diese Anforderungen in jeder Szene erfüllt kann nicht hoch genug gewürdigt werden. Chloe Grace Moretz, die zu Recht als das Toptalent unter den Hollywood-Jungstars gehandelt wird, spielt nicht weniger überzeugend als Butterfield. Ben Kingsley, der in den letzten Jahren hauptsächlich in peinlichem Filmschrott („Der Love-Guru“, „BloodRayne“ etc.) zu sehen war, darf hier endlich mal wieder zeigen, warum er zu den besten Schauspielern der Welt zählt. Aus seinem hochemotionalen und vielschichtigen Auftritt als gebrochener Mann zieht der Film einen guten Teil seiner Spannung.

Die eigentlich Sensation dieses Films heißt aber Sascha Baron Cohen. Der Blödelbarde, der sonst seine Witze nach der Holzhammermethode einsetzte, beweist hier, dass er ein richtig guter und dabei unglaublich komischer Schauspieler sein kann. Mit perfektem Timing seiner Slapstick-Einlagen sorgt er für sympathisch-ironische Elemente im Film, ohne dabei jemals in Klamauk herabzugleiten. Daneben sind noch Christopher Lee (Saruman the Whit aus „Herr der Ringe“), Emily Mortimer (Rachel aus „Shutter Island“), Ray Winstone und Jude Law in mehr oder weniger kleinen Rollen zu sehen.

Sascha Baron Cohen überrascht als ungeschickter Stationsvorsteher (Quelle: Paramount Home Entertainment)

Sascha Baron Cohen überrascht als ungeschickter Stationsvorsteher (Quelle: Paramount Home Entertainment)

In einer Szene sagt Hugo zu Isabelle: „Früher sind mein Vater und ich immer ins Kino gegangen. Es war etwas Besonderes für uns.“ Diese Zeile scheint dem wehmütigen Altmeister Scorsese aus der Seele zu sprechen, der sich in Zeiten von seelenlosen Michael Bay-Franchises und Remakes auf die Werte des alten und magischen Kinos besinnt. Auch wenn „Hugo Cabret“ an manchen Stellen etwas sehr verträumt und naiv wirkt, ist Scorsese ein wunderbarer Film für große und kleine Filmfans gelungen, der auf allen Ebenen eine gelungene Abwechslung zum sonstigen Filmangebot liefert.

Ab dem 16.08.2012 ist der Film auf DVD und Blu-Ray erhältlich.

4,5 von 5 Punkten

 

Bild: Paramount Pictures ist ein beeindruckender Bildtransfer auf DVD gelungen. Das tolle Ausgangsmaterial hat eine bestechende Schärfe, eine gute ausgewogene Farbwahl und befindet sich auch sonst meistens auf Blu-Ray-Niveau.

5 von 5 Punkten

Ton: Der englische und deutsche Ton in Dolby Digital 5.1 ist auf gutem DVD-Niveau. Die Dialogverständlichkeit ist jederzeit gut und die Effekte sprechen die Boxen in ordentlich an, wirken aber teilweise etwas frontlastig.

4 von 5 Punkten

Extras: Leider ist das 20-minütige Making of „Auf den Mond geschossen“ das einzige Extra. Speziell bei einem Werk wie „Hugo Cabret“ wären mehr Hintergrundinformationen wünschenswert gewesen.

2 von 5 Punkten

Gesamt: 4 von 5 Punkten


Quelle: Paramount Home Entertainment, YouTube

Hugo Cabret

Originaltitel:Hugo
Regie:Martin Scorsese
Darsteller:Asa Butterfield, Chloe Grace Moretz, Ben Kingsley, Sascha Baron Cohen
Genre:Drama
Produktionsland/-jahr:USA, 2011
Verleih:Paramount Pictures
Länge:121 Minuten
FSK:ab 6 Jahren
Homepage:Hugo Cabret

 

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 08.08.2012
Review: Hugo Cabret (DVD)

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