Review: Rogue One – A Star Wars Story (Kino)

Das Hauptplakat von "Rogue One - A Star Wars Story" (© Disney Deutschland)

Das Hauptplakat von “Rogue One – A Star Wars Story” (© Disney Deutschland)

Inhalt: Schon in frühester Jugend wurde die Familie von Jyn Erso (Felicity Jones, „Collide“) zerstört. Ihre Mutter Lyra (Valene Kane, „’71 – Hinter feindlichen Linien“) wurde von dem finsteren Orson Krennic (Ben Mendelsohn, „Dirty Trip – Missisippi Grind“) getötet und ihr Vater Galen (Mads Mikkelsen, „The Salvation“) vom Imperium verschleppt. Dort wurde er dazu gebracht, beim Bau einer revolutionären Waffe zu helfen. Inzwischen – 15 Jahre nach dem Vorfall – ist Jyn zu einer harten Einzelgängerin geworden, die sich auch nicht immer auf der richtigen Seite des Gesetzes befindet. Gerade als sie in ein Gefängnis gebracht werden soll, wird sie von einem Rebellentrupp gerettet. Saw Gerrera (Forest Whitaker, „Zulu“), der weise Anführer einer Splittergruppe und Freund ihrer Familie, bittet sie um Hilfe. Die imperiale Waffe, die unter dem Namen Todesstern für Schrecken sorgt, ist beinahe fertig. Jyn soll probieren, ihren Vater davon zu überzeugen, Schwachstellen des Planetenzerstörers zu verraten. Nur widerwillig lässt sich die junge Frau auf die Mitarbeit ein. Gemeinsam mit dem rabiaten bis rücksichtslosen Kassian (Diego Luna, „Elysium“), dem Piloten Bodhi (Riz Ahmed, „Jason Bourne“) und ein paar weiteren Unterstützern stellt sie sich einem Kampf, bei dem es kaum eine Chance auf Erfolg gibt.

Kritik: Im vergangenen Jahr feierte das „Star Wars“-Universum – erstmals unter der Flagge von Disney – eine Wiedergeburt, die wohl kaum jemand so für möglich gehalten hat. „Das Erwachen der Macht“ entpuppte sich als Nostalgie-Feuerwerk, das dem Zuschauer endlich wieder die einzigartige Atmosphäre der originalen Trilogie näherbringen konnte. Jetzt folgt mit „Rogue One“ ein Ableger der Geschichte, der sich mit (größtenteils) fremden Charakteren zeitlich kurz vor „Eine neue Hoffnung“ einordnet. Die Dreharbeiten liefen allerdings nicht wirklich rund. So kam es im Sommer zu massiven Nachdrehs. Dennoch kann sich der Film, der von „Godzilla“-Regisseur Gareth Edwards inszeniert wurde, absolut sehen lassen. Wie schon erwartet, schlägt „Rogue One“ dunklere Töne an, als man es eigentlich aus dem Franchise kennt. So entwickelt sich ein konsequentes Kriegsszenario, bei dem aber hauptsächlich die atemberaubende Optik hängen bleibt. Im Gegensatz zu den teils hanebüchenen CGI-Welten der Prequel-Trilogie bietet Edwards tatsächlich richtige Drehorte (unter anderem Island, die Malediven und Jordanien), wo die Protagonisten gegen das Imperium antreten können.

Jyn und Kassian stellen sich einem übermächtigen Feind (© Disney Deutschland)

Jyn und Kassian stellen sich einem übermächtigen Feind (© Disney Deutschland)

Doch auch die Effekte sind streckenweise erstaunlich und sorgen für Anblicke, die so wohl niemand erwartet haben dürfte. Selbst wenn ein paar tricktechnische Elemente nicht wirklich perfekt funktionieren, tragen sie doch zu einem guten Teil des Kinoerlebnisses bei. Inhaltlich gibt es in dem Film Licht und Schatten, was vor allem an der etwas flachen Figurenzeichnung liegt. So dürften einige Zuschauer eine gewisse Anlaufzeit brauchen, um wirklich in der Geschichte anzukommen. Spätestens in der zweiten Hälfte ist „Rogue One“ dann aber derart temporeich und spannend, dass man zugunsten der Action gerne auf etwas Charakterstudie verzichtet. Leider bedeutet das aber auch, dass ein wunderbarer Cast kaum gefordert wird. Einzig Felicity Jones bekommt wirklich etwas zu tun. Ihre Jyn ist rau, ehrlich, sympathisch und hat einen gewissen Charme. Mit ihrem überzeugenden Auftritt dürfte sie sich auch im Popcorn-Kino etabliert haben. Daneben gelingt es allenfalls noch (dem dennoch unterforderten) Ben Mendelsohn, seinem schmierigen Director Krennic etwas abzugewinnen. So fantastische Schauspieler wie Mads Mikkelsen, Donnie Yen und Forest Whitaker bleiben hier tatsächlich komplett austauschbar. Auch Diego Luna und Riz Ahmed, die recht viel Spielzeit spendiert bekommen, bleiben ohne große Glanzpunkte. Jimmy Smits („Dexter“) kehrt in seine Rolle als General Organa zurück und ein spärlich aber sinnvoll eingesetzter Darth Vader (im Original wieder von James Earl Jones gesprochen) ist nicht nur ein reines Fan-Gimmick. Dazu gibt es noch ein paar weitere Cameos, die durchaus gut platziert wurden.

Obwohl die Figuren etwas schwächeln, ist „Rogue One“ ein echter „Star Wars“, der aber auch eigene Wege geht. Härter, finsterer und manchmal erstaunlich kompromisslos zeigt Gareth Edwards ein hoch spannendes Weltraum-Abenteuer, das zwar nicht so rund wie der letztjährige Ansatz von J.J. Abrams ist, aber sein Publikum dennoch zufriedenstellen wird.

4 von 5 Punkten

Der Film ist ab dem 04.05.2017 auch auf DVD und Blu-ray erhältlich.


Quelle: Walt Disney Studios Motion Pictures Germany, Leinwandreporter TV, YouTube

Rogue One: A Star Wars Story

Originaltitel:Rogue One: A Star Wars Story
Regie:Gareth Edwards
Darsteller:Felicity Jones, Diego Luna, Forest Whitaker, Ben Mendelsohn, Mads Mikkelsen
Genre:Science Fiction, Action
Produktionsland/-jahr:USA, 2016
Verleih:Disney
Länge: 133 MinutenFSK: ab 12 Jahren
Kinostart: 15.12.2016
Homepage:Rogue One

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 04.05.2017
Review: Rogue One – A Star Wars Story (Kino)

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