Review: Dexter – Staffel 8 (Blu-ray)

Das Blu-ray-Cover von "Dexter - Season 8" (Quelle: Paramount Home Entertainment)

Das Blu-ray-Cover von “Dexter – Season 8” (Quelle: Paramount Home Entertainment)

Nachdem Debra (Jennifer Carpenter, „The Factory“) zur Rettung Dexters (Michael C. Hall, „Kill Your Darlings“) einen folgenschweren Entschluss getroffen hat, ist sie emotional verstört und ihr Leben gerät aus den Fugen. Dexter ist damit überfordert, seiner Schwester zu helfen, probiert aber sein möglichstes. Zerfressen von Schuldgefühlen, bewegt sich Debra immer näher an den Abgrund. Auch Quinn (Desmond Harrington), der immer noch Gefühle für Debra mit sich herumträgt und ihr neuer Vorgesetzter Elway (Sean Patrick Flanery, „Der blutige Pfad Gottes“), versuchen irgendwie, zu ihr durchzudringen. Genau zu dieser Zeit tritt Dr. Evelyn Vogel (Charlotte Rampling, „Jung & Schön“), eine Psychologin mit einer Schwäche für Serienkiller, in das Leben der Morgans. Sie weiß überraschend viel über die Hintergründe Dexters. Währenddessen versetzt ein neuer perfider Mörder mit zahlreichen Taten Miami in Angst und Schrecken und zieht so Dexters verbliebene Aufmerksamkeit auf sich. Ein US-Marshal (Kenny Johnson, „The Shield“) sorgt aber dafür, dass der Bay Harbour Metzger wieder ins Visier der Ermittler gerät. In all dem Trubel taucht dann noch eine alte Bekannte auf, die mit Dexter noch eine Rechnung zu begleichen hat.

In den acht Jahren hat „Dexter“ praktisch alles gewonnen, was möglich ist. Dementsprechend waren die Anforderungen an das Finale astronomisch hoch. Und es wird immer noch überdurchschnittliche Krimi-Unterhaltung mit einer Menge dunklem Humor geboten. Tatsächlich gehört diese letzte Staffel aber zu den etwas schwächeren dieser so erfolgreichen Kult-Serie. Es wirkt so, als ob die Macher nicht mehr wirklich etwas über den Protagonisten zu erzählen hätten. Viel mehr stiehlt die nervlich mehr als angefressene Debra ihm oft die Show. Deswegen ist auch die Weiterentwicklung des Verhältnisses der Morgan-Geschwister der vielleicht interessanteste Part dieser 12 Episoden. Die wechselnden Gegenspieler der Staffel verfügen lange nicht über das Charisma und die Qualität, die beispielsweise ein Christian Camargo oder ein John Lithgow in die Serie eingebracht haben. Für die endgültige Auflösung der Geschichte hagelte es von vielen Seiten Kritik, wobei diese sicherlich nur zu Teilen berechtigt war. Sicherlich ist der Abschluss nicht ganz rund und nachvollziehbar, dafür vermeiden die Macher alle zu befürchtenden Klischees.

Ein Finale im Zeichen der Damenwelt

Dr. Vogel übernimmt schnell einen großen Part in Dexters Leben (Quelle: Paramount Home Entertainment)

Dr. Vogel übernimmt schnell einen großen Part in Dexters Leben (Quelle: Paramount Home Entertainment)

Ein Familienmensch mit gebrochenem Herzen: Das ist sicher nicht mehr der Dexter, den die Zuschauer von den blutigen Anfängen der Serie kennen. Zum Glück ist diese Wandlung aber nachvollziehbar und vom exzellenten Michael C. Hall auch hier noch einmal wunderbar verkörpert. Wie aber schon angerissen, ist es in der achten Staffel mehr an Jennifer Carpenter für schauspielerische Glanzmomente zu sorgen. Diese liefert sie auch ohne jede Probleme. Wie fesselnd und emotional sie die abgewrackte Debra spielt, ist sicherlich das beste, was die Zuschauer bislang von ihr begutachten konnten. Warum sie bei den großen Serien-Preisen dennoch komplett übergangen wurde, dürfte am weit fortgeschrittenen Alter der Serie liegen. Die restliche Stammbesetzung agiert wie gewohnt ordentlich, ohne besonders auf sich aufmerksam zu machen.

