Review: 1917 (Kino)

Das Plakat vom "1917" (© 2019 Universal Pictures)

Das Plakat vom „1917“ (© 2019 Universal Pictures)

Inhalt: Im August 1917 tobt der erste Weltkrieg. Bei den blutigen Gefechten zwischen Briten und Deutschen verlieren täglich Hunderte ihr Leben. Die jungen englischen Soldaten Schofield (George MacKay, „Captain Fantastic – Einmal Wildnis und zurück“) und Blake (Dean-Charles Chapman, „Game of Thrones“) befinden sich an der nordfranzösischen Front, als sie von ihrem obersten Offizier (Colin Firth, „Kingsman – The Secret Service“) einen Sonderauftrag erhalten: Sie sollen sich innerhalb eines Tages den Weg durchs Niemandsland bahnen, um eine andere Kompanie vor einer deutschen Falle zu warnen. Scheitern sie, bedeutet das für 1600 Menschen den sicheren Tod. In ständiger Gefahr, entdeckt zu werden oder selbst in einen Hinterhalt zu tappen, machen sich die jungen Männer auf den Weg.

 

Kritik: Kriegsfilme gibt es wie Sand am Meer. Ist es da überhaupt möglich, noch sehenswerte, innovative Geschichten zu erzählen? Zuletzt hat Christopher Nolan mit seinem epochalen „Dunkirk“ eine klare Antwort auf die Frage gegeben. Nun hat Sam Mendes, der dank dem satirischen „Jarhead – Willkommen im Dreck“ bereits Kriegsfilm-erfahrene Regisseur der letzten beiden Bond-Filme, seinen Versuch einer außergewöhnlichen Kriegs-Geschichte gestartet. Oberflächlich betrachtet verzichtet „1917“ da auf nennenswerte Neuerungen. Der Film punktet dabei aber mit einer spannenden, bedrückenden und ausgesprochen konsequenten Erzählweise.

 

Schofield und Blake schweben in höchster Gefahr (© 2019 Universal Pictures)

Schofield und Blake schweben in höchster Gefahr (© 2019 Universal Pictures)

 

Das technische Level sorgt dafür, dass dieses Werk zum Ausnahmefilm wird. Mit unsichtbaren Schnitten, die absolut perfekt eingesetzt werden, fließt die Geschichte (im wahrsten Sinne des Wortes) durch ihre triste, tödliche Welt voller Gefahren. Gepaart mit den durchweg atemberaubenden Bildern von Kamera-Virtuose Roger Deakins und einer großartigen akustischen Untermalung von Mendes-Stammkomponist Thomas Newman entwickelt sich „1917“ zu einem körperlich wie emotional unmittelbaren Film. Diese lückenlos packende und schmerzhaft verstörende Geschichte verzichtet zum Glück (größtenteils) auf Pathos und scheut sich auch nicht davor, den Zuschauer mit wirklich harten Sequenzen zu fordern.

All die handwerkliche Brillanz wäre aber ziellos gewesen, wenn die Besetzung nicht mitgezogen hätte. Sich hierbei auf zwei junge, unerfahrene Darsteller zu verlassen, zahlt sich aus. George MacKay und Dean-Charles Chapman harmonieren als enge (toll geschriebene) Freunde, die in den ruhigen Momenten witzeln und sich in den harten Momenten ihr Leben anvertrauen. Beide zeigen darstellerisch extrem reife und vielseitige Leistungen, wobei speziell MacKay herausragt. Neben den beiden punktet „1917“ mit einem britischen All-Star-Cast um Colin Firth, Benedict Cumberbatch („Brexit – The Uncivil War“), Mark Strong („Die Erfindung der Wahrheit“), Andrew Scott („Black Mirror“) und Daniel Mays („Line of Duty“) in den kleineren Parts.

Wenn sich ein Oscar-Preisträger einen filmischen Traum erfüllt, kann das qualitativ in zwei Richtungen ausschlagen. Sam Mendes zeigt mit seinem toll gefilmten, gespielten und inszenierten Kriegsdrama, wie es im optimalen Fall aussieht. Der nicht nur wegen seines Gimmicks, sondern auch wegen seiner menschlichen Aufrichtigkeit extrem packende „1917“ ist Kino aus dem obersten Qualitätsregal, das seine konventionelle Ausgangslage für einen der herausragenden Filme dieses Jahres nutzt.

4,5 von 5 Punkten


Quelle: Universal Pictures, Leinwandreporter TV, YouTube

1917

Originaltitel:1917
Regie:Sam Mendes
Schauspieler:George MacKay, Dean-Charles Chapman, Mark Strong
Genre:Kriegsfilm
Produktionsland/-jahr:USA/UK, 2019
Verleih:Universal Pictures
Länge:110 Minuten
FSK:ab 12 Jahren
Kinostart:16.01.2020

Mehr Informationen gibt es auf der Seite von Universal Pictures

Verfasst von Thomas.

 

Zuletzt geändert am 16.01.2020
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