Review: Creed II – Rocky’s Legacy

Das Plakat zu "Creed II – Rocky's Legacy" (© Warner Bros)

Das Plakat zu “Creed II – Rocky’s Legacy” (© Warner Bros)

Inhalt: Adonis Creed (Michael B. Jordan, „Fantastic Four“) ist am Ziel seiner Träume: Er ist Schwergewichtsweltmeister und hat sich privat dazu entschlossen, seiner Freundin Bianca (Tessa Thompson, „Auslöschung“) einen Antrag zu machen. Doch mitten in all die positiven Erlebnisse platzt ein böser Geist aus der Vergangenheit: Der russische Boxer Ivan Drago (Dolph Lundgren, „Aquaman“), der vor über 30 Jahren im Ring Apollo Creed – den Vater von Adonis – getötet hatte, taucht in der Stadt auf. Er möchte für seinen Sohn Viktor (Florian Munteanu) einen Titelkampf Creed gegen Drago für die neue Generation organisieren. Von Rachegedanken getrieben, möchte Adonis trotz der massiven Einwände seines Trainers Rocky (Sylvester Stallone, „Escape Plan 2 – Hades“) in den Ring steigen – eine Entscheidung, für die er einen hohen Preis bezahlen soll.

Kritik: Es ist inzwischen fast 43 Jahre her, dass sich Sylvester Stallone das erste Mal als Titelheld in „Rocky“ die Boxhandschuhe schnürte. Nach vier Fortsetzungen bis zum Jahr 1990 schien das Franchise sein natürliches Ende erreicht zu haben – der zu diesem Zeitpunkt 44 Jahre alte Stallone war schließlich auch nicht mehr ganz in dem passenden Alter für einen Weltklasse-Boxer. Doch dann folgte 2006 ein erstaunlich gelungenes Comeback mit „Rocky Balboa“. Doch selbst da war das Ende noch nicht erreicht: Der 2015er „Creed – Rocky’s Legacy“ von Ryan Coogler war nicht nur das wohl beste Sequel der Reihe, sondern brachte Stallone als Box-Trainer Rocky einen Golden Globe und eine Oscar-Nominierung ein. Da war eine erneute Fortsetzung rund um den von Michael B. Jordan gespielten Sohn von Apollo Creed (Carl Weathers) nur eine Frage der Zeit.

Mit Steven Caple Jr. übernahm erneut ein hoffnungsvoller Nachwuchs-Regisseur die Inszenierung. Fans der Reihe wird es wohl nicht wundern, dass hier eine spürbare Nähe zu „Rocky IV – Der Kampf des Jahrhunderts“ herrscht – der keinesfalls besten, aber wohl unterhaltsamsten Fortsetzung des Franchises. Hier besteht gar nicht unbedingt das Ziel, die Ausnahmeklasse des Vorgängers zu erreichen. Viel mehr werden sehr reale familiäre Probleme mit 80er-Jahre-Macho-Attitüde, Trainingsmontagen und abermals guten Kampfszenen gemischt. Obwohl der Innovationsfaktor sehr begrenzt ist, entwickelt sich wieder ein guter und durchaus packender Film.

Nach über 30 Jahren heißt es noch einmal Creed vs. Drago (© Warner Bros)

Nach über 30 Jahren heißt es noch einmal Creed vs. Drago (© Warner Bros)

Gerade die – wie ein Gimmick anmutende – Involvierung des Drago-Clans funktioniert überraschend gut. Dolph Lundgren, der im vierten Teil der Reihe als tödliche Kampfmaschine Ivan bekannt wurde, zeigt hier als gebrochener Mann, der die Schmach von damals endlich tilgen möchte, eine schauspielerisch erstaunlich starke Leistung. Florian „Big Nasty“ Munteanu, der seine erste große Rolle spielt, hat die angsteinflößende physische Präsenz seines Filmvaters und liefert auch darstellerisch ordentliches Kino. Selbst Brigitte Nielsen, die sich inzwischen als „Dschungel-Königin“ bezeichnen darf, kehrt für eine Kurzrolle zurück.

Michael B. Jordan zählt berechtigt zu den aufkommenden Stars der letzten Jahre. Als Adonis, der eigentlich alle Gründe hätte, glücklich zu sein, aber nach Genugtuung für den frühen Verlust seines Vaters sucht, ist er abermals überzeugend. An seiner Seite schafft es Tessa Thompson als hartgesottene, intelligente und empathische Bianca, abseits des Rings für bleibende Eindrücke zu sorgen. Sylvester Stallone nimmt sich selbst in seinem vielleicht letzten Auftritt als Rocky merklich zurück, zeigt aber in ein paar Momenten noch einmal, warum der Part die Rolle seines Lebens ist.

Auch nach nahezu einem halben Jahrhundert bleibt die Faszination dieser Außenseiter-Geschichte, in der Kampfgeist und Willen gegen alle Einflüsse reichen müssen. Selbst wenn der Tiefgang des Vorgängers ein bisschen verloren geht und kitschige Marotten aus den Frühzeiten dieses Film-Universums bewusst eingebunden werden, ist auch „Creed II – Rocky’s Legacy“ ein spannender und gelungener Beitrag zur Reihe, der nicht nur bei Hardcore-Fans auf Anklang stoßen dürfte.

4 von 5 Punkten

er Film ist ab dem 01.08.2021 im Programm von Netflix zu sehen.


Quelle: Warner Bros, Leinwandreporter TV, YouTube

Creed II: Rocky's Legacy

Originaltitel:Creed II
Regie:Steven Caple Jr.
Darsteller:Michael B. Jordan, Sylvester Stallone, Tessa Thompson
Genre:Drama, Sportfilm
Produktionsland/-jahr:USA, 2018
Verleih:Warner Bros Pictures Germany
Länge:130 Minuten
FSK:ab 12 Jahren
Kinostart:24.01.2019

Mehr Informationen findet ihr auf der Seite von Warner Bros

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 01.08.2021
Review: Creed II – Rocky’s Legacy (Kino)

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