Review: Red Sparrow (Kino)

Das Hauptplakat von "Red Sparrow" (© 20th Century Fox)

Das Hauptplakat von “Red Sparrow” (© 20th Century Fox)

Inhalt: Dominika Egorova (Jennifer Lawrence, „Passengers“) lebt als Primaballerina in Moskau ihren Kindheitstraum. So gelingt es ihr auch, sich um ihre schwerkranke Mutter (Joely Richardson, „Fallen – Engelsnacht“) zu kümmern. Als ein schwerer Unfall auf der Bühne ihre Karriere vom einen Moment auf den anderen beendet, steht sie vor dem Nichts. Ihr Onkel Vanya (Matthias Schoenaerts, „Suite Francaise – Melodie der Liebe“) ist ein hochrangiger Geheimdienst-Mitarbeiter und bietet ihr an, sie in dem berühmt-berüchtigten Red Sparrow-Programm unterzubringen. Mangels Optionen willigt sie ein und lässt sich in einer harten Ausbildung trainieren, um Geheimdienstziele im Sinne des Staates verführen zu können. Nachdem sie angelernt wurde, soll sie sich in Budapest an die Fersen des CIA-Agenten Nathaniel Nash (Joel Edgerton, „It Comes At Night“) heften, der die Identität eines Maulwurfes in der russischen Regierung kennt. Tatsächlich kommt sie dem Amerikaner bald näher. Doch bald ist sie sich nicht mehr sicher, ob sie auf der richtigen Seite steht.

Kritik: Basierend auf einem Bestseller von Ex-CIA-Agent Jason Matthews aus dem Jahr 2013 inszenierte Francis Lawrence („Die Tribute von Panem – Mockingjay“) diesen Spionage-Thriller. Wer das aktuelle Mainstream-Kino verfolgt, wird schon einmal mit Wohlwollen feststellen, dass dieser Film nicht für das PG-13- (bzw. FSK 12-)Publikum konzipiert wurde. Viel mehr wird hier wahrlich nicht mit freizügigen und gewalttätigen Momenten gegeizt. Dennoch fühlt sich das Geschehen über weite Strecken so an, als ob die Macher mit einem halben Fuß auf der Bremse stehen würden. Das resultiert da drin, dass sich die 141 Minuten Laufzeit stellenweise unnötig lange anfühlen. Es sind durchaus nette Einfälle vorhanden, die dann aber selten konsequent zu Ende geführt werden. So ist der Film bei weitem nicht so spannend, wie er sein könnte.

Ein etwas größeres Problem ist die zeitliche Einordnung des Geschehens. So quillt 80er-Kalter-Krieg-Rhetorik aus allen Poren des Filmes und Sequenzen wie der Austausch von Disketten (!!) unterstreichen ein fortgeschrittenes Alter der Ereignisse. Im Gegenzug werden sehr neue Bauwerke gezeigt und Smartphones verwendet, was sie zeitliche Ebene des Filmes äußerst verwirrend werden lässt. Darstellerisch kann Francis Lawrence auf ein durchaus beeindruckendes Arsenal an Mimen bauen. Im Zentrum steht eine Jennifer Lawrence, die merklich mit ihrem Teeniefilm-Image abschließen wird. Als unterkühlte Spionin wider Willen ist sie taff, smart und strahlt Sexappeal aus. Dabei wirkt sie aber öfters schon derart distanziert, dass ihr Part nicht immer funktioniert. Dafür zeigt sie – auch wenn ihre sehr weibliche Physis nicht gerade nach Primaballerina aussieht – eine durchaus beachtliche Eleganz in den Tanzszenen. An ihrer Seite darf Joel Edgerton den integren, sympathischen (amerikanischen) Sidekick geben.

Dominika gewöhnt sich an ihren neuen Job (© 20th Century Fox)

Dominika gewöhnt sich an ihren neuen Job (© 20th Century Fox)

Der charismatische Belgier Matthias Schoenaerts deutet hier wieder einmal an, dass er ein exzellenter Schauspieler ist. Als zwielichtig-skrupelloser Onkel der Protagonistin holt er alles aus einer recht eindimensionalen Figur und empfiehlt sich (hoffentlich) dafür, in Zukunft wieder häufiger besetzt zu werden. Die britische Kino-Ikone Charlotte Rampling („Assassin’s Creed“) führt Dominika souverän durch ihre demütigende Ausbildung. Ciarán Hinds („Bleed For This“), Jeremy Irons („Justice League“) und Douglas Hodge („Black Mirror – Staffel 4“) sind unter anderem als Vorgesetzte beim russischen Geheimdienst zu sehen. Mary-Louise Parker („R.E.D. 2“), Joely Richardson und Bill Camp („The Killing Of A Sacred Deer“) sind weitere prominente Darsteller, die in kleineren Rollen vertreten sind. Die deutschen Filmfans dürfen sich außerdem über Auftritte von Sebastian Hülk („Hitman – Agent 47“) als russischem Mann fürs Grobe und Louis Hofmann („Die Mitte der Welt“) als hilfsbereitem Banker freuen.

Auf der einen Seite ist „Red Sparrow“ ein handfester Spionage-Thriller mit guten Darstellern und einigen gelungenen Ideen. Auf der anderen Seite bleibt ein recht behäbiges und nicht wirklich zeitgemäßes USA vs. Russland-Szenario, das dann doch ziemlich vorhersehbar vonstatten geht. Obwohl das Endergebnis immer noch brauchbare Unterhaltung liefert, dürften viele Zuschauer das Gefühl nicht los werden, dass hier ein deutlich besserer Film ziemlich leichtfertig verschenkt wurde.

3 von 5 Punkten


Quelle: 20th Century Fox, Leinwandreporter TV, YouTube

Red Sparrow

Originaltitel:Red Sparrow
Regie:Francis Lawrence
Darsteller:Jennifer Lawrence, Joel Edgerton, Matthias Schoenarts, Jeremy Irons
Genre:Thriller, Spionage
Produktionsland/-jahr:USA, 2017
Verleih:20th Century Fox
Länge: 141 MinutenFSK: ab 16 Jahren
Kinostart: 01.03.2018

Mehr Informationen findet ihr auf der Seite von 20th Century Fox

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 26.02.2018
Review: Red Sparrow (Kino)

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