Review: Godzilla (Kino)

Das Kino-Plakat von "Godzilla" (Quelle: Warner Bros. Pictures)

Das Kino-Plakat von „Godzilla“ (Quelle: Warner Bros. Pictures)

In den späten 1990er-Jahren entdecken Forscher bei Bohrungen auf den Philippinen riesige Skelette. Während dieser Untersuchungen entkommt etwas. Kurze Zeit später passiert in einem japanischen Atomkraftwerk, bei dem der Amerikaner Joe Brody (Bryan Cranston, „Breaking Bad“) einer der leitenden Angestellten ist, ein verheerendes Unglück. Auch 15 Jahre später hat Joe immer noch seine Zweifel, dass ein Erdbeben die Unglücksursache war, weswegen er unerbittlich weiter nach der Wahrheit sucht. Als ihm das eine Verhaftung einbringt, muss sein Sohn, der Soldat Ford (Aaron Taylor-Johnson, „Kick-Ass 2“) aus den USA anreisen, um ihn zu befreien. Kurz nach Fords Ankunft häufen sich die Anzeichen der selben Katastrophe, die damals das Atomkraftwerk zerstört hat. Doch da ist es schon zu spät: Ein riesiges Monster namens Muto taucht auf und stiftet Chaos. Das Ungeheuer ernährt sich von Atomkraft und mäht mit Gewalt alles nieder, was zwischen ihm und seinem Futter steht. So gleicht Hawaii schon bald einem Schlachtfeld. Laut dem Experten Ichiro Serizawa (Ken Watanabe, „Inception“) gibt es nur eine Hoffnung für die Menschheit: das Urzeitmonster Godzilla. Tatsächlich ist es schon auf dem Weg, um sich dem Muto zu stellen.

Im Jahr 1954 erschien der erste japanische „Godzilla“ (Bzw. „Gojira“)-Film, der trotz limitierter technischer Möglichkeiten (Reißverschluss!!!) zum Klassiker wurde, was auch an der subtilen Umweltbotschaft des Filmes lag. Über die Jahre folgten unzählige Fortsetzungen, kuriose Mash-Ups („King Kong gegen Godzilla“) und Neuauflagen. 1998 inszenierte Roland Emmerich eine ebenso aufwendige, wie restlos tumbe Version des Stoffes, die dem Ausgangsmaterial trotz optisch annehmbarer Ergebnisse in keinster Weise gerecht wurde. Die 2014er-Version der Monster-Geschichte wurde mit Spannung erwartet. Für die Regie konnte der begabte Gareth Edwards („Monsters“) gewonnen werden, der hier mit einem gigantischen Budget von 215 Millionen US-Dollar einen der großen Blockbuster dieses Kino-Jahres liefern sollte. Und Edwards liefert ab: Obwohl die menschlichen Charaktere nicht mehr als nettes Beiwerk sind, erzählt er eine spannende Story, die den Ton des Originales trifft, den Inhalt aber treffend in die Gegenwart verfrachtet.

Sensationeller Sound, solides 3D und CGI-Superstars

Vater und Sohn schwant Übles (Quelle: Warner Bros. Pictures)

Vater und Sohn schwant Übles (Quelle: Warner Bros. Pictures)

Technisch ist der Film auf dem neuesten Stand. Stark gefilmte Aufnahmen gewinnen noch durch die ordentliche 3D-Konvertierung, auch wenn diese nicht zwingend notwendig gewesen wäre. Spektakulär gut ist der Ton des Filmes. Hier wird jede kleine akustische Facette so herausgearbeitet, das man als Zuschauer im Geschehen versinkt. Natürlich bleibt besonders der markerschütternde Schrei von Godzilla so im Gedächtnis. Die menschlichen Darsteller stehen in dem Film ganz klar hinter den CGI-Riesen an, die sich in der späten Phase einen ausufernden und definitiv Fan-Herzen beglückenden Kampf liefern. Das heißt aber nicht, dass die Schauspieler hier keinen guten Job machen würden. Im Zentrum des Filmes ist vor allem Aaron Taylor-Johnson zu nennen, der als traumatisierter Soldat am ehesten so etwas wie eine Identifikationsfigur bildet. Bryan Cranston hat ein paar emotional sehr anspruchsvolle Szenen steht aber schon wegen der Screen-Time klar gegen Taylor-Johnson zurück. Vom übrigen Cast ist vor allen Elizabeth Olson („Oldboy“) erwähnenswert, die hier als engagierte Ehefrau und Mutter das Maximale aus einer nicht allzu breit angelegten Figur holt.

Das Militär versucht, gegen Godzilla zu bestehen (Quelle: Warner Bros. Pictures)

Das Militär versucht, gegen Godzilla zu bestehen (Quelle: Warner Bros. Pictures)

Auch wenn es nicht der ganz große Wurf ist, gelingt Gareth Edwards der bislang beste Popcorn-Film des Kino-Jahres. „Godzilla“ ist nicht nur akustisch und optisch auf höchstem Niveau, er bietet bis auf einen minimalen Durchhänger im Mittelteil auch höchst spannende Unterhaltung, die auch über ein ordentliches Maß an Grundintelligenz verfügt. Den Zweikampf mit Guillermo del Torro, der im vergangenen Jahr den ähnlichen „Pacific Rim“ an den Start gebracht hat, konnte Gareth Edwards hiermit deutlich für sich entscheiden.

4 von 5 Punkten


Quelle: Warner Bros, YouTube

Godzilla

Originaltitel:Godzilla
Regie:Gareth Edwards
Darsteller:Bryan Cranston, Aaron Taylor-Johnson, Elizabeth Olson
Genre:Fantasy-Action
Produktionsland/-jahr:USA, 2014
Verleih:Warner Bros.
Länge:123 Minuten
FSK:ab 12 Jahren
Kinostart:15.05.2014

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 14.05.2014
Review: Godzilla (Kino)

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