Review: Exodus: Götter und Könige (Kino)

Das Plakat von "Exodus" (Quelle: 20th Century Fox)

Das Plakat von “Exodus” (Quelle: 20th Century Fox)

Inhalt: Moses (Christian Bale, „American Hustle“) ist an der Seite von Thron-Folger Rhamses (Joel Edgerton, „Der große Gatsby“) am ägyptischen Königshof aufgewachsen. Seit jeher waren die beiden wie Brüder und wichen nicht von der Seite des anderen. Als dann aber der bisherige König Seti (John Turturro) verstirbt, ändert sich schnell einiges, da Rhamses mit harter Hand regiert. Als kurze Zeit später herauskommt, dass Moses nicht der wirklich Cousin des Königs ist, sondern ein Hebräer, der von seinen Eltern in frühester Kindheit ausgesetzt wurde, ist Rhamses außer sich vor Zorn. Er verstößt seinen langjährigen Freund und beginnt immer gnadenloser, die hebräischen Sklaven für seine Bauten zu missbrauchen. Viele Jahre später spricht Gott zu Moses und beauftragt ihn, sein Volk zu retten und wieder zurück in die alte Heimat Kanaan zu bringen. Sofort begibt sich der gläubige Mann an seine Aufgabe, bekommt aber die blutige Gegenwehr von Rhamses zu spüren. Erst eine ganze Reihe biblischer Plagen sorgt dafür, dass die Hebräer sich auf eine lange Reise in die Heimat begeben können.

Hintergrund: Nach einigen kommerziellen Misserfolgen verabschiedeten sich die Bibel-Filme Ende der 60er-Jahre zum großen Teil aus Hollywood. 2014 gelang es dann aber schon Darren Aronofsky mit seiner Interpretation von „Noah“ recht erfolgreich, testamentarischen Stoff filmisch zu verarbeiten, ehe jetzt die Moses-Geschichte eine Neuauflage erfährt.

Regie: Der britische Star-Filmemacher Ridley Scott hat in seiner langen Laufbahn auch schon einige historische Stoffe, wie beispielsweise „Gladiator“ und „Königreich der Himmel“, verfilmt. Aus diesem Grund bot er sich natürlich für einen derartigen Epos an. Er schafft ein pompöses, aber zeitweise zu oberflächliches Filmerlebnis, welches zwischen Menschenmassen, tollen Kostümen und biblischen Plagen gerade in der Figurenzeichnung ein paar Chancen ungenutzt lässt.

Moses zeigt seine Fertigkeiten im Kampf (Quelle: 20th Century Fox)

Moses zeigt seine Fertigkeiten im Kampf (Quelle: 20th Century Fox)

Look: Die 140 Millionen US-Dollar Budget wurden in die gewaltige Ausstattung gesteckt. So wird „Exodus“ zu eher altmodischen Überwältigungskino, bleibt aber ausgerechnet bei der berühmten Meeresszene optisch zu defensiv. Wie so oft in letzter Zeit, bleibt der 3D-Effekt eine verzichtbare Randnotiz.

Bale gewohnt stark – Edgerton enttäuscht

Schauspieler: Mit Christian Bale wurde ein Hauptdarsteller verpflichtet, der prinzipiell nicht schlecht spielen kann. Natürlich überzeugt er auch als biblischer Volksheld. Ganz anders ergeht es dem schon oft so starken Joel Edgerton, der sich in der Rolle des Rhamses als katastrophale Fehlbesetzung entpuppt. Mit einer Mischung aus Nervosität und Langeweile spielt er mit breitem australischen Akzent seinen Part nicht wirklich majestätisch herunter. Trotz prominenter Namen bleiben (schon rein handlungstechnisch) John Turturro, Sigourney Weaver („Rampart – Cop außer Kontrolle“), Aaron Paul („Breaking Bad“) und Ben Kingsley („Iron Man 3“) eher im Hintergrund. Trotz kleiner Rolle weiß Ben Mendelsohn („Mauern der Gewalt“) als ägyptischer Stadthalter noch am meisten zu gefallen.

Für Rhamses werden die Hebräer zu einer Bedrohung (Quelle: 20th Century Fox)

Für Rhamses werden die Hebräer zu einer Bedrohung (Quelle: 20th Century Fox)

Spannung/Unterhaltungswert: „Exodus“ ist ein Bibel-Epos, der von seinen Schauwerten lebt. Die eigentliche Geschichte von zerbrochener Freundschaft ist zeitlos und wird durch die Kampf- und Plagenszenen deutlich aufgepeppt. Dabei merkt man dem Film aber schon recht deutlich seine 150 Minuten Spielzeit an.

Dramatik: Schon in der Bibel ging es hoch her. Verrat, Feindschaft, Verlust, Genozid, Kindstod, Monster. Mit einer etwas stringenteren Erzählweise wäre der Film wirklich fesselnd gewesen.

Humor: Bei einem Bibelfilm nicht wirklich das springende Thema.

Romantik/Liebe: Wird hier eher auf tragische Weise bedient. Moses muss in Gottes Auftrag Frau und Kind zurücklassen, um sich um sein Volk zu kümmern.

Fazit: „Exodus: Götter und Könige“ ist weder Meisterwerk noch befürchtetes Desaster . Neben toller Optik (abgesehen von dem unnötigen 3D-Effekt) und einem gewohnt starken Hauptdarsteller leistet sich der Film einige Durchhänger und mit Joel Edgerton als Antagonisten einen Fehlgriff. Trotzdem ist die Regie von Ridley Scott immer noch gut genug, um einen überzeugenden Film für die Weihnachtszeit zu liefern.

3,5 von 5 Punkten


Quelle: 20th Century Fox, Leinwandreporter TV, YouTube

Exodus: Götter und Könige

Originaltitel:Exodus: Gods and Kings
Regie:Ridley Scott
Darsteller:Christian Bale, Joel Edgerton, Ben Kingsley
Genre:Historien-Abenteuer
Produktionsland/-jahr:USA, 2014
Kinostart:25.12.2014
Verleih:Twentieth Century Fox
Länge:150 Minuten
FSK:ab 12 Jahren

 

Mehr Informationen gibt es auf der Seite von Fox

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 23.12.2014
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