Review: Breaking Bad Staffel 1 (Blu-ray)

Das Cover von "Breaking Bad" Season 1 (Quelle Sony Pictures Home Entertainment)

Das Cover von “Breaking Bad” Season 1 (Quelle Sony Pictures Home Entertainment)

Inhalt: Walter White (Bryan Cranston, Hal aus „Malcolm mittendrin“) hat es noch nie leicht gehabt. Der Mann Anfang 50 arbeitet als Chemielehrer an einer Highschool und daneben noch in einer Autowaschanlage, um gemeinsam mit seiner schwangeren Frau Skyler (Anna Gunn, Martha Bullock aus „Deadwood“) und seinem an Kinderlähmung leidenden 16-jährigen Sohn Walter junior (RJ Mitte) über die Runden zu kommen. Doch dann erhält Walter eines Tages von seinem Arzt die Horrordiagnose, dass er inoperablen Lungenkrebs hat. Walter ist verzweifelt und überlegt, wie er für seine Familie vorsorgen könnte, wenn er einmal nicht mehr unter den Lebenden ist.

Erst als er einen ehemaligen Schüler, den nichtsnutzigen Kleindealer Jesse Pinkman (Aaron Paul, Francis aus „The Last House On The Left 2009“) durch Zufall wieder trifft, kommt ihm die scheinbar rettende Idee: Mit Walters grandiosen Chemiekenntnissen und Jesses Kontakten ins Milieu beginnen die beiden gemeinsam, Crystal Meth zu produzieren und gewinnbringend zu verkaufen. Der erste Deal geht aber gründlich schief und der Krebs nagt an Walters Verfassung. Zu Hause fühlt sich der einst biedere Chemielehrer auch nicht mehr wohl, da er Hank (Dean Norris, Tony aus „Total Recall“), den Ehemann von Skylers Schwester Marie (Betsy Brandt), der ein überaus bissiger Ermittler bei der Drogenbehörde DEA ist, auf seiner Spur wähnt. Es scheint nur eine Frage der Zeit, bis das ganze Vorhaben endgültig zur Katastrophe wird.

Eine kuriose Idee wird zum Kult

Kritik: „Breaking Bad“, was so viel heißt wie „vom rechten Weg abkommen“ ist nicht nur Titel, sondern auch Thema der Sendung. Vince Gilligan, der unter anderem schon zu 30 Folgen „Akte X“ das Drehbuch beigesteuert hat, entwickelte nach der fixen Idee eines Freundes. Dieser diskutierte mit Galligan, wie ein braver Mittelständer ins Drogengeschäft einsteigen könne, woraufhin Galligan das Konzept zu „Breaking Bad“ schrieb. Im Jahr 2008 liefen dann die sieben Episoden der ersten Staffel auf dem amerikanischen Sender AMC, der zu dieser Zeit schon weltweit Erfolge mit der Serie „Mad Men“ feierte. Zu diesem Zeitpunkt war noch nicht abzusehen, dass sich aus „Breaking Bad“ eine der besten Serien des neuen Jahrtausends entwickeln würde. Inzwischen ist Vince Galligan ein absolutes Schwergewicht auf dem Serienmarkt, was er seiner von vorne bis hinten unkonventionellen Serie zu verdanken hat.

In den ersten Folgen nimmt sich die Serie sehr viel Zeit, ihre Charaktere einzuführen und ihnen so den nötigen Raum zur Entfaltung zu geben. Die tragische Geschichte um Krebs und Drogen wird gekonnt mit skurrilen, düsteren und klamaukigen Humorelementen kombiniert. Die Ausdruckskraft der Kameraarbeit ist einmalig gut. Wie hier kleine, scheinbar unbedeutende Elemente in die Handlung eingebunden werden, die im Nachhinein die Geschichte entscheiden, wie intensiv die Emotionen in jedem Bild eingefangen werden, ist Weltklasse-Niveau.

Skyler hält Walter eine Standpauke (Quelle: Sony Pictures Home Entertainment)

Skyler hält Walter eine Standpauke (Quelle: Sony Pictures Home Entertainment)

Bryan Cranston und Aaron Paul – Ein Dreamteam

Alle Grundideen und handwerklichen Kniffe hätten aber niemals den Erfolg für die Serie gebracht, wenn die Schauspieler nicht so stark wären. Bryan Cranston, der zu diesem Zeitpunkt hauptsächlich durch Sitcoms wie „Malcolm mittendrin“ und „King of Queens“ bekannt war, ist die Idealbesetzung für Walter White. Der Zuschauer leidet mit dem braven Chemielehrer und Familienmensch und schüttelt den Kopf und lacht über dessen anfänglich unbeholfene Versuche, sich als Gangster zu verdingen. Es gibt keine einzige Minute, wo die Verwandlung von Walter unglaubwürdig erscheint. Für seine nuancierte und vielschichtige Glanzleistung erhielt er 2008 den ersten von drei aufeinander folgenden Emmy Awards und zwei weitere Golden Globe-Nominierungen als „Bester Hauptdarsteller einer Drama-Serie“.

