Inhalt: Nach einer langen Schauspielkarriere hat sich Eve Wilde (Glenn Close, „What Happened To Monday?“) inzwischen zur Ruhe gesetzt und möchte nur noch für ihre Familie da sein, die in ihren vier Ehen stetig gewachsen ist. Tatsächlich will sie noch einmal vor den Altar treten und den preisgekrönten Autor Harold (Patrick Stewart, „Green Room“) ehelichen. Dafür laden beide Kinder, Enkel, Freunde und sogar Eves ersten Ehemann, den exzentrischen Charakter-Darsteller Laurence (John Malkovich, „Unlocked“), auf einen schicken Landsitz ein. Zwischen teurem Essen und viel Alkohol diskutieren drei Generationen über das Leben und die Liebe. Dabei bricht in der bunt gemischten Truppe bald heilloses Chaos aus, was ungeahnte Folgen hat.
Kritik: Dem britischen Regisseur Damian Harris vorzuwerfen, er würde in zu hoher Schlagzahl seine Filme veröffentlichen, sollte wohl niemand ernsthaft in Erwägung ziehen. So ist „The Wilde Wedding“ erst sein sechster Spielfilm seit 1989 und gar sein erster seit „Gardens of the Night“ im Jahr 2008. Für diese stargespickte Liebeskomödie hat er einen ziemlich illustren Darsteller-Kreis zusammengetrommelt, der vor schicken Landschaften und noch schickerer Verköstigung amouröses Unheil stiftet. Wer hier gedanklich schnell bei Woody Allen landet, liegt sicherlich nicht verkehrt. Das ist angesichts der Spätwerke des Star-Filmemachers aber nur bedingt ein gutes Zeichen. Tatsächlich kommt „The Wilde Wedding“ nur selten aus dem Plätscher-Modus heraus und beschränkt sich darauf, nett auszusehen.
Die Massen an Hauptfiguren machen es natürlich schwer, wirkliche Charaktertiefe entstehen zu lassen. Zu selten lässt der Film seine Möglichkeiten auch auf der inhaltlichen Seite aufblitzen. In den guten Szenen reicht die Klasse der Darsteller, um zumindest zeitweise etwas Zug ins Geschehen zu bringen. Diesbezüglich ist vor allem John Malkovich hervorzuheben, der den freundlich-gönnerhaften Laurence zur besten Figur des Filmes macht. Glenn Close bekommt als alternde Diva Eve nicht genug gutes Material, um wirklich glänzen zu können. Ähnliches gilt für Patrick Stewart, der als Schwerenöter mit ungewöhnlich dichtem Haar auf dem Kopf fast nie seine Klasse abrufen kann. Da macht Minnie Driver („Das hält kein Jahr…!“) als abgehalfterter Rockstar Priscilla – abgesehen von einer merkwürdigen Cover-Version von „White Wedding“ von Billy Idol – deutlich mehr Betrieb.
Jack Davenport („A United Kingdom“), der den gebeutelten Ex-Mann von Priscilla spielt, liefert einen charmanten und sympathischen Part. Er harmoniert außerdem prächtig mit Yael Stone, die als stille und belesene Tochter von Harold deutlich von ihrem bekannten Rollenbild aus „Orange Is The New Black“ abweicht. Grace Van Patten ist als junge Dokumentarfilmerin keine ideale Wahl für das Zentrum des Geschehens gewesen. Weitere bekannte Namen wie Noah Emmerich („Jane Got A Gun“), Brigette Lundy-Paine („Schloss aus Glas“) und Peter Facinelli bekommen auch keine nennenswerte Gelegenheit, sich zu zeigen.
„The Wilde Wedding“ ist ein Film, der niemandem wirklich weh tut. Schöne Bilder, ein paar gelungene Szenen und ein Reihe an erstklassigen Schauspielern reichen aus, um den Film jederzeit erträglich zu gestalten. Dennoch fühlt sich das Gezeigte hauptsächlich wie ein Arbeitsurlaub für die unterforderten Beteiligten an. Am Ende bleiben einfach zu viele Möglichkeiten ungenutzt, um die harmlose Komödie zu einem wirklich befriedigenden Ergebnis zu führen.
Der Film ist ab dem 03.08.2018 auf DVD und Blu-ray erhältlich.
2,5 von 5 Punkten
Bild: Das Bild ist durchweg eher weich gehalten und liefert deswegen nur eine mittelmäßige Schärfe und Detaildarstellung, die bei den Halbtotalen weiter abbaut. Dafür sind die warmen Farben immer natürlich. Kontraste und Schwarzwert hätten etwas knackiger sein dürfen. Ein paar Szenen beinhalten ein ziemlich augenfälliges Rauschen. Meistens ist das Bild aber ruhig und sauber.
3 von 5 Punkten
Ton: Der deutsche und der englische DTS-HD 5.1-Ton bieten erwartbar unspektakulären, aber problemlosen Sound. Die Dialoge kommen klar priorisiert und mit natürlichem Klang über das Zentrum. Nur gelegentlich binden Musik und Hintergrundgeräusche die äußeren Boxen mit ein. Wirklich nennenswerte Effekte beinhaltet der Film nicht.
3,5 von 5 Punkten
Extras: Mit der Ausnahme von ein paar Trailern ist kein Bonusmaterial auf der Blu-ray zu finden.
1 von 5 Punkten
Gesamt: 2,5 von 5 Punkten
Quelle: Movieclips Indie, YouTube
The Wilde Wedding
Originaltitel: | Wilde Wedding |
Regie: | Damian Harris |
Darsteller: | Glenn Close, John Malkovich, Patrick Stewart, Minnie Driver |
Genre: | Komödie |
Produktionsland/-jahr: | USA, 2017 |
Verleih: | Universum Film |
Länge: | 98 Minuten |
FSK: | ab 12 Jahren |
Mehr Informationen findet ihr auf der Seite von Universum Film
Verfasst von Thomas.
Zuletzt geändert am 01.08.2018
Review: The Wilde Wedding (Blu-ray)