Review: Storm und der verbotene Brief (Kino)

Das Hauptplakat von "Storm und der verbotene Brief" (© Farbfilm Verleih)

Das Hauptplakat von „Storm und der verbotene Brief“ (© Farbfilm Verleih)

Inhalt: Vier Jahre sind vergangen, seitdem Luther 1517 seine Thesen in Wittenberg angeschlagen hat. Der 12 Jahre alte Storm (Davy Gomez), Sohn des Druckers Klaas (Yorick Van Wageningen) und dessen Frau Cecilia (Angela Schijf), wächst in Antwerpen auf. Als sein Vater den Auftrag erhält, Briefe des von der Kirche gejagten und geächteten Luther zu drucken, lehnt sich dieser gerne gegen den brutalen Inquisitor der Stadt auf. Wenige Zeit später wird Klaas verhaftet und Storm gelingt mit Glück die Flucht mit den Druckplatten. Er versteckt sich in den Katakomben der Stadt und lernt dort das Waisenmädchen Marieke (Juna de Leeuw) kennen. Gemeinsam mit ihr erklärt er dem übermächtigen Feind den Krieg. Es bleibt nicht viel Zeit, wenn sie Klaas vor dem Scheiterhaufen bewahren möchten. Daneben ist nicht sicher, ob sie überhaupt irgendwem in dieser gefährlichen Phase des Umbruchs trauen können. Schon bald übernehmen die beiden Kinder eine entscheidende Rolle im Verhältnis vom Staat zur Kirche.

Kritik: Dieses Jahr sind es exakt 500 Jahre, seitdem Martin Luther in Wittenberg ein neues Zeitalter für die Religion eingeleitet hat. Da war es natürlich passend, einen Film rund um seine Person aufzubauen. Das Endergebnis in diesem niederländischen Historien-Abenteuer von Regisseur Dennis Bots ist zwar nur vom zeitlichen Aspekt wirklich mit Luther verbunden. Dennoch gelingt ein recht unterhaltsames Werk, das sich mit ein paar geschichtlichen Fakten an sein junges Zielpublikum richtet. Allgemein wirkt „Storm und der verbotene Brief“ an manchen Stellen etwas hölzern, was aber nur bedingt etwas daran ändert, dass der Film an sich ziemlich rund erscheint. Was bei der Epoche nicht gänzlich verwundern dürfte: Hier werden eher dunkle Töne angeschlagen. Allerdings erreichen diese an ein bis zwei Stellen schon eine Härte, wie man sie doch eher nicht aus einem Kinderfilm gewohnt ist. So gehören Leichen, Folter und Verbrennung zu diesem Jugendabenteuer.

Storm und Marieke in der Kanalisation (© Ricardo Vaz Palma)

Storm und Marieke in der Kanalisation (© Ricardo Vaz Palma)

Zu den historischen Aspekten wird relativ wenig erklärt, was durchaus in Ordnung ist. Auf diese Art kommt das Publikum während der Unterhaltung mit Eckdaten der Zeit in Berührung, die eben nur bei weiterem Interesse ausgebaut werden können. Der Film verlässt sich beständig auf seine jungen Protagonisten. Gerade der Spielfilm-Neuling Davy Gomez kann als Titelheld hier beweisen, dass er tatsächlich schon in der Lage ist, das Zentrum einer solchen Produktion zu sein. Aber auch Juna de Leeuw als sein Sidekick Marieke tritt gefällig auf.

Allgemein dürfte dem Zuschauer rund um den Film häufiger das Wort solide einfallen, das nicht nur betreffend Ausstattung und Kostümen absolut zutrifft. Am Ende ist „Storm und der verbotene Brief“ ein netter Ansatz, historische Inhalte mit einem Jugendfilm zu verbinden. Obwohl es nicht immer gelingt, den Ton des Films kindgerecht zu halten, bleibt ein nettes, kleines Abenteuer, das zum Jahrestag an die zentralen Punkte der Reformation erinnert.

3 von 5 Punkten


Quelle: farbfilmverleih,Leinwandreporter TV, YouTube

Storm und der verbotene Brief

Originaltitel:Storm: Letters van Vuur
Regie:Dennis Bots
Darsteller:Davy Gomez, Juna de Leeuw, Angela Schijf, Maarten Heijmans, Peter van den Begin, Egbert Ja.
Genre:Jugendfilm, Abenteuer, Historien
Produktionsland/-jahr:Niederlande, 2016
Verleih:Farbfilm
Länge: 105 MinutenFSK: ab 6 Jahren
Kinostart: 23.03.2017
Homepage:Storm und der verbotene Brief

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 22.03.2017
Review: Storm und der verbotene Brief (Kino)

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