Review: Escape Plan 2 – Hades (Blu-ray)

Das Blu-ray-Cover von "Escape Plan 2 - Hades" (© KSM)

Das Blu-ray-Cover von “Escape Plan 2 – Hades” (© KSM)

Inhalt: Wenn es um waghalsige Befreiungsaktionen geht, ist das Team von Haudegen Ray Breslin (Sylvester Stallone, „Der Senkrechtstarter“) immer eine sichere Wahl. Während er seine rechte Hand Shu Ren (Xiaoming Huang) vor Ort die Einsätze leiten lässt, bleibt Breslin vermehrt im Hintergrund und tritt nur in Erscheinung, wenn Mitarbeiter wie der arrogante Kimbral (Wes Chatham, „The Philly Kid“) den Erfolg seiner Mission gefährden. Doch dann gerät Shu Ren in eine wüste Schlägerei, die ihn in das High-Tech-Gefängnis „Hades“ bringt. Während Breslin und seine Leute nach einer Möglichkeit suchen, Shu Ren zu retten, geraten immer mehr von ihnen in Gefangenschaft. Der Gefängnis-Direktor Faust (Titus Welliver, „Deadwood“) hat es darüber hinaus merklich auf Shu Ren und seine Mitstreiter abgesehen. Bald bleibt nur noch eine Option: Die Truppe muss einen Weg finden, aus dem vollkommen ausbruchsicheren Gefängnis auszubrechen.

Kritik: Der Gefängnis-Thriller „Escape Plan“ sorgte 2013 bei den Action-Fans vor allem für Interesse, weil er die beiden Ikonen Sylvester Stallone und Arnold Schwarzenegger auf der Leinwand vereinen sollte. Tatsächlich sorgte das Duo in gemeinsamen Szenen für die erhofft netten Momente. Leider blieb um sie herum nur ein relativ formelhaftes Werk, das nur als schnelles Fastfood wirklich funktionierte. Das Werk war aber auf dem asiatischen Markt erfolgreich genug, um tatsächlich Fortsetzungen zu rechtfertigen. Während Schwarzenegger kein Interesse an einem Sequel hatte, konnte Stallone zu einer Rückkehr als Ray Breslin bewogen werden. Mittlerweile ist sogar schon ein dritter Teil abgedreht, noch bevor der zweite das internationale Licht der Welt erblickt hat. Mit Steven C. Miller wurde ein Regisseur verpflichtet, der sich zuletzt darauf spezialisiert hatte, alternde Action-Stars wie Bruce Willis („First Kill“) und Nicolas Cage („Arsenal“) durch uninspirierte B-Ware zu führen.

Manchmal muss Breslin seinen Jungs noch unter die Arme greifen (© KSM)

Manchmal muss Breslin seinen Jungs noch unter die Arme greifen (© KSM)

Schon die erste Szene lässt erahnen, was das Publikum hier serviert bekommt. Ohne auch nur ansatzweise Informationen zu haben, werden die Zuschauer mitten in eine Geiselnahme befördert. Das kann durchaus für ein intensives Intro sorgen, missglückt hier aber komplett. Eine Mischung von Dunkelheit, wackeligen und unübersichtlichen Kampfszenen und äußerst hektischen Schnitten macht es nahezu unmöglich, dem Geschehen zu folgen. Wer darauf hofft, im späteren Film mehr Einsicht zu erhalten, wird wohl kaum eine Chance dazu bekommen. So beschränkt sich Sylvester Stallone zu großen Teilen darauf, von seinem Büro aus Plattitüden abzusondern und als Mentor im Obi Wan Kenobi-Stil aus dem Off Shu Ren kluge (gerne auch unfreiwillig komische) Anweisungen zu erteilen. In den wenigen Szenen, in denen er dann doch einmal ein wenig tun darf, profitiert der Film natürlich von seiner Starpower. Weswegen das Geschehen nach dem eher bodenständigen ersten Teil auf einmal zum Science Fiction-Szenario wird, welcher Sinn hinter dem krude-diabolischen Plan der Antagonisten steckt und weshalb dieses schrille und mit eigenem „Fight Club“ ausgestattete Gefängnis eine gute Idee war, bleiben ungeklärte Geheimnisse der Autoren.

