Review: Elysium (Kino)

Das Hauptplakat von "Elysium" (Quelle: Sony Pictures Germany)

Das Hauptplakat von “Elysium” (Quelle: Sony Pictures Germany)

Inhalt: Im Jahr 2154 ist die Erde so gut wie komplett zerstört und die Bewohner vegetieren in heruntergekommenen Großstadt-Molochs vor sich hin. Die Superreichen leben auf der Raumstation Elysium im größten Luxus und können dank moderner Technik nicht krank werden. Jeder, der diesem selbstgeschaffenen Paradies zu nahe kommt, wird durch die Armee der brutalen Verteidigungsministerin Rhodes (Jodie Foster, „Der Gott des Gemetzels“) äußerst unsanft beseitigt. Auf der Erde sorgt der soziopathische Agent Kruger (Sharlto Copley, „District 9“) mit ganz eigenen Methoden dafür, dass keine illegalen Auswanderer Richtung Elysium starten.

Der vorbestrafte Fabrikarbeiter Max da Costa (Matt Damon, „Dogma“) hat eigentlich keinerlei Ambitionen, die Erde zu verlassen, bis er während der Arbeit einer tödlichen Strahlendosis ausgesetzt wird, die ihn innerhalb weniger Tage umbringen wird. Auch seine Jugendfreundin Frey (Alice Braga, „City of God“), deren Tochter Leukämie im Endstadium hat, muss auf die Raumstation, um die lebensrettenden Apparate zu benutzen. Max lässt sich einen modernen Kampfanzug an den Körper montieren und versucht alles, damit er der gesellschaftlichen Ungerechtigkeit entfliehen und sein Leben retten kann. Schon bald hat der Bluthund Kruger die Fährte von Max aufgenommen.

Gangster Spider kümmert sich um den Kampfanzug von Max (Quelle: Sony Pictures Germany)

Gangster Spider kümmert sich um den Kampfanzug von Max (Quelle: Sony Pictures Germany)

Kritik: Im Jahr 2009 gelang dem Südafrikaner Neill Blomkamp mit „District 9“ ein Low Budget-SciFi-Hit, der weltweit Erfolge feierte und gleich vier Oscar-Nominierungen einstreichen konnte. Das ging auch nicht an den Bossen von Sony Pictures vorbei, die ihn für „Elysium“mit einem Budget von 100 Millionen US-Dollar ausstatteten. Thematisch sind sich beide Filme, in denen es um futuristisch-dystopische Zweiklassengesellschaften geht, sehr ähnlich. Dennoch sind beide Werke auf ihre ganz eigene Art faszinierend. „Elysium“ ist düster und bedient sich geschmackvoll bei bekannten Werken vom „Metropolis“ bis „Total Recall“, vermittelt dabei aber eine menschliche und nachdenkliche Note. Die verzweifelten Flüchtlinge, die kurz vor dem künstlich angelegten Paradies den Tod finden, sollten auch den härtesten Zuschauer berühren. Es ist aber wirklich schade, dass nicht mehr von dem Leben auf der zukünftigen Erde gezeigt wird. Hier beschränkt sich der Blick ziemlich auf Max und Frey, die sich durch eine unterhaltsame, aber gegen Ende sehr konstruierte Story arbeiten.

Eine austauschbare Jodie Foster und Sharlto Copley als Fiesling des Jahres

Kruger sollte man sich nicht zum Feind machen (Quelle: Sony Pictures Germany)

Kruger sollte man sich nicht zum Feind machen (Quelle: Sony Pictures Germany)

Matt Damon hatte trotz der „Bourne“-Filme häufig das Problem, dass ihn niemand in der Rolle des harten Typen ernst genommen hat. Hier hat er mit gestählten Muskeln und kurzen Haaren keine Probleme, einen glaubhaften Action-Helden zu spielen und gibt seiner Figur noch eine menschlich herzliche Ebene. Weniger Glück hat da Jodie Foster, deren Verteidigungsministerin Rhodes so eindimensional böse und uninteressant geschrieben ist, das selbst eine derartige Ikone wie Foster hier nichts mehr retten kann. Der bessere Bösewicht ist hier ganz klar und deutlich Sharlto Copley, der mit herrlichem, überdrehtem Overacting, derbem Akzent und buschigem Vollbart einen kultig-diabolischen Fiesling gibt. Alice Braga hat ähnlich wie Jodie Foster mit einer eher langweiligen Rolle zu kämpfen, die sie aber solide ausfüllt. Als zweiter wunderbar ekliger Charakter wird am Anfang William Fichtner („Drive Angry“)als reicher Boss von Max eingeführt, der mit menschenverachtender Arroganz durch die Reihen seiner Untergebenen schreitet. Für Fichtner wäre wesentlich mehr Spielzeit zu wünschen gewesen.

„Elysium“ hat ein paar Schwächen in Logik, Ausarbeitung von (weiblichen) Figuren und Tiefgang, wodurch er nicht die Qualität seines Vorgängers erreicht. Trotzdem besitzt die Ausgangsgeschichte so viel Kraft und die Schauspieler, speziell hier Matt Damon und Sharlto Copley, so viel Klasse, dass auch Neill Blomkamps zweite Zukunftsvision neben hohem Unterhaltungswert auch den ein oder anderen Denkanstoß liefert.

3,5 von 5 Punkten


Quelle: Sony Pictures, YouTube

Elysium

Originaltitel:Elysium
Regie:Neill Blomkamp
Darsteller:Matt Damon, Jodie Foster, Sharlto Copley
Genre:Sc-Fi/Action
Produktionsland/-jahr:USA, 2013
Verleih:Sony Pictures Germany
Länge:109 Minuten
FSK:ab 16 Jahren
Kinostart:15.08.2013
Homepage:Der Internetauftritt-Auftritt von "Elysium"

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 15.03.2013
Elysium (Kino)

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