Review: Interstellar (Kino)

Das Plakat von "Interstellar" (Quelle: Warner Bros Pictures)

Das Plakat von “Interstellar” (Quelle: Warner Bros Pictures)

Inhalt: Nicht viele Jahre von heute entfernt hat die globale Erwärmung die Erde nachhaltig verändert: Tiere und Pflanzen sterben nach und nach aus, Sandstürme fegen regelmäßig durchs Land und fast alle Menschen müssen als Farmer arbeiten, um sich und andere zu verpflegen. Auch Cooper (Matthew McConaughey, „Mud – Kein Ausweg“) baut in großem Stil Mais an, um seine Tochter Murph (Mackenzie Foy, „Conjuring – Die Heimsuchung“), seinen Sohn Tom (Timothée Chalamet, „Homeland“) und seinen Schwiegervater Donald (John Lithgow, „Dexter Season 4“) über die Runden zu bringen. Als Cooper und Murph eine kryptische Nachricht erhalten, werden sie zu einer geheimnisvollen Station geführt. Dort arbeitet Professor Brand (Michael Caine, „Die Unfassbaren – Now You See Me“), seine Tochter Amelia (Anne Hathaway, „The Dark Knight Rises“) und wenige andere Personen an einem Plan, mit einer Raumfähre andere Planeten für eine mögliche Umsiedlung zu erforschen. Aufgrund seiner Vergangenheit als Astronaut stellt Cooper den idealen Kandidaten für diese Mission dar. Schweren Herzens lässt er sich überreden, seine Familie zu verlassen, um für die Zukunft der Menschheit einzustehen. Weder er noch die anderen Crew-Mitglieder haben eine Ahnung, wie lang dieser Trip dauern wird. Sie begeben sich auf eine Reise in fremde Galaxien, immer auf der Suche nach einer möglichen neuen Heimat.

Kritik: Der Engländer Christopher Nolan dürfte der vielleicht größte Regie-Visionär nach der Jahrtausend-Wende sein. Nach seinem Durchbruch mit dem rückwärts erzählten „Memento“ (2000) leistete er sich mit „Insomnia“ seinen einzigen Durchhänger (auch wenn der Film ebenfalls nicht schlecht war), ehe er mit seiner „Batman“-Trilogie die Welt der Comic-Verfilmungen nachhaltig veränderte, mit „Prestige – Die Meister der Magie“ eines der cleversten Werke des vergangenen Jahrzehnts präsentierte und zuletzt mit „Inception“ Millionen Zuschauer begeisterte. Die Erwartungen an „Interstellar“ konnten eigentlich nicht mehr größer sein. Und man kann fast uneingeschränkt sagen, dass Nolan abliefert. Sicherlich ist der Film – nicht nur aufgrund seiner 169 Minuten Spiellänge – wesentlich sperriger und weniger Mainstream-tauglich wie seine Vorgänger. Das war aber auch schon anhand der ersten Trailer zu erwarten gewesen. Vor allem visuell dürfte „Interstellar“ jeden beeindrucken. Wie vom Regisseur bekannt, hat er wieder auf 35mm gedreht und auf 3D verzichtet. Der Ausfall von Kameramann Wally Pfister, der bei „Transcendence“ selbst Regie geführt hat, konnte durch tolle Panorama- und Detail-Aufnahmen von Ersatzmann Hoyt Van Hoytema („Her“) problemlos aufgefangen werden.

Starke Stars in hypnotischen Welten

Noch kann Cooper Zeit mit seiner Tochter verbringen (Quelle: Warner Bros Pictures)

Noch kann Cooper Zeit mit seiner Tochter verbringen (Quelle: Warner Bros Pictures)

Gerade natürlich im Weltall ist „Interstellar“ besonders beeindruckend. Die traumhaft schönen Sternenbilder, Wurmlöcher und weiteres beweisen, was man mit CGI alles erreichen kann. Nicht nur wegen der fesselnden Weltraum-Bilder und dem gewohnt bombastischen Hans Zimmer-Score werden hier öfters Erinnerungen an den Stanley Kubrick-Klassiker „2001: Odyssee im Weltraum“ geweckt. Nolan schafft es aber, dem ganzen Geschehen, das teilweise einiges vom Zuschauer abverlangt, eine eigene, moderne, streckenweise schon beinahe philosophische Note zu verleihen. Gegen Ende wünscht man sich als Zuschauer fast, dass der Film noch etwas länger dauert, da einige Handlungspunkte doch sehr schnell zusammengeführt werden und sich das ansonsten starke Drehbuch (von Christopher und Jonathan Nolan) kleine Stolperer leistet.

Schon bald muss Coop mit Amelia den Fortbestand der Menschheit sichern (Quelle: Warner Bros Pictures)

Schon bald muss Coop mit Amelia den Fortbestand der Menschheit sichern (Quelle: Warner Bros Pictures)

Wie zuletzt bei Nolan üblich, kann auch „Interstellar“ wieder mit einer tollen Starbesetzung aufwarten, die aber auch wieder einmal das gute Händchen des Regisseurs unter Beweis stellt. Nachdem noch einige etwas argwöhnisch geguckt hatten, als die Besetzung mit Matthew McConaughey in der Hauptrolle bekannt gegeben wurde, sind diese spätestens durch „True Detective“ und „Dallas Buyers Club“ eines besseren belehrt worden. Auch in dieser sehr emotionalen, charismatischen Rolle entpuppt sich McConaughey als ebenso großer Volltreffer wie Anne Hathaway als ehrgeizige Forscherin Amelia an seiner Seite. Auch bei der weiteren Besetzung muss man nur Namen wie Jessica Chastain („Mama“), Casey Affleck, Michael Caine, John Lithgow, Ellen Burstyn („Requiem for a dream“), Matt Damon („Elysium“) und Topher Grace („The Double“) nennen, um über das Niveau in diesem Film Bescheid zu wissen. An dieser Front stimmt eigentlich alles.

Geht man rein nach der Optik, ist „Interstellar“ auf jeden Fall der beste Film des Jahres. Die Welten von Christopher Nolan entfalten über die volle Spielzeit einen unvergleichlichen Sog. Die Erzählung ist zwar manchmal etwas sperrig, macht aber auch Freude, wenn man sich darauf einlässt. Es geht hauptsächlich um die letzte halbe Stunde, die wegen kleiner Fehler dem Film das Prädikat Meisterwerk abspenstig macht. Viel gefehlt hat Christopher Nolan bei seinem Griff nach den Sternen aber nicht.

4,5 von 5 Punkten


Quelle: Warner Bros Pictures, Leinwandreporter TV, YouTube

Interstellar

Originaltitel:Interstellar
Regie:Christopher Nolan
Darsteller:Matthew McConaughey, Anne Hathaway, Jessica Chastain, Casey Affleck, Michael Caine, John Lithgow, Ellen Burstyn, Matt Damon
Genre:Science Fiction
Produktionsland/-jahr:USA, 2014
Verleih:Warner Bros
Länge:169 Minuten
FSK:ab 16 Jahren
Kinostart:06.11.2014

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 06.11.2014
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