Dazu wurden noch einmal zwei Hochkaräter verpflichtet. Die britische Kinolegende Charlotte Rampling beweist hier als stoische, äußerst zwielichtige Dr. Evelyn Vogel, warum sie seit so vielen Jahren ein derart großes Ansehen in der Film- und Fernsehwelt genießt. Es war auch essenziell für das Gelingen dieser Staffel, dass ihre Figur funktioniert. Weniger erfolgreich war die Besetzung von Sean Patrick Flanery („Der blutige Pfad Gottes“) als windiger Ermittler Elway. Seine Figur bleibt eindimensional und nicht sonderlich spannend, was bei der schauspielerischen Klasse Flanerys eine wahre Vergeudung ist. Der isländische Allround-Filmemacher Darri Ingolfsson („Flags of our Fathers“), „The Shield“-Veteran Kenny Johnson, Sam Underwood („Homeland“) und Julian Sands ergänzen den Cast mit mehr oder minder großen Gastrollen.

Wer die Staffel noch nicht gesehen hat, sollte aufgrund von Spoilern den kursiv gedruckten Part überspringen: Wie erwartet, darf auch Yvonne Strahovski ihre tolle Rolle als Love Interest/Gärtnerin/Serienkillerin Hannah McKay fortsetzen und bekommt den verdient großen Raum in der Gestaltung des Finales.

Debra hat mit eigenen Dämonen zu kämpfen (Quelle: Paramount Home Entertainment)

Debra hat mit eigenen Dämonen zu kämpfen (Quelle: Paramount Home Entertainment)

Nun ist es vollbracht: Mit „Dexter“ ist eine der ungewöhnlichsten und auch besten Serien nach der Jahrtausendwende nach 96 Episoden zu Ende gebracht worden. Leider schafft es die Serie nicht ganz, an das Niveau der besten Zeiten anzuknüpfen. Aber die Glanzleistung von Jennifer Carpenter trägt diese Serie, bis zu ihrem eigenwilligen Finale, was auch hier nicht jeden zufriedenstellen wird (aber durchaus kann).

Die Box ist ab dem 05.06.2014 auf DVD und Blu-ray erhältlich.

3,5 von 5 Punkten

 

Bild: Wie bei den vorhergehenden Veröffentlichungen gefällt auch der HD-Transfer der achten Staffel. Die Aufnahmen sind immer scharf und bieten gut eingestellte Kontraste und lebendige, gut gesättigte Farben. Die Detaildarstellung lässt kaum Grund zur Kritik. Ganz selten kommt es zu einem etwas unruhigen Bild mit einem leichten Rauschen. Insgesamt ist das Bild im oberen Feld einzuordnen.

4 von 5 Punkten

Ton: Wie bereits bekannt, ist der englische 5.1 Dolby True HD Surround etwas stärker und überzeugender, wie es bei der deutschen Fassung der Fall ist, die nur in Dolby Digital 5.1 vorliegt. Die Dialoge sind immer gut verständlich, auch wenn sie in der Originalfassung etwas sauberer und natürlicher klingen. Hintergrundgeräusche und der bekannte Score wurden wie immer klar und recht dynamisch abgemischt. Große Effekte sind aber auch in der finalen Staffel eher selten.

3,5 von 5 Punkten

Extras: Auf Disc 1 befindet sich ein kurzer Beitrag zur Episode „Mutter des Kodex“, bei der Michael C. Hall Regie geführt hat (2 Minuten), sowie ein spannendes Featurette „Der Kodex“ (7 Minuten). Auf Disc 6 befinden sich die Featurettes „Vom Polizist zum Mörder“ (3 Minuten) rund um Debra, „Die Entwicklung von „Dexter Morgan“ (6 Minuten) und „Die Synchronisation von Dexter“ (9 Minuten). Es sind durchgängig recht gut gemachte Bonusmaterialien, die aber jeweils zu kurz ausgefallen sind, um wirklich viele Informationen zu beinhalten.

2,5 von 5 Punkten

Gesamt: 3,5 von 5 Punkten


Quelle: Paramount, Showtime, YouTube

Dexter Staffel 8

Originaltitel:Dexter Season 8
Buchvorlage:Jeff Lindsay
Darsteller:Michael C. Hall, Jennifer Carpenter, Desmond Harrington, David Zayas, Charlotte Rampling, Sean Patrick Flanery
Genre:Krimi-Serie
Produktionsland/-jahr:USA, 2013
Verleih:Paramount Pictures
Länge:12 Episoden zu je 54 Minuten
FSK:ab 18 Jahren

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Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 05.06.2014
Dexter – Season 8 (Blu-ray)

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