Ähnlich stark agiert an seiner Seite Aaron Paul als cooler Möchtegern Jesse Pinkman. Er ist das totale Gegenteil von dem gebildeten Walter, redet nur in Slangsprache und ist wegen dem falschen Freundeskreis ins Drogenmilieu abgerutscht, obwohl auch er immer wieder sein Potenzial aufblitzen lässt. Jesse ist ein ehrlicher und netter Kerl, der aber so häufig Mist gebaut hat, dass er den rechten Weg aus den Augen verloren hat. Diese äußerst komplexe Figur spielt Aaron Paul mit einer angenehmen Leichtigkeit und wird so zu viel mehr als Walters Sidekick. Die Chemie zwischen den beiden Darstellern ist nahezu perfekt, sodass es unglaublich viel Freude bereitet, die beiden beim Arbeiten zu sehen.

Walters Ex-Schüler Jesse Pinkman hilft bei der "Vorsorge" (Quelle: Sony Pictures Home Entertainment)

Walters Ex-Schüler Jesse Pinkman hilft bei der “Vorsorge” (Quelle: Sony Pictures Home Entertainment)

Auch die weiteren Hauptdarsteller fallen nicht ab. Anna Gunn spielt die treusorgende Mutter und Ehefrau mit unglaublicher Kraft und Hingabe. RJ Mitte liefert als behinderter Sohn eine sprachliche und körperliche Glanzleistung. Betsy Brandt gefällt als überdrehte Tante Marie, die immer wieder für Probleme sorgt. Dean Norris spielt ihren Ehemann, den Drogenfahnder und Vorzeigemacho Hank mit sehr viel Präsenz und Ausstrahlung. Abgerundet wird die Besetzung von Raymond Cruz (Det. Sanchez aus „The Closer“), der als sadistischer und vollkommen durchgeknallter Drogenbaron Tuco Salamanca für einige der spektakulärsten Szenen der ersten Staffel sorgt.

In der ersten Staffel der Serie war noch nicht alles so grandios, wie es in den späteren Staffeln noch werden sollte. An der ein oder anderen Stelle gab es noch Längen und manche Witze schossen über das Ziel hinaus. Da „Breaking Bad“ aber auch schon zu diesem Zeitpunkt die Prädikate spannend, unterhaltsam, lustig, traurig, spektakulär und innovativ für sich beanspruchen konnte, macht das der Qualität nur einen geringen Abbruch.

4,5 von 5 Punkten

 

 

Walters Schwager Hank arbeitet beim DEA (Quelle: Sony Pictures Home Entertainment)

Walters Schwager Hank arbeitet beim DEA (Quelle: Sony Pictures Home Entertainment)

Bild: Der Bildtransfer ist angesichts des tollen Ausgangsmaterials nicht komplett gelungen. Schärfe und Kontrast sind in den meisten Szenen gut, schwanken aber manchmal. Der Schwarzwert ist satt und kräftig. Die Farbgebung ist natürlich, aber etwas dunkel und ein starkes Filmkorn sorgt für ein relativ unruhiges Bild.

3 von 5 Punkten

Ton: Der englische Ton liegt in DTS-­HD MA 5.1, der deutsche in DD 5.1 vor. In beiden Versionen ist die Dialogverständlichkeit sehr gut. Der englische Ton glänzt mit Dynamik und Räumlichkeit. Da kann der etwas dumpfere und frontlastige deutsche Ton leider nicht mithalten.

3,5 von 5 Punkten

Extras: Die Ausstattung mit Bonusmaterialien ist reichhaltig ausgefallen. Neben drei Audio-Kommentaren und einigen entfallenen Szenen liegen noch Probeaufnahmen, ein solides Making of, Interviews und eine Fotogalerie bei.

4 von 5 Punkten

Gesamt: 4 von 5 Punkten

Quelle: AMC, Der PromoViewer,YouTube

Breaking Bad Staffel 1

Originaltitel:Breaking Bad Season 1
Idee:Vince Galligan
Darsteller:Bryan Cranston, Aaron Paul, Anna Gunn
Genre:Dramaserie
Produktionsland/-jahr:USA, seit 2008
Verleih:Sony Pictures Home Entertainment
Länge:7 Episoden zu je 45 Minuten
FSK:ab 16 Jahren

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 27.08.2012
Breaking Bad – Season 1 (Blu-ray)

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