Review: Requiem for a dream (DVD)

Requiem for a dream (Bildquelle: Hitmeister)

Inhalt: So schnell kann sich das Leben ändern: Sara Goldfarb (Ellen Burstyn, „Der Exorzist“), eine vereinsamte ältere Witwe aus Brooklyn, findet wieder Sinn in ihrem Leben, als sie als Kandidatin für ihre Lieblings-Fernseh-Show ausgewählt wird. Sie beginnt Appetitzügler zu nehmen, um für die Show schlank zu sein. Doch die Appetitzügler enthalten auch Amphetamine, die Sara süchtig machen. Sie beginnt, den Bezug zur Realität zu verlieren.

Ihr heroinabhängiger Sohn Harry („30 Seconds to Mars“-Sänger Jared Leto) versucht währenddessen, mit seinem Kumpel Tyrone (Marlon Wayans, Shorty aus „Scary Movie“) als Drogendealer Geld zu verdienen, um ihren Heroinkonsum zu finanzieren. Auch Harrys Freundin Marion (Jennifer Connelly, Oscar für Alicia in „A beautiful mind“), ein Mädchen aus gutem Haus, stürzt mit in den Drogensumpf. Als der Dealer der drei keine Drogen mehr hat, eskaliert die Situation.

Kritik: „Requiem for a dream“ aus dem Jahr 2000 war der zweite Film von Regisseur Darren Aronofsky, der auch in den letzten Jahren mit intensiven, psychologisch harten Filmen wie „The Wrestler“ und „Black Swan“ für Furore sorgte. Hier nimmt er die Zuschauer mit auf einen Gefühlstrip, von dem sich wohl kein Zuschauer so schnell erholen dürfte. Die triste Umwelt der dunklen Ecken Brooklyns nimmt den Zuschauer sofort gefangen. Die Charaktere wirken alle sehr realistisch. Die Routine und Selbstverständlichkeit des Heroinkonsums schockiert und wird von der grandiosen Filmmusik von Clint Mansell, sowie der außergewöhnlichen Kamera- und Schnittarbeit perfekt untermalt.

Im Rausch der Hauptdarsteller erlebt der Zuschauer die Welt in bunten klaren Farben, die aber nur so angenehm gestaltet werden, dass der Zuschauer sich nicht zu sehr entspannt. Besonders die immer wiederkehrenden Szenen der Tabletten- und Heroineinnahme, werden die Zuschauer wohl nie wieder vergessen, da Aronofsky sie in extrehmen Nahaufnahmen mit kurzen, schnellen Schnitten zeigt und mit lauten Geräuschen untermalt.

Eine perfekte Besetzung nimmt uns mit auf den Höllentrip

Bei alldem handwerklichen Geschick und den innovativen Darstellungsformen, die uns Aronofsky in diesem Film zeigt: Der Film wäre niemals so gut geworden ohne seine Schauspieler. Ellen Burstyn liefert eine der ergreifendsten Vorstellungen der Filmgeschichte. Wie glaubwürdig sie die herzensgute, einsame Dame verkörpert, die wegen der Drogen langsam ihren Verstand verliert, sucht ihres gleichen. Dass sie sich bei der Oscar-Verleihung Julia Roberts (für „Erin Brockovich“) geschlagen geben musste, darf als Fehlentscheidung der Jury abgetan werden. Jared Leto liefert die wohl beste Performance seiner Karriere. Sein Harry ist, wenn er nicht auf Droge ist, lebensfroh, clever und emotional. Als Zuschauer spürt man förmlich, wie ihm die Lebensenergie durch das Heroin entzogen wird.

Marlon Wayans, der sonst hauptsächlich in albernen Komödien zu sehen ist, spielt eine ähnlich starke Rolle wie Leto. Jennifer Connelly sorgt für die kleinen, aber entscheidenden Momente im Film, da ihre Rolle Marion eigentlich die besten Voraussetzungen hat, aus ihrem Leben etwas zu machen. Das verwöhnte Mädchen, dass durch den schlechten Umgang zum Junkie wird, hätte klischeebeladen erscheinen können, wird aber durch ihr nuanciertes Spiel realitätsnah gehalten. Abgerundet wird diese grandiose Besetzung von einer denkwürdigen Nebenrolle gespielt von Keith David als Zuhälter und Drogendealer.

„Requiem for a dream“ ist alles und nichts. Der Film ist der Anfang und das Ende. Er nimmt dem Zuschauer die Luft und lässt ihn daraufhin wesentlich bewusster atmen. Der Film schöpft seine Brillianz daraus, dass es Aronofsky gelingt, die Geschichte der vier gescheiterten Existenzen ohne erhobenen Zeigefinger zu erzählen. Vielmehr begleitet er Menschen auf einem Abschnitt ihres Lebens. Jeder Zuschauer wird nach dem beklemmenden Film ergriffen und verstört sein und für einige Zeit weiter über das Gesehene nachdenken. Wenn ein Film so etwas schafft, dann ist er ohne Abstriche ein Meisterwerk der Filmgeschichte.

5 von 5 Punkten

 

Bild: Kontrast- und Bildschärfe auf der DVD sind sehr ordentlich. Leider sind einige Details nicht so deutlich hervorgehoben worden, wie es für die unvergesslichen Bilder von „Requiem for a dream“ gut gewesen wäre. Trotzdem ist das Bild insgesamt als gelungen zu beschreiben.

4 von 5 Punkten

Ton: Der deutsche Ton ist in 2.0 Stereo und in einem atemberaubend guten Dolby Digital 5.1-Sound vorhanden. Die Dialogverständlichkeit ist perfekt, die Effekte sprechen die ganze Anlage an und der Ton wurde homogen abgemischt. Für den deutschen Ton gibt es die volle Punktzahl. Warum allerdings der englische Originalton auf der DVD komplett fehlt, ist unerklärlich.

3 von 5 Punkten

Extras: Auf Bonusmaterialien wurde bis auf ein paar Trailer verzichtet. Das ist schade, da zu diesem grandiosen Film Hintergrundinformationen sicher sehr interessant gewesen wären.

1 von 5 Punkten

Gesamt: 4 von 5 Punkten


Quelle: Melanie Peters, YouTube

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 12.02.2012
Requiem for a dream (DVD)

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