Review: Assassin’s Creed (Kino)

Das Hauptplakat von "Assassin's Creed" (© Fox Deutschland)

Das Hauptplakat von “Assassin’s Creed” (© Fox Deutschland)

Inhalt: Wegen Mordes ist Callum Lynch (Michael Fassbender, „X-Men – Apocalypse“) zum Tode verurteilt. Tatsächlich wird ihm eine Injektion gesetzt, mit der das Urteil vollstreckt werden soll. Zu seiner eigenen Überraschung erwacht er wenig später im Labor von Sophia Rikkin (Marion Cotillard, „Allied – Vertraute Fremde“), die im Auftrag von Abstergo Industries eine Heilung für Gewaltpotenzial finden soll. Finanziert wird die ganze Operation von ihrem Vater Alan (Jeremy Irons, „Die Poesie des Unendlichen“) und weiteren tragenden Persönlichkeiten des Templerordens. Mit Hilfe von Sophia soll Callum den Apfel Edens finden, ein legendäres Relikt, das die Zukunft der Menschen nachhaltig verändern könnte. Durch eine Maschine kann Callum in die Welt seines direkten Vorfahren Aguilar – einem Assassinen zu Zeiten der spanischen Inquisition – eintauchen. Dieser soll als letzte überlieferte Person den Apfel in Händen gehalten haben. Während der Mission taucht er in eine fremde Epoche ein und lernt vollkommen neue Fähigkeiten kennen. Als sich dann herausstellt, dass er Teil eines ganz anderen Plans ist, muss er sich überlegen, wie er diese Kräfte einsetzt.

Kritik: Als im Jahr 2007 der erste „Assassin’s Creed“-Teil vom französischen Publisher Ubisoft veröffentlicht wurde, ahnte noch keiner, welch ein Erfolg damit gelingen würde. Neun Jahre und acht Ableger später war der Zeitpunkt gekommen, den Weg von so zahlreichen Spiele-Hits auf die Leinwände zu gehen. Auch wenn selten wirklich sehenswerte Ergebnisse bei Videospielverfilmungen herausgekommen sind, wurde diese Kino-Adaption mit Spannung erwartet. Ein guter Grund dafür liegt bei Regisseur Justin Kurzel. Der Australier lieferte im vergangenen Jahr eine optisch äußerst opulente Neuauflage des Shakespeare-Klassikers „Macbeth“ und empfahl sich so für weitere Aufgaben im etwas anspruchsvolleren Segment. Da überraschte es doch, als Kurzel sich für eine solche Produktion einspannen ließ. Das Ergebnis kann etwas zwiespältig gesehen werden. Wenig überraschend, zeigt Kurzel auch hier wieder visuell aufregendes Kino. Trotz eines hohen CGI-Anteils ist die Mischung der etwas sterilen Zukunftswelt und den dreckigen Straßen des 15. Jahrhunderts sehr schön anzusehen. Hier trifft der Film auch gut den Look des Spiels und wertet diesen durch ein paar Eigenheiten auf. Allerdings entpuppt sich die 3D-Konvertierung wie so oft als absolut verzichtbar.

In der Vergangenheit sucht Callum die Zukunft der Menschheit (© Fox Deutschland)

In der Vergangenheit sucht Callum die Zukunft der Menschheit (© Fox Deutschland)

Inhaltlich sind Vorkenntnisse des Spiels sicherlich hilfreich, um den Überblick zu behalten. Zahlreiche hektische Wechsel von Zeit und Ort machen es ausgesprochen schwer, dem eigentlich nicht sonderlich komplexen Plot zu folgen. Es wäre ausgesprochen wünschenswert gewesen, den Zuschauer etwas mehr an die Hand zu nehmen und die Geschichte etwas übersichtlicher zu strukturieren. So springt die Story hin und her, bis das Ganze in einem übereilten Finale gipfelt. Da dürften viele dankbar sein, wenn sie in den temporeichen aber unspektakulären Action-Szenen keine Inhalte verarbeiten müssen. Es ist aber durchaus erstaunlich, wie wenig Spielzeit tatsächlich in der Vergangenheit verbracht wird. Rein nominell hat der Film genug darstellerische Qualität, um die Oscars alleine zu gestalten. Es dürfte aber kaum jemanden verwundern, dass es für „Assassin’s Creed“ wohl eher keine Darsteller-Preise geben wird. Dabei macht vor allem Michael Fassbender erneut einen durchaus überzeugenden Job. Als jähzorniger Protagonist, der bei Abstergo Industries wörtlich ein neues Leben beginnen darf, steht er klar im Zentrum und macht die Figur recht zugänglich.

Sophia hat ein revolutionäres System entwickelt (© Fox Deutschland)

Sophia hat ein revolutionäres System entwickelt (© Fox Deutschland)

Ähnliches gilt für Marion Cotillard, die zwar nicht an ihren Leistungszenit heran muss, aber als idealistisch anmutende und dennoch undurchsichtige Sophia einen interessanten Part spielt. Für Jeremy Irons ist der düstere Chef eine nicht allzu anspruchsvolle Paraderolle. Weitere tolle Charaktermimen wie Brendan Gleeson („Suffragette – Taten statt Worte“), Charlotte Rampling („Dexter“) und Michael K. Williams („The Wire“) begnügen sich mit kleinen Parts.

Wer gehofft hat, bei all dem kompetenten Personal hier einmal eine rundum gelungene Videospiel-Verfilmung sehen zu können, wird wohl eher enttäuscht. „Assassin’s Creed“ ist ein optisch starker, aber inhaltlich etwas konfuser Science Fiction-Actioner, der sich deutlich mehr an die Fans der Spiele richtet, als neue Zuschauer für die Thematik zu begeistern.

3 von 5 Punkten


Quelle: Fox Deutschland, Leinwandreporter TV, YouTube

Assassin's Creed

Originaltitel:Assassin's Creed
Regie:Justin Kurzel
Darsteller:Michael Fassbender, Marion Cotillard, Jeremy Irons
Genre:Science Fiction, Action
Produktionsland/-jahr:USA, 2016
Verleih:Fox Deutschland
Länge: 116 MinutenFSK: ab 16 Jahren
Kinostart: 27.12.2016
Facebook-Seite:Assassin's Creed

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 24.12.2016
Review: Assassin’s Creed (Kino)

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