Review: Kingsman – The Secret Service (Kino)

Das Kinoplakat von "Kingsman: The Secret Service" (Quelle: 20th Century Fox)

Das Kinoplakat von “Kingsman: The Secret Service” (Quelle: 20th Century Fox)

Inhalt: Vor siebzehn Jahren wurde Harry (Colin Firth, „Dame, König, As, Spion“), Agent der Geheimorganisation Kingsman, durch das selbstlose Opfer eines Auszubildenden von ihm gerettet. Seitdem wünschte er sich nichts mehr, als bei der Familie Wiedergutmachung zu leisten. Gerade der Sohn seines verstorbenen Freundes, Eggsy (Taron Egerton), der trotz Talent und Intelligenz nur Ärger hat, zieht das Interesse des Geheimagenten auf sich. Als einer der „Kingsman“ verstirbt und Harry wie jeder andere einen Kandidaten aufstellen soll, vertraut er auf Eggsys Potenzial. Er holt ihn aus gewaltigen Problemen, gewinnt so sein Vertrauen und gewinnt ihn, trotz der Bedenken von seinem Chef Arthur (Michael Caine, „Interstellar“) für das Auswahlverfahren der Organisation. Während sich Eggsy den wohl kompliziertesten Aufgaben seines Lebens stellt, bekommt Harry einen neuen Auftrag: Er soll das Verschwinden zahlreicher hochrangiger Persönlichkeiten untersuchen. Dabei führen alle Spuren zum IT-Milliardär Richmond Valentine (Samuel L. Jackson, „Kite – Engel der Rache“), der einen besonderen und vor allem perfiden Plan zur Rettung der Erde entwickelt hat.

Drehbuch/Hintergrund: Basierend auf der Comic-Reihe „The Secret Service“ von Mark Millar und Dave Gibbons verfassten Jane Goldman und Regisseur Matthew Vaughn gemeinsam das Skript zu dieser radikalen Over the Top-Agenten-Parodie. Die Story sprüht so vor skurrilen Ideen und schon grotesken Gewaltausbrüchen, erlaubt sich aber auch immer wieder kleine logische Lücken und nicht ganz nachvollziehbare Einschübe. Die charmanten Dialoge entschädigen aber für vieles.

Harry weiß sich durchzusetzen (Quelle: 20th Century Fox)

Harry weiß sich durchzusetzen (Quelle: 20th Century Fox)

Regie: Mit „Kick-Ass“ hatte Matthew Vaughn eine herrlich unkonventionelle Superhelden-Satire geschaffen, die mit kompromisslosem Humor schnell zum Kultfilm wurde. Die Handschrift des Regisseurs und die Erfahrungen aus diesem Film merkt man bei „Kingsman“ jederzeit. Zwischen netten Gesprächen von schrulligen bis derben Charakteren kommt es hier schnell zu einem respektablen Bodycount. Trotz sicherlich vorhandener inhaltlicher Schwächen schafft es dieser Film, bald als überdrehte Popcorn-Unterhaltung mit knackigem Humor zu gefallen.

Look: Vaughn gelingt es, den schrillen Comic-Look während des ganzen Filmes durchzuziehen. Auch so gelingt es (ähnlich wie in „Kick-Ass“) die extreme Gewalt nicht zu zynisch wirken zu lassen. Gerade während des Finales werden einige Todesarten gezeigt, die eher zum Schmunzeln anregen.

Ein Neuling, ein Gentleman und ein Bösewicht mit Sprachfehler

Der Azubi und der Chef trinken zusammen (Quelle: 20th Century Fox)

Der Azubi und der Chef trinken zusammen (Quelle: 20th Century Fox)

Schauspieler: Der Waliser Taron Egerton gibt hier als Herumtreiber, der als Geheimagent seine Bestimmung finden will, ein gutes Debüt auf der großen Kinobühne. Er ist witzig, überzeugt in den Action-Szenen und schafft es, mit seinen ungleich erfahreneren Kollegen mitzuhalten. Colin Firth ist als charmanter Gentleman-Agent ein Wucht. Mit Coolness und Eleganz ist Firth alleine schon das Eintrittsgeld wert. Aber auch er muss gegen Samuel L. Jackson zurückstehen, der eine der kuriosesten Auftritte seiner Karriere hat. Als schwer lispelnder (!!!) Super-Fiesling ist er zum brüllen komisch. Michael Caine hat als Kingsman-Chef Arthur eine Paraderolle erwischt, die er ebenso problemlos absolviert wie Mark Strong („Mindscape“) seinen Part als Ausbildungsleiter. Dazu kommt noch das Kino-Comeback von Mark Hamill, der kurz vor seiner Rückkehr als Luke Skywalker hier als sonderbares Entführungsopfer mal wieder Kino-Luft schnuppern darf.

Unterhaltungswert/Spannung: Wer zu genau nachdenkt, dürfte diesen Film in seine Bestandteile zerlegen. Das ist nicht empfehlenswert, da „Kingsman“ so ungeheuer spaßig, schräg und unterhaltsam ist. Trotz mehr als zwei Stunden Spielzeit genehmigt sich der Film fast keine Durchhänger.

Drama: Ein Junge, der aus der Gosse zum Spezial-Agent werden soll, ein Bösewicht, der einen Massenmord plant: Grundsätzlich hat „Kingsman“ das Potenzial, auch als ernsthafter Film zu funktionieren. Das war aber merklich nicht das Hauptanliegen von Matthew Vaughn.

Humor: Wer ein Freund des schwarzen Humors ist, wird hier auf ausgesprochen britische Weise bedient. Stets coole Gentleman mit eigenwilliger Ausrüstung, ein Gegenspieler mit Sprachfehler und die wohl witzigsten, platzenden Köpfe der Filmgeschichte machen diese Parodie mit aus.

Liebe/Romantik: Außer einer sanften Liebesgeschichte zwischen Eggsy und seiner Ausbildungskonkurrentin Roxy (Sophie Cookson) hat dieser Film andere Prioritäten.

Fazit: Wer schon mit „Kick-Ass“ seine Probleme hatte, wird wohl auch bei „Kingsman: The Secret Service“ nicht glücklich. Für die anderen dürfte dieser überdrehte Spaß trotz der ein oder anderen Nachlässigkeit zwei Stunden bestes Kinovergnügen bedeuten.

3,5 von 5 Punkten


Quelle: 20thCentury Fox, Leinwandreporter TV, YouTube

Kingsman - The Secret Service

Originaltitel:Kingsman - The Secret Service
Regie:Matthew Vaughn
Darsteller:Colin Firth, Michael Caine, Taron Egerton, Samuel L. Jackson, Mark Strong, Mark Hamill
Genre:Action-Komödie
Produktionsland/-jahr:UK, 2014
Kinostart:12.03.2015
Verleih:Twentieth Century Fox
Länge:129 Minuten
FSK:ab 16 Jahren

Mehr Informationen findet ihr auf der Seite von 20th Century Fox

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 10.03.2015
Kingsman: The Secret Service (Kino)

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