Selbstverständlich kann auch ein solcher Film als trashiger Spaß funktionieren. Im Gegensatz zu ähnlich gelagertem 90er-Jahre-Kino wie „Fortress – Die Festung“ fehlen aber ein verständlicher Plot, sinnvoll inszenierte Kampfsequenzen und ein Mindestmaß an Charme. Neben Stallone diente hauptsächlich Dave Bautista als Zugpferd und nahm einen äußerst prominenten Part auf dem Plakat ein. Tatsächlich spielt Bautista, der sich zuletzt immer wieder in äußerst unterhaltsamen und auch darstellerisch überzeugenden Parts gezeigt hat, ein recht unbedeutende Nebenrolle. In den zehn Minuten, die er etwa an Spielzeit bekommt, ist er komplett verschwendet. Ähnliches gilt für Charakterdarsteller Titus Welliver, dessen Gefängnisdirektor nur für ein paar konfuse Momente erscheint. Um dem chinesischen Markt gerecht zu werden, ist Xiaoming Huang der eigentliche Hauptdarsteller. Trotz einiger Klischees (natürlich spielt der Chinese gerne „Go“) und dem allgemein mäßigen Material ist er merklich bemüht, noch das Optimum aus seiner Rolle zu holen. Das kann auch über Wes Chatham und Jesse Metcalfe („Dead Rising – Endgame“) gesagt werden, die an seiner Seite die meisten Spielzeit bekommen. Mit Curtis „50 Cent“ Jackson („Criminal Squad“), der noch einmal als Hacker Hush für Belustigung sorgen darf und Jaime King („Sin City 2 – A Dame To Kill For“), die eine Geschäftspartnerin von Breslin spielt, sind noch weitere prominente Darsteller in dem Film zu finden.

Trotz der zahlreichen namhaften Beteiligten ist „Escape Plan 2: Hades“ Action-Trash der übelsten Sorte. So werden Stallone, Bautista und die anderen Darsteller in einem unverständlichem Plot voller uninspirierter bis langweiliger Kampfszenen verschwendet, was das Gesamtwerk schwer erträglich macht.

Inzwischen belässt es Breslin aber gerne bei der Arbeit hinter den Kulissen (© KSM)

Inzwischen belässt es Breslin aber gerne bei der Arbeit hinter den Kulissen (© KSM)

Der Film ist ab dem 15.11.2018 auf DVD und Blu-ray erhältlich.

1,5 von 5 Punkten

 

Bild: Optisch erlaubt sich „Escape Plan 2: Hades“ einige stilistische Spielereien. Während die Aufnahmen aus dem (Büro-)Alltag von Stallone scharf, detailreich und sauber ausfallen, gibt es gerade in dem futuristischen Gefängnis so einiges auf die Augen. Dominante Neonbeleuchtungen, extreme Schattensetzungen, Lense-Flare-Ansammlungen, die JJ Abrams vor Zeit erblassen lassen würden und eine bewusst eingesetzte Körnung sorgen für einen eigenen Look, der aber mit einer Reihe an Problemen Hand in Hand geht. So sind Schärfe, Details und auch Farbgebung hier bestenfalls mittelmäßig, bei hektischen Bewegungen verwischt das Bild teilweise regelrecht und ein paar andere (kleine) Bildprobleme tauchen auch noch auf. Da das aber zu einem großen, bewusst gewählten Konzept gehört, stören diese Schwierigkeiten beim Filmgenuss kaum.

3,5 von 5 Punkten

Ton: Der deutsche und der englische DTS-HD MA 5.1-Ton liefern guten Action-Sound. So lassen es Schusswechsel und Explosionen recht gut – wenn auch nicht übermäßig kräftig – krachen und die Kämpfe in der Gefängnis-Arena werden gut akustisch untermalt. Dazu sind die Dialoge immer gut priorisiert und problemlos verständlich. Selbst wenn nicht an allen Stellen feinster HD-Sound zu bewundern ist, kann dieses Endergebnis bei einem Film aus dem eher kleineren Preissegment gefallen.

4 von 5 Punkten

Extras: Ein Making of (10 Minuten), die Featurettes „Der Bau des Roboters“ (4 Minuten) und „Der Film-Look (4 Minuten), eine Bildergalerie und ein paar Trailer sind als Bonus auf der Blu-ray zu finden.

2 von 5 Punkten

Gesamt: 2,5 von 5 Punkten


Quelle: KSM, YouTube

Escape Plan 2: Hades

Originaltitel:Escape Plan 2: Hades
Regie:Steven C. Miller
Darsteller:Sylvester Stallone, Dave Bautista, Xiaoming Huang
Genre:Action
Produktionsland/-jahr:USA, China, 2017
Verleih:KSM Film
Länge:96 Minuten
FSK:ab 16 Jahren

Mehr Informationen findet ihr auf der Seite von KSM Film

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 14.11.2018
Review: Escape Plan 2 – Hades (Blu-ray)

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