Review: Project Alamanac (Blu-ray)

Das Blu-ray-Cover von "Project Almanac" (Quelle: Paramount Pictures Home Entertainment)

Das Blu-ray-Cover von “Project Almanac” (Quelle: Paramount Pictures Home Entertainment)

Inhalt: Der hochbegabte David (Jonny Weston, „96 Hours – Taken 3“), seine Schwester Christina (Virginia Gardner), seine Kumpel Quinn (Sam Lerner) und Adam (Allen Evangelista) und sein Schwarm Jessie (Sophia Black-D’Elia, „The Immigrant“) entdecken eher zufällig den Bauplan für eine Zeitmaschine. Unter Davids Anleitung gelingt es ihnen tatsächlich, die Maschine zu realisieren. Ihre Macht genießen sie in vollen Zügen, sichern sich Top-Noten, einen Lottogewinn und entspannen als VIP-Gäste auf Konzerten und dicken Partys. Bald wollen sie immer mehr aus ihren Möglichkeiten machen und unterschätzen die Folgen, die ihr Eingreifen in die Zeit hat. Doch finden sie noch einen Weg zurück, ehe sie irreparable Schäden angerichtet haben?

Kritik: Mit Michael Bay als Produzent konnte Langfilm-Neuling Dean Israelite seinen Film in die Tat umsetzen. Wahrscheinlich aus Kostengründen wurde „Project Almanac“ im Found Footage-Stil gedreht, der hier allerdings häufiger optisch wirkliches Film-Niveau erreicht. Allerdings funktioniert die Einbringung des Stils in die Handlung nicht wirklich. An manchen Stellen filmt eine Hauptfigur, an anderen filmt niemand, aber die Kamera folgt den Schülern trotzdem weiter. Dass genau solches Material dann teilweise von den Charakteren am Computer ausgewertet wird, ist natürlich absurd. Die Verknüpfung zu dem handlungstechnisch ähnlichen „Chronicle“ dürfte wohl fast jedem kommen. Hier hat Israelite aber auch schon das erste Problem seines Filmes, da seine Variante lange Zeit eher seichte Töne anschlägt und die Partys und Streiche der Zeitreisenden ins Zentrum der Handlung stellt. Zu Anfang, wo die Schüler an der Maschine basteln, hat der Film noch einen gewissen Reiz. Danach setzt inhaltsarme Langeweile ein. Erst im Abschlussdrittel versucht er, ernstere Töne anzuschlagen, die aber aufgrund des bis dahin niedrigen Spannungsbogens nur in Maßen zünden.

Wir bauen uns eine Zeitmaschine (Quelle: Paramount Pictures Home Entertainment)

Wir bauen uns eine Zeitmaschine (Quelle: Paramount Pictures Home Entertainment)

Wie charmant und spannend zugleich eine Zeitreise-Film auch ohne große philosophische Ansätze sein kann, weiß man von „Zurück in die Zukunft“. In „Project Almanac“ wird härter gefeiert und danach tiefer gestürzt, es will aber trotzdem nicht wirklich eine große emotionale Regung beim Zuschauer entstehen. Das liegt zum einen an (auch abgesehen von der Found Footage-Logik) extremen Plot-Löchern. Zusätzlich sind die Charaktere trotz 75 Minuten fast reiner Exposition flach und bei weitem nicht so sympathisch und interessant, dass sich der Zuschauer wirklich etwas aus ihrem Schicksal machen würde. Dementsprechend bleibt von den jungen Darstellern um Jonny Weston und Sophia Black-D’Elia niemand wirklich im Gedächtnis haften. Der Film liefert schöne Bilder, gute Stimmung, aber eben auch nicht mehr.

Auch wenn Explosionen fehlen, hat hier Michael Bay doch ein beträchtliches Wörtchen mitgeredet. Gut gelaunte Hochglanzbilder, Party und Sexismus lassen die nicht innovative aber doch reizvolle Prämisse zu lange ungenutzt. Zwar zieht „Project Almanac“ zum Finale an Spannung und Tempo, was aber trotzdem nicht mehr reicht, um diesem konventionellen Fantasy-Film zu einem halbwegs befriedigenden Ergebnis zu verhelfen.

Hat David eine Chance bei Jessie? (Quelle: Paramount Pictures Home Entertainment)

Hat David eine Chance bei Jessie? (Quelle: Paramount Pictures Home Entertainment)

Der Film ist ab dem 25.06.2015 auf DVD und Blu-ray erhältlich.

2 von 5 Punkten

 

Bild: Für einen „Found Footage“-Film sieht der Transfer sehr gut aus und erreicht meistens HD-Niveau. Die Aufnahmen sind fast immer scharf und zeigen sogar Details ziemlich ordentlich. Dazu verfügen die klaren Aufnahmen über eine natürliche, kräftige Farbpalette, gut eingestellte Kontraste und einen relativ kräftigen Schwarzwert. Nur in manchen Szenen sind einige Bilder etwas verwaschen. Außerdem sind einige Aufnahmen etwas verrauscht. Insgesamt ist die Optik sicherlich eine positive Überraschung.

3,5 von 5 Punkten

Ton: Während die englische Fassung in DTS-HD MA 5.1 vorliegt, müssen sich die Zuschauer bei der deutschen Fassung (wie immer bei Paramount) mit einer Dolby Digital 5.1-Spur begnügen. Die Dialoge sind immer gut zu verstehen und klingen in beiden Versionen sauber und natürlich. Gerade wenn die Zeitmaschine startet, wummert die Anlage und nutzt ihre Leistungsfähigkeit. Auch weitere Hintergrundgeräusche auf dem Festival-Gelände oder in der Schule werden gut auf alle Boxen verteilt. Insgesamt wird bei dem Transfer gemessen am Ausgangsmaterial praktisch alles richtig gemacht.

4 von 5 Punkten

Extras: Ein paar entfernte Szenen (9 Minuten) einschließlich alternativem Anfang (3 Minuten) und zwei alternativen Enden (5 Minuten) sind als Bonusmaterial auf der Blu-ray zu finden.

2 von 5 Punkten

Gesamt: 2,5 von 5 Punkten


Quelle: Paramount Pictures, Leinwandreporter TV, YouTube

Project Almanac

Originaltitel:Project Almanac
Regie:Dean Israelite
Darsteller:Jonny Weston, Amy Landecker, Sofia Black-D'Elia, Virginia Gardner
Genre:Fantasy
Produktionsland/-jahr:USA, 2014
Verleih:Paramount Pictures Home Entertainment
Länge:106 Minuten
FSK:ab 6 Jahren

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 23.06.2015
Review: Project Alamanac (Blu-ray)

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