Review: Prestige – Die Meister der Magie (Blu-ray)

Zwei Zauberer im Duell (Bildquelle: Hitmeister)

Eine Zaubershow Ende des 19. Jahrhunderts: Eine junge Frau (Piper Perabo, Violet aus „Coyote Ugly“) wird während der Show der Magierlegende Cutter (Michael Caine, Alfred aus den „Batman“-Filmen) von dessen Assistenten Robert Angier (Hugh Jackman, „Wolverine“) und Alfred Borden (Christian Bale, „Batman“) für einen Trick gefesselt und in einen Wassertank gesperrt. Der Trick geht schief und die Frau ertrinkt qualvoll. Robert, der mit der Frau liiert war, macht Alfred für ihren Tod verantwortlich. Zwischen den beiden entsteht eine Feindschaft. Robert wird dank seiner Entertainment-Qualitäten zu einem erfolgreichen Magier, während Alfred mehr im Verborgenen an seinen Künsten feilt. Als Alfred einen so spektakulären Zaubertrick erfindet, den niemand erklären kann, steigert sich Roberts Hass in Besessenheit. Schon bald wird der Tod fester Bestandteil im Wettstreit der beiden Rivalen. Robert sucht sich Hilfe beim genialen Erfinder Tesla (Rock-Legende David Bowie)

Regie-Superstar Christopher Nolan („Inception“) verfilmte im Jahr 2006 den Roman „Das Kabinett des Magiers“ vom britischen Autor Christopher Priest. Gemeinsam mit seinem Bruder Jonathan verfasste er das Drehbuch zu diesem Drama-Thriller-Mix mit Mystery-Elementen. Als Fan der rückwärts erzählten Mörderjagd „Memento“, mit der Christopher Nolan im Jahr 2000 seinen Durchbruch feierte, war Priest nur bereit, seinen Roman verfilmen zu lassen, wenn Nolan Regie führt. Der zuvor an der Verfilmung interessierte Oscar-Preisträger Sam Mendes („American Beauty“) wurde daher abgewiesen. So kam es, dass auch speziell wegen der einmaligen Erzählstruktur Christopher Nolans einer der spektakulärsten Filme der vergangenen Jahre entstanden ist. „The Prestige“ (Originaltitel) ist von der ersten Minute an hochspannend und fesselt den Zuschauer an den Sitz. Trotz zahlreicher Rückblenden wird die Handlung nie unübersichtlich. Dabei gelingt es Nolan, immer wieder unglaubliche Plot-Twists einzubauen, die zwar alle einer linearen Struktur folgen, aber umso länger der Film dauert, immer überraschender ausfallen. Die tolle Kameraführung von Wally Pfister und die perfekt gesetzten Schnitte von Lee Smith, die beide regelmäßig an Nolans Filmen mitwirken, sorgen für ein auch optisch grandioses Filmerlebnis.

Tolle Schauspieler als Assistenten in Nolans Zaubershow

Wie in all seinen Filmen kann sich Christopher Nolan auch bei „Prestige“ auf eine ganze Reihe hervorragender Charakterdarsteller verlassen. Christian Bale präsentiert sich als etwas introvertierter, egoistischer Alfred Borden in Hochform. Sein intensives Spiel voller Tiefgang in hat erneut seinen Ruf als talentierter Method-Actor unterstrichen. Allein mit seiner Mimik schafft er es schon, ganze Geschichten zu erzählen. Hugh Jackman gelingt es, mit der Leistung seines Kollegen mitzuhalten. In der Rolle des arroganten, aber durch den Tod seiner Frau verbitterten Robert liefert er eine packende Vorstellung. Es dürfte Jackmans deutlich anspruchsvollste und beste Rolle seiner bisherigen Karriere gewesen sein.

Auch in den Nebenrollen ist der Film erstklassig besetzt. Michael Caine als alter Zauber-Meister Cutter, spielt in der Rolle des Mentors der beiden Rivalen seine ganze Klasse aus. Seine Figur bildet so etwas wie die zentrale Verknüpfung in der Geschichte. Scarlett Johansson spielt die attraktive Olivia, die Alfred und Robert den Kopf verdreht, sehr emotional und lebendig. Rebecca Hall (Claire aus „The Town“)kann als Alfreds Ehefrau Sarah, die seine Stimme der Vernunft ist, ebenfalls überzeugen. Abgerundet wird das illustre Ensemble von David Bowie als etwas skurrilen und distanzierten Tesla und Andy „Gollum“ Serkis als dessen Gehilfen.

„Prestige – Die Meister der Magie“ ist Kino, wie es sein sollte: Packende Unterhaltung, intelligent umgesetzt, toll gespielt und voller Überraschungen. Dieser atemberaubende Film gewährt auch bei mehrmaligem Anschauen immer neue Nuancen in der Handlung, die sich nach und nach offenbaren. Warum dieser Film bei den Oscars 2007 nicht als „Bester Film“ nominiert wurde, wird das Geheimnis der Jury bleiben. Alle anderen dürfen sich zurücklehnen, um von Christopher Nolans Kunst verzaubert zu werden.

5 von 5 Punkten

Bild: Der Bildtransfer ist gut gelungen. Bei sehr hoher Schärfe und gutem Kontrast gibt es nur kleine Kritikpunkte: In dunklen Szenen ist das Bild teilweise etwas zu weich gezeichnet und ungenau. Ansonsten eine sehr plastische Umsetzung.

4,5 von 5 Punkten

Ton: Der deutsche und englische Ton liegt in Dolby Digital 5.1 vor. Der dialogreiche Film hat einen recht frontlastigen Sound. Trotzdem ist die Abmischung des Tons sehr gut und atmosphärisch. Die wenigen Effekte im Film sind sehr gut gelungen. Als schönes Extra ist auch eine englische Audio-Beschreibung des Films für Blinde enthalten.

4 von 5 Punkten

Extras: Die Bonusmaterialien der Blu-Ray sind zwar quantitativ eher gering, verfügen aber über eine hohe Qualität. Ein herausragendes 20-minütiges Making Of „Aus dem Notizbuch eines Regisseurs“ und eine Kurz-Doku mit Interviews mit Cast & Crew bieten zahlreiche Hintergrundinformationen. Ergänzt werden die Extras von einer Foto-Galerie und dem Kino-Trailer.
4 von 5 Punkten

Gesamt: 4.5 von 5 Punkten


Bildquelle: JayMS93, Warner Home, YouTube

The Prestige

Originaltitel:The Prestige
Regie:Christopher Nolan
Darsteller:Christian Bale, Hugh Jackman, Scarlett Johansson, Michael Caine
Genre:Thriller
Produktionsland/-jahr:USA, 2006
Verleih:Warner Bros.
Länge:125 Minuten
FSK:ab 12 Jahren
Homepage:"Prestige"

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 29.02.2012
Review: Prestige – Die Meister der Magie (Blu-ray)

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