Review: Power Rangers (Kino)

Das Hauptplakat von "Power Rangers" (© StudioCanal)

Das Hauptplakat von “Power Rangers” (© StudioCanal)

Inhalt: Jason (Dacre Montgomery) war eigentlich immer der coole Junge seiner Schule und jeder war sich sicher, dass der Quarterback des Schulteams einmal große Karriere machen würde. Ein ziemlich sinnloser Streich, der furchtbar schiefläuft, sorgt dann dafür, dass seine Zukunft vom einen Tag auf den anderen vollkommen entgleist. Er muss für den Rest des Jahres nachsitzen, um überhaupt seinen Abschluss machen zu dürfen und wird dazu noch aus dem Team geworfen. Eher zufällig lernt er den Sonderling Billy (RJ Cyler, „Ich und Earl und das Mädchen“) kennen, der ihm dabei hilft, den verhängten Hausarrest zu umgehen. Bei einem Trip auf einen Hügel vor ihrem Heimatort Angel Grove, wo Billy einen geheimnisvollen Schatz vermutet, treffen die beiden auf ihre Mitschüler Kimberly (Naomi Scott), Trini (Becky G.) und Zack (Ludi Lin). Tatsächlich entdeckt die Gruppe einige seltsam leuchtende Kristalle, die sie an sich nehmen. Kurz darauf bricht das Chaos aus. Ehe die fünf Teenager verstehen können, was passiert ist, berichtet ihn Zordon (Bryan Cranston, „Why Him?“), ein nur als Hologramm sichtbares Wesen, von ihrer Zukunft. Das Quintett sind die neuen Power Rangers, eine Gruppe von Helden, die die Welt retten muss. Da das finstere Alien Rita Repulsa (Elizabeth Banks, „Die Tribute von Panem“) schon kurz davor steht, einen vernichtenden Angriff zu starten, bleibt wenig Zeit. Nachdem die Jugendlichen die merkwürdige Begegnung und die plötzlich auftretenden Kräfte verkraftet haben, beginnt die Vorbereitung. Es ist aber gar nicht so einfach, mit einer solchen Macht vernünftig umzugehen.

Kritik: Die meisten Kinder und Jugendlichen, die im Verlauf der 90er-Jahre aufgewachsen sind, dürften nach dem Debüt der „Mighty Morphin Power Rangers“ im Jahr 1993 irgendwann mit der Superhelden-Kombo in Berührung gekommen sein. Simpel gestrickt, etwas trashig, aber dabei immer auf ihre Art unterhaltsam, entwickelten sich die Helden in zahlreichen Serien und Filmen schnell zu einem Evergreen. Im andauernden Erfolg von Marvel und Co. war es nahezu unverzichtbar, auch den Power Rangers einen modernen Neuanstrich zu verleihen. Für die Origin-Geschichte wurde mit Dean Israelite ein Regisseur verpflichtet, der zuletzt mit „Project Alamanac“ einen eher einfallslosen Teenie-Film hervorgebracht hatte. Einen aufrichtig guten Film dürfte bei dem Ausgangsmaterial wohl kaum jemand erwartet haben. Überdrehter, sympathischer Blödsinn wäre in etwa die ideale Lösung, vor allem wenn bedacht wird, wie furchtbar vergleichbare Superhelden-Entstehungsgeschichten wie „Max Steel“, „Fantastic Four“ und „Jem and the Holograms“ ausgefallen sind.

Diese Steine werden das Leben der fünf Jugendlichen verändern  (© StudioCanal)

Diese Steine werden das Leben der fünf Jugendlichen verändern (© StudioCanal)

Um es positiv zu sagen, spielen die neuen Power Rangers auf jeden Fall nicht in dieser (desaströsen) Liga. Wirklich gut wird das Endergebnis deswegen bei weitem nicht. Der Film hangelt sich durchgängig an der Dramaturgie vergleichbarer Produktionen entlang. Erst einmal müssen sich die zukünftigen Helden treffen, dann müssen sie ihre Aufgabe akzeptieren, für die Aufgabe trainieren, um schließlich ihren Gegner zu bekämpfen. Das und nichts mehr wird auch hier geboten. Es ist merklich, dass man bei der Besetzung um ethnische Diversität bemüht war. Daneben wird auch die Homosexualität eines Charakters angedeutet. Da entbehrt es nicht einer gewissen Ironie, dass am Ende des Tages doch der von Dacre Montgomery gespielte blonde Quarterback der Anführer des Teams ist. Darüber hinaus bleiben die Figuren – obwohl über 2/3 des Films reiner Handlungsaufbau ohne Verwandlungen und wirkliche Action sind – flach und eindimensional.

He Is Th

He Is The One Who… (© StudioCanal)

Am ehesten gelingt es noch RJ Cyler als leicht autistischem Billy Cranston, zu gefallen. Billys Namensgeber Bryan Cranston, der als Synchronsprecher bei den „Power Rangers“ seine ersten Gehversuche in Hollywood unternommen hatte, gönnt sich hier den Spaß, als Hologramm/Mentor der Rangers mitzuspielen. Die gefühlt einzige Person, die die Möglichkeiten des Ausgangsmaterials wirklich einschätzen konnte, war Elizabeth Banks. Hemmungslos chargierend liefert sie als wahrlich fiese Rita Repulsa eine wunderbare Over the Top-Performance, die der deutlich beste Bestandteil des Films ist. Als dann endlich die Action startet, wird der Film tatsächlich noch einmal flacher. In einer hektischen Materialschlacht ohne echte Highlights dürften einige Zuschauer die Sorge haben, einen überlangen „Transformers 5“-Trailer gesehen zu haben.

Dean Israelite hatte recht vollmundig angekündigt, sich ein Franchise mit 5-7 Filmen vorstellen zu können. Abhängig vom kommerziellen Erfolg müssten dann aber an einigen Stellschrauben gedreht werden. Diese „Power Rangers“-Origin-Geschichte ist ein überraschend humorarmes und einfallsloses Konstrukt, bei dem eigentlich nur die überdrehte Antagonistin wirklich im Gedächtnis bleibt.

2 von 5 Punkten


Quelle: StudioCanal, Leinwandreporter TV, YouTube

Power Rangers

Originaltitel:Power Rangers
Regie:Dean Israelite
Darsteller:Dacre Montgomery, RJ Cyler, Naomi Scott, Elizabeth Banks, Bryan Cranston
Genre:Action, Fantasy
Produktionsland/-jahr:USA, 2017
Verleih:StudioCanal
Länge: 115 MinutenFSK: ab 12 Jahren
Kinostart: 23.03.2017
Homepage:Power Rangers

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 23.03.2017
Review: Power Rangers (Kino